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Herbst siegt auf dem Gudiberg - Neureuther abgeschlagen

Ski2b/sid am 09.02.2008 - 15:26 Uhr
Reinfried Herbst war der strahlende Sieger beim Slalom in Garmisch-Partenkirchen. Der Österreicher verwies bei traumhaftem Wetter Manfred Mölgg und Ivica Kostelic auf die Plätze. Felix Neureuther war bei seinem Heimrennen auf dem Gudiberg abgeschlagen. Er wurde am Ende nur 17.

Herbst zweimal Schnellster
Auf dem umgebauten Gudiberg, wo das Ziel erstmals im historischen Olympiastadion lag, carvte Reinfried Herbst bereits im ersten Durchgang am schnellsten durch den Stangenwald. Der Österreicher war in 50,97 Sekunden 45 Hundertstel schneller als der zweitplatzierte Manfred Mölgg. Auf Rang drei lag Julien Lizeroux. Auch im Finale behielt Herbst die Nerven und setzte erneut die Bestzeit. Mit der Gesamtzeit von 1:42,00 Minuten feierte der ÖSV-Techniker in Garmisch-Partenkirchen seinen zweiten Weltcup-Sieg. Mölgg, der im Finale ebenfalls fulminant nach vorne fuhr, verpasste als Zweiter einmal mehr seinen ersten Triumph.


Kostelic mit starkem Finish
Ivica Kostelic lag vor dem zweiten Durchgang zeitgleich mit Felix Neureuther auf dem vierten Rang. Der Kroate zeigte ein starkes Finish auf dem flacheren Zielbereich, wo er quasi durch die Stangen flog, und setzte sich zunächst an die Spitze. Nach ihm startete Julien Lizeroux. Der Franzose riskierte aber zu viel und fiel am Ende auf den fündten Rang zurück. Auf den vierten Platz kurvte Cristian Deville.

Geschwächter Neureuther patzt beim "Heimspiel"
Anders als Kostelic konnte Felix Neureuther nicht von seiner guten Ausgangsposition profitieren. Das deutsche Ski-Ass erwischet ausgerechnet bei seinem Heim-Slalom einen rabenschwarzen Tag. Am Ende sprang für den von einer fiebrigen Erkältung geplagten 23-Jährigen lediglich Rang 17 heraus. "Das ist wirklich schade, wenn man beim eigentlich schönsten Rennen nicht fit an den Start geht", sagte der Lokalmatador. Zur Enttäuschung des Großteils der 10.000 Zuschauer besaß Neureuther am Ende nicht einmal die Chance, wenigstens aufs Siegertreppchen zu fahren.

"Es war ja abzusehen"
Während im WM-Ort von 2011 die Fans aus Österreich Reinfried Herbst feierten, ging der enttäuschte Neureuther auf wackeligen Beinen von dannen. "Es war ja abzusehen", sagte er mit schwacher Stimme mit, "ich hatte gestern noch 38, 39 Grad Fieber." Im ersten Lauf ging es noch, im Finale aber "ist mir der Saft ausgegangen". Hinzu kam der Druck, es vor eigenem Publikum besonders gut machen zu wollen. Immerhin hatte Neureuther im Vorjahr auf seinem Hausberg Rang zwei belegt, nach zahlreichen Top-Platzierungen und zwei "Stockerl"-Fahrten in diesem Winter schien er überfällig für seinen ersten Weltcup-Sieg zu sein. "Der Druck unter der Woche war schon extrem", bekannte er, und am Ende hatte er auch darunter ein wenig zu leiden: "Der Stress vor dem Rennen", die Erkrankung, "das war alles ein bisschen zu viel", sagte Neureuther.

"Am Schluss ist fast nichts mehr gegangen"
Die gesundheitlichen Probleme von Neureuther waren trotz der guten Platzierung schon nach der ersten Fahrt auffällig. "Am Schluss ist fast nichts mehr gegangen", klagte er nach dem ersten Durchgang, in dem nach einer grandiosen zweiten Zwischenzeit erkennbar mit der Kraft zu kämpfen hatte und auf dem letzten Drittel gut drei Zehntel einbüßte. Im zweiten versuchte er noch einmal, letzte Reserven zu mobilisieren, doch er fand keine. Ein Krampf in der Hüfte, einige schwere Patzer - aus der Traum vom großen Tag am "eigenen" Berg.

Grange scheidet aus
Das zweitschlechteste Resultat in diesem Winter schmälerte außerdem Neureuthers Chancen im Kampf um den Slalom-Weltcup: Eine gute Platzierung, und der Partenkirchner hätte viel Boden gut machen können auf Spitzenreiter Jean-Baptiste Grange aus Frankreich (463 Punkte), der am höchst anspruchsvollen Gudiberg ausschied. Mit 298 Punkten ist Neureuther auf Rang fünf zurückgefallen. "Schade, wenn man weiß, dass man Rennen gewinnen kann, und dann fehlt einem immer ein bisschen das Quäntchen Glück", sagte Neureuther.

Miller mit Glück im Unglück
Noch Glück im Unglück hatte der ebenfalls ausgefallene Bode Miller (USA): Mit 1.067 Punkten führt er weiter den Gesamtweltcup an, Verfolger Benjamin Raich aus Österreich (969) machte als Elfter nur wenige Punkte gut.

Wanninger mit Startnummer 70 ins Finale
Mit der hohen Startnummer 70 erreichte Christian Wanninger als zweiter Deutscher den zweiten Durchgang. Der Skirennläufer aus Reichertshofen fuhr in 53,43 Sekunden auf Platz 30. Stefan Kogler (Schliersse) schied ebenso aus wie Dominik Stehle (Obermaiselstein) und Fritz Dopfer (Garmisch). Im Finale musste Wanninger dann aber auch die Segel streichen. Nach einem Fehler stand er kurz am Hang, überlegte und angefeuert von den Fans stieg er zurück und beendete seinen Lauf. Im Ergebnis spielt er mit mehr als einer halben Minute Rückstand allerdings keine Rolle.

Heimspiel für Kostelic in Zagreb
Weiter geht es für den Herren-Weltcup in Kroatien. Beim Heimspiel von Ivica Kostelic steht am Sonntag, den 17. Februar in Zagreb erneut ein Slalom auf dem Programm.
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