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Schweizer Volksfest in Wengen geht weiter: Defago siegt bei der Lauberhornabfahrt

Ski2b/sid am 17.01.2009 - 16:11 Uhr
Das Volksfest der Schweizer in Wengen geht weiter. Nach dem Sieg von Carlo Janka in der Super-Kombination raste beim Weltcup-Klassiker Didier Defago auf dem Lauberhorn zum nächsten Heimsieg. Der 31-Jährige gewann das legendäre Abfahrtsrennen in Wengen und bescherte der Schweiz den ersten Heimsieg seit 2003.

Defago folgt Kernen
Die Schweizer hatten eigentlich auf Didier Cuche, der in den beiden vergangenen Jahren beim traditionsreichsten Rennen im Weltcup-Zirkus jeweils Zweiter geworden war, ihre Hoffnungen gesetzt. Überraschend hat dann aber Didier Defago den Abfahrtsklassiker in Wengen gewonnen und für die Schweiz den ersten Heimsieg seit Bruno Kernen 2003 erzielt. Defago verwies die Favoriten um Cuche, den US-Amerikaner Bode Miller und Michael Walchhofer aus Österreich allesamt in die Schranken und feierte am Lauberhorn seinen zweiten Weltcup-Sieg. Der Eidgenosse, der im Dezember 2003 in Gröden in Südtirol einmal einen Super-G gewonnen hatte, fand auf der mit 4,5km längsten Weltcup-Strecke als einziger die Ideallinie. "Ich wusste nach dem Training, dass ich eine Chance habe. Aber dass ich gewinne ...", sagte er. Defago lag in 2:31,98 Minuten knapp vor Miller (2:32,18), Dritter wurde der Amerikaner Marco Sullivan (2:32,37).

Kein Hattrick für Miller
Bode Miller, in den vergangenen beiden Jahren Sieger am Lauberhorn, musste sich 0,20 Sekunden hinter Defago mit Rang zwei begnügen. Die Rekordserie der österreichischen Skilegende Franz Klammer, der 1975 bis 1977 in Wengen gewann, blieb damit unangetastet. Der 31-Jährige nahm sein enttäuschendes Abschneiden auf der mit 4,45 Kilometer längsten Weltcup-Strecke zum Anlass, sich über die etwas entschärfte Pistenführung zu beschweren. "Viele Abschnitte sind etwas zu einfach geworden. Das macht es für uns Spitzenläufer noch schwieriger, Zeit herauszuholen", sagte er. Defago freute sich dagegen über seinen "sensationellen Tag".

US-Ski-Team: Top oder mit Schutzengel
Neben Defago waren es vor allem die US-Amerikaner, die für die Schlagzeilen sorgten. Vor der Triumphfahrt des späteren Siegers war es Marco Sullivan, der nach einem fulminanten Ritt die zwischenzeitliche Führung übernahm. Die anderen US-Racer brauchten auf der selektiven Strecke dagegen einen Schutzengel. Scott Macartney und TJ Lanning konnten nach einem Sprung einen Sturz so gerade noch vermeiden. Beide gaben aber im weiteren Rennverlauf ausgepumpt auf. Steven Nyman hatte im oberen Bereich bereits einmal Schneekontakt und rutschte dann noch ins letzte Tor. Auch Erik Fisher wurde das Ziel-S zum Verhängnis, konnte aber einen Sturz ebenfalls verhindern. Bei allen hätte es durchaus schlimmer enden können.

Historisches Desaster für Österreich
Das fahrende Lazarett aus Österreich musste heute eine herbe Schlappe einstecken. Bester ÖSV-Athlet wurde Georg Streitberger auf Rang 18. Die Alpenrepublik hatte damit erstmals bei einer Abfahrt keinen Läufer in den Top 15. Michael Walchhofer, der mit dem roten Trikot des besten Abfahrers der Saison auf das Lauberhorn ging, kam zeitgleich mit Hermann Maier nur auf den 26. Platz. Maier hatte sich wie Klaus Kröll im Training verletzt. Maier ging mit einem blauen Daumen an den Start und Kröll mit einer geschwollenen Mittelhand. Einziger Lichtblick der Österreicher war Walchhofer, der Platz eins in der Disziplinwertung behaupten konnte.



Keppler weiter bei 100 Prozent
Die deutschen Läufer spielten im Kampf um die vorderen Plätze keine Rolle, obwohl Stephan Keppler diesmal sogar vor Walchhofer und Maier lag. "Ich bin sehr zufrieden, weil mit meiner hohen Startnummer 34 auf der weicher werdenden Piste kaum mehr möglich war", sagte er. Der Ebinger liegt damit weiterhin bei 100 Prozent in Wengen, denn er erreichte dort bei jeder Weltcup-Abfahrt die Top 30. Andreas Strodl aus Partenkirchen verpasste die Punkteränge um eine Hundertstelsekunde und wurde 31. Sein Bruder Peter sowie Tobias Stechert (Oberstdorf) belegten die Plätze 43 und 52.

Keine Veränderung im Gesamtweltcup
Im Gesamtweltcup behielt Benjamin Raich seine Führung, obwohl der Österreicher auf einen Start verzichtet hatte. Der Pitztaler liegt mit 593 Punkte vor Jean-Baptiste Grange (FRA, 536) und Aksel Lund Svindal (NOR, 518), der heute 15. wurde. Michael Walchhofer (230) führt in der Disziplinwertung vor Bode Miller (225) und Klaus Kröll (215). Morgen steht für die Herren in Wengen noch ein Slalom an.
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