Der Clown in mir stirbt nie
Schönfelder Media am 07.12.2007 - 11:22 Uhr
präsentiert diese KolumneRainer Schönfelders Wunsch: Ein Heimspiel sollen sie werden, die Weltcup-Rennen in Bad Kleinkirchheim. Ein Heimspiel im besten Sinne: Die unendliche Leichtigkeit des schnellen Schwungs soll spielerisch sein, daheim in Kärnten. Damit es - das beste Rennwochenende des bisherigen Winters wird. Urlaub bei Freunden, quasi.
Freude auf Freunde und Partner
Ja. Ja, es macht einen Unterschied für Rainer Schönfelder, ob Weltcuprennen irgendwo auf dem Globus, in Österreich oder – erstmals in seiner Weltcupkarriere – in Kärnten stattfinden. Er beschreibt diesen Unterschied so: „Ich sage immer: Wenn man bei sich selber daheim ist - ist man überall daheim, wo Menschen sind. Aber hier in Kärnten, bin ich ein bisschen mehr daheim. Und deshalb freue ich mich, dass hier Rennen sind. Ich freu mich auf dieses Heimspiel, auch auf die vielen Fans, die kommen werden, auf das Wiedersehen mit Freunden und Partnern, die sich die Zeit nehmen, hier her zu kommen und mir zuzuschauen“, sagt Rainer Schönfelder. Der freut sich drauf, dass seine Sponsorpartner von der Hypo Group Alpe Adria „eine echte Sensation präsentieren werden“.
„Warten auf den Moment, an dem es plötzlich beginnt wie von alleine zu laufen…“
In Beaver Creek ist er im Riesentorlauf am Innenski ausgerutscht, „was immer mal passieren kann“, sagt er. Generell wisse er, dass er schnell sei und das sei für diese Phase des Winters das Wichtigste, dass das Grundgefühl stimmt. Und dann müsse man geduldig sein und auf diesen Moment warten, wo es plötzlich beginnt, gut zu laufen. Und diese Geduld habe er inzwischen, sagt Rainer Schönfelder. Wobei Sätze der Geduld nicht unbedingt zu seinem Grundrepertoire gehörten, seit jeher.
„Das einzig Konstante? Ist das sich alles permanent verändert…“
Dass er ob dieser neuen Qualität an Gelassenheit auf Dinge wie Imagewandel oder neue Ernsthaftigkeit vermehrt angesprochen wird in diesem Winter, speziell jetzt, wo als Local Hero antritt, nimmt er wahr und mit Interesse zur Kenntnis: „Ich höre oft: Früher war er der Kasperl, jetzt ist er ernst. Das ist die ganz logische Vereinfachung. Ich sehe es aber so: Man ist immer beides und noch viel mehr zeitgleich. Es ist ja wirklich nichts Ungewöhnliches, dass sich so im Alter von 30 eigene Entwicklungsprozesse verdichten, dass sich Sichtweisen, auch von sich selbst, ändern. Das ist das einzig Konstante im Leben: Dass sich alles permanent verändert. Keine Piste ist bei Nummer 2 nie so wie bei der Nummer 3. Kein Ski ist nach einem Lauf noch so wie davor. Kein Mensch bleibt gleich. Manchmal passiert diese Veränderung in Schüben, manchmal langsamer – jetzt etwa, nach dem vergangenen Winter, ist bei mir viel Veränderung passiert und ich habe mich dem auch sehr intensiv gewidmet.“
Wie wichtig ist Rainer Schönfelder die Wirkung auf andere?
Wenn man in der Öffentlichkeit steht, hat nun einmal Auswirkung, wie man ist und was man tut. Wenn Menschen etwas an mir auffällt, freut mich das. Ob das Veränderung in gewissen Einstellungen ist, ein anderer Fahrstil, oder lackierte Fingernägel: Menschen nehmen Anteil, jeder so wie es ihm halt entspricht und das ist positiv. Nur: Das war und ist für mich nicht das Motiv, Dinge zu tun oder zu lassen. Das ist einfach nur eine logische Begleiterscheinung, wenn man Dinge ausprobiert. Man erhält Feedback. Es ist ja niemand eine Insel. Ich kann ja nicht sagen: Ok, Leute, kommt zu den Rennen, dreht den Fernseher auf, feuert mich an, kauft meine Ski, findet meinen Werbespot toll und ich geb nix her – das geht ja nicht. Was ich tue und wer ich bin teile ich gern mit anderen Menschen, die nehmen Anteil – das bedeutet in der Öffentlichkeit stehen“, reflektiert Rainer Schönfelder.
Ist er jetzt ein seriöser, leistungsorientierter Skirennläufer?
Schönfelder: „Das war ich immer. Auch. Und auch - der Clown. Weil: Das Leben und der Skisport sind zu wichtig, um es zu ernst zu nehmen. Der Clown in mir stirbt nie! Und das Ernste hat es auch immer gegeben. Vielleicht zeig ich einfach jetzt nur mehr davon!? Vergangenes Jahr hat ein Journalist ein Portrait von mir geschrieben mit dem Titel: „Der Kasperl ist tot!“ Am Tag des Erscheinens hab ich in Wengen nackt meine Wette eingelöst. Wie heißt es so schön: Expect the unexpected – erwarte das Unerwartete.“
Fotoserie: Der Clown in mir stirbt nie
Weiterführende Informationen:
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| Fischer Ski |
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