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Jerman triumphiert bei Abfahrt in Bormio: Stephan Keppler starker 13.

Ski2b/sid am 29.12.2009 - 13:07 Uhr
Der Slowene Andrej Jerman hat die Abfahrt von Bormio als letztes Weltcup-Rennen des Jahres gewonnen. Der 31-Jährige setzte sich auf der berühmten "Stelvio" mit einer Zeit von 2:00,32 Minuten überraschend klar vor dem Schweizer Didier Defago durch, der 0,53 Sekunden zurücklag. Der zunächst zweitplatzierte Mario Scheiber (Österreich) wurde wegen eines zu hohen Skischuhs nachträglich disqualifiziert. Dritter wurde der Österreicher Michael Walchhofer (1,03).

Zweiter Weltcupsieg für Jerman
In der Disziplinwertung blieb Didier Cuche aus der Schweiz vorne, im Gesamtweltcup hat Cuches Teamkollege Carlo Janka Platz eins übernommen. Für Jerman war es der zweite Sieg im Weltcup. Im Februar 2007 hatte er eine der beiden Abfahrten von Garmisch gewonnen. "Endlich hat alles zusammengepasst. Ich hatte bisher immer Probleme mit dem Wetter, den Bedingungen oder bin gestürzt wie vor zehn Tagen in Gröden. Das ist eine Erleichterung", sagte der überraschende Sieger. Der zunächst zweitplatzierte Österreicher Mario Scheiber wurde wegen eines um zwei Millimeter zu hohen Ski-Schuhs disqualifiziert. In der Disziplinwertung blieb Didier Cuche aus der Schweiz vorne, im Gesamtweltcup hat Cuches Teamkollege Carlo Janka Platz eins übernommen.

Keppler mit halber Olympia-Norm
Stephan Keppler (Ebingen/1,98) fuhr indes sein bestes Rennen seit März 2007 und erfüllte als 13. des vorläufigen Endklassements die "halbe" Olympia-Norm. Sollte der 26-Jährige bis Februar eine weitere Top-15-Platzierung erreichen, hätte er das Ticket für die Spiele in der Tasche. Die Brüder Andreas (3,27) und Peter Strodl (4,51/Partenkirchen) enttäuschten auf den Rängen 33 und 41.

Keppler Tüfteleien haben Erfolg
"Das ist eine Erlösung. Ich bin glücklich und fühle mich wie befreit", sagte Keppler. Der Ebinger hatte bei keinem seiner zuvor sechs Speed-Starts in diesem Winter die Top 30 erreicht, nun schaffte er die "halbe" Norm für die Olympischen Spiele. "Dass ich jetzt fast schon für Vancouver qualifiziert bin, könnte besser nicht sein. Ich weiß jetzt wieder, dass ich’s kann. Das gibt mir Schwung für die Rennen im neuen Jahr", sagte er. "Zaubern können wir nicht, wir können keine Wunder bewirken", hatte Cheftrainer Karlheinz Waibel vor dem Rennen noch über die seit Jahren unbefriedigende Situation bei den Herren und dort vor allem im Speed-Bereich gesagt. Doch Waibel fügte auch an: "Aber wer hart arbeitet, wird irgendwann Erfolg haben." Keppler gab ihm mit einer couragierten Fahrt auf der berühmt-berüchtigten "Stelvio" recht. In 2:02,30 Minuten kam Keppler, der beim Abschlusstraining noch im Fangnetz gelandet war, bis auf 1,98 Sekunden an Jerman heran. Vom Dritten, dem früheren Weltmeister Michael Walchhofer aus Österreich, trennten den 26-Jährigen nur 0,95 Sekunden. Dabei hatten Waibel und Alpindirektor Wolfgang Maier den Glauben an Keppler fast schon verloren. Maier schimpfte noch vor wenigen Tagen, von Seiten des Verbandes sei "das Ende der Fahnenstange erreicht". Keppler nahm sich die Kritik zu Herzen und tüftelte am Material - mit Erfolg. "Ich habe meine Ski-Schuhe total umgebaut, und das war die Lösung", sagte Keppler.
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