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Interview mit Kristian Ghedina vor den Rennen in Gröden 2004

Ski2b Redaktion am 15.12.2004 - 09:18 Uhr
Der Italiener Kristian Ghedina hat bislang bereits viermal die Abfahrt in Gröden (ITA) gewonnen. Am Samstag, den 18. Dezember ist es wieder so weit und auf der berühmten Saslong findet das nächste Abfahrtsrennen statt. Zu disem Anlass sprach Ski2b.com mit dem routinierten Speedfahrer.

Ski2b.com: Kristian, wie bist Du mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden?
Kristian Ghedina: Einige Ansätze waren positiv. Ich habe mir ja für diese Saison wieder etwas höhere Ziele gesteckt, nachdem ich die langjährigen Verletzungen überwunden habe. Wenn wir uns jedoch die bisherigen Rennergebnisse anschauen, muss ich sagen: das kann es noch nicht gewesen sein. Mein Ziel ist nach wie vor das Podium.

Ski2b: Dein Heimrennen steht an. Bist Du hier besonders motiviert?
Kristian: Ich liebe Gröden und Gröden scheint auch mich zu lieben. Ich habe hier auf der Saslong bereits viermal gewonnen, aber momentan bin ich ziemlich niedergeschlagen, da mir am Wochenende das Auto ausgeraubt wurde und unter anderem die aktuellen Skischuhe gestohlen wurden. Viele werden sich jetzt vielleicht denken, dass das für mich kein Problem ist, da mir mein Skischuhausrüster sofort wieder neue Schuhe liefern wird. Aber der Skischuh ist was sehr persönliches und in der Abstimmung steckt viel Arbeit drin. Zum Beispiel experimentiert Hermann Maier schon seit vielen Monaten an den Skischuhen herum und hat anscheinend noch immer nicht die Ideallösung gefunden. Daran kann man erkennen, was es bedeutet seinen Skischuh von heute auf morgen zu 'verlieren'. Trotzdem hoffe ich, dass mir die Saslong wieder etwas von dem Glück zurückgibt, welches ich zuletzt vermisst habe.

Ski2b: Kannst Du uns die Charakteristik der Saslong-Strecke etwas näher bringen?
Kristian: Sie ist für mich wie ich eine schöne Frau, die mich in ihren Bann gezogen hat: Sie hat einfach alles. Schnell, spektakuläre Sprünge, Gleitpassagen, schwierige technische Passagen und oft schönes Wetter, wie ich es mag.

Ski2b: Welche Perspektiven siehst Du für Dich selbst in Richtung Saison-Highlight, der WM in Bormio 2005? Hoffst Du auf eine Medaille im eigenen Land?
Kristian: Bormio ist eine ganz besondere Strecke. Man könnte sie auch als die schwierigste Strecke im Weltcup bezeichnen. Ich muss meine Ziele für Bormio nach den Rennen der nächsten Wochen neu abstecken. Momentan tue ich mich schwer nähere Angaben zu machen.

Ski2b: Der Italienische Ski-Verband tut sich derzeit in finanzieller Hinsicht recht schwer. Könnte die angespannte Finanz-Situation Auswirkungen auf Eure Arbeit (Training, Reisen, medizinische Betreuung etc.) haben?
Kristian: Momentan gibt es viele Spekulationen, Gerüchte und Kommentare dazu, aber ich glaube irgendwie wird es schon gehen. Glaubt Ihr etwa, dass das italienische Team bei den Olympischen Spielen in Turin 2006 nicht antreten wird?! Das kann ich mir einfach nicht vorstellen. Schon alleine deshalb, weil der Ghedina dort ja noch eine Medaillle gewinnen will:-)

Ski2b: Vielen Dank für das Interview und wir wünschen Dir viel Erfolg in den nächsten Rennen.
Kristian: Danke schön.
Weiterführende Informationen:
Homepage Kristian Ghedina
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