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St. Moritz ging daneben

Eveline Rohregger am 15.02.2003 - 10:48 Uhr
Hallo Skifreunde!

Enttäuschung:
Leider habe ich von der Weltmeisterschaft in St. Moritz nichts Gutes zu berichten. Es ging so richtig alles in die Hose. Ich will aber keine Ausreden suchen - deshalb habe ich auch lange gewartet, bis ich diesen Bericht schreibe.

Unzufrieden:
Ich muss den Tatsachen in die Augen schauen: Mein Abschneiden bei der Weltmeisterschaft war eine Katastrophe. Ich hatte mir so viel vorgenommen; vielleicht war genau das ein Grund für mein schlechtes Resultat. Nichts hat so geklappt, wie ich mit das vorgestellt habe.

Ursachenforschung:
Ich kann einige Gründe für meine Leistungen bei der WM nennen, die aber mit Sicherheit nicht als Ausrede herhalten sollen. Zum einen habe ich sehr großen Druck verspürt - ich wollte allen beweisen, dass meine Aufstellung gerechtfertigt war. Und ich wollte das Rennen meiner Rennen überhaupt fahren. Dann kam noch dazu, dass ich nicht die richtige Abstimmung mit dem Material gefunden habe. Und das Ganze ergab schließlich, dass ich ein schlechtes Rennen fuhr und so unter Wert geschlagen wurde.

Nach vorne Blicken:
Ich will dieses Rennen, das leider die Weltmeisterschaft war, so schnell wie möglich vergessen. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte mal sieben Sekunden hinter der Bestzeit war. Nicht mal unter den ersten 30 nach dem ersten Durchgang bin ich gewesen. Nicht umsonst sagte ich nach dieser Enttäuschung, dass ich mir beim Fahren vorgekommen bin wie eine Exotin. Mein Bestes geben und eine Medaille holen, das war das Ziel - es ging, wie bereits gesagt, richtig schief.

Richtigstellung:
Ich möchte noch etwas klarstellen: Gitti Obermoser und ich haben uns nicht gestritten. Ich kann nicht mal sagen, ob sie diese Aussagen, die durch die Medien um die Welt gegangen sind, wirklich von ihr gesagt wurden. Wir werden am Montag in Innsbruck zusammen Super-G trainieren und dann wird auch die Zeit sein, miteinander zu reden. Ich finde es schade, dass Gitti und ich auf unserer Homepage über das Gästebuch beschimpft werden. Es kann werder Gitti noch ich etwas dafür. Wer weiß schon, ob Gitti diese Aussagen gemacht hat, und ich bin auch nicht absichtlich langsam gefahren. Lieber wäre mir mit Sicherheit gewesen, ich wäre ein schnelles Rennen gefahren und hätte meine Aufstellung so nachhaltig gerechtfertigt. Doch das Ergebnis gibt niemandem das Recht, derart über Gitti oder über mich zu urteilen.

Weiter geht es:
Wie gesagt: Ich will dieses Rennen so schnell wie möglich vergessen und konzentriere mich auf die kommenden Rennen. Entsprechend werde ich am Montag in Innsbruck trainieren und im Anschluss FIS-Super-G-Rennen fahren. Der Rest der Mannschaft wird Abfahrten in Spanien bestreiten; ich wünsche allen viel Glück. Auch - und in dieser Situation besonders - Gitti Obermoser. Die nächsten wichtigen Rennen für mich sind in Innsbruck, und da kann es nur mehr besser gehen als zuletzt in St. Moritz.

Oder nicht?
Gerade nach einem Rennen und einem solchen Abschneiden in St. Moritz erkennt man, wer ein richtiger Fan ist. Wer zu einem steht. Egal, ob es einmal nicht so gut läuft. Ich hoffe, die meisten sehen das auch so. So ist nun mal der Sport.

Eveline
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