Der Streit zwischen Österreichischem Skiverband (ÖSV) und dem Österreichischen Olympischen Comite (ÖOC) geht weiter. ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel äußerte am Tag nach der Urteilsverkündung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) Verständnis für die verhängten Sanktionen, sieht die Schuld aber nicht allein beim Skiverband. Derweil wächst auch von politischer Seite der Druck auf Schröcksnadel, um weiteren Schaden von der Olympia-Bewerbung Salzburgs abzuhalten.
1 Million Dollar Strafe
Eine Million Dollar, die zweckgebunden für den Anti-Doping-Kampf eingesetzt werden, hatte das IOC als Strafe für die Turiner Dopingaffäre festgesetzt, einen Ausschluss Österreichs von den kommenden Spielen aber vermieden. Die Alpenrepublik gilt las Wiederholungstäter, das nach Vorfällen bei Olympia 2002 in Salt Lake City das betreffende Personal nicht ausgetauscht wurde. Vor allem Langlauftrainer Walter Mayer war 2002 in die 'Blutbeutelaffäre' verstrickt und dennoch 2006 wieder im Olympialager der Österreicher angetroffen worden. Danach folgte eine groteske Flucht, die dem Ansehen des Skisports in Österreich sicherlich nicht förderlich war.
Schröcksnadel weist Vorwürfe zurück
Die in einer Pressemitteilung am 24. Mai veröffentlichten Vorwürfe des ÖOC wies Schröcksnadel nun zurück und warf wiederum Leo Wallner vor, dich in der Doping-Frage beim Skiverband 'abputzen' zu wollen. Für Akkreditierungen bei den Spielen sei schließlich das ÖOC verantwortlich, genauso wie für die Olympia-Mannschaft. Immerhin einen Teil der Schuld wollte Schröcksnadel für den ÖSV akzeptieren.
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Salzburgs Bewerbung nicht tot
Auch von politischer Seite wächst dennoch der Druck auf Schöcksnadel. Politiker verschiedener Fraktionen forderten seinen Rücktritt und ein unmissverständliches Signal, dass die Null-Toleranz-Linie des IOC beim Thema Doping auch in Österreich gilt. Gerade der Zeitpunkt dieser Debatte könnte für den Olympia-Kandidaten Salzburg nämlich nicht schlechter kommen. In rund zwei Monaten werden die Winterspiele 2014 in Guatemala vergeben, bislang konnte die Mozartstadt sich als aussichtsreicher Bewerber fühlen. Dennoch gibt man sich dort weiter optimistisch. Schließlich wolle das IOC die Vergabe und das Strafverfahren nicht vermischen. Ob das die Delegierten in acht Wochen auch so sehen, wird sich dann am Ergebnis zeigen.