Der Unfall von Beltrametti: Alles Wahnsinn, oder was?
Armin Bittner am 09.12.2001 - 20:12 Uhr
Es waren sportlich sensationell schöne, interessante, ja begeisternde Herren-Rennen, die wir in Val d'Isere erlebt haben. Vielleicht sogar die besten, die je dort stattfanden. Höchstanspruchsvolle Kurse, pickelharte und bestens präparierte Pisten, Kaiserwetter und Athleten, die - allen voran Stephan Eberharter (AUT) und der Amerikaner Bode Miller - für glänzenden Sport gesorgt haben.
Die Frage nach dem 'Warum?'
Die bedrückende Nachricht der Querschnittslähmung des Schweizer Abfahrers Silvano Beltrametti stellt jedoch für den Außenstehenden berechtigterweise die Wertigkeit des alpinen Skisports in Frage, permanent genährt von nach jedem Zwischenfall immer wiederkehrenden Fragen nach dem "Warum". Wie kann denn so etwas passieren? Was oder wer ist schuld daran? Sind die Sicherheitsvorkehrung überhaupt ausreichend? Oder ist gar das Material wieder daran schuld?
Zweifellos ist die Gefahr, einen Fahrfehler heutzutage nicht mehr korrigieren zu können, größer als vielleicht noch vor einigen Jahren. Es kommt also häufiger zu einem Sturz, aber nicht zu vergessen, es geht immer irgendein Fehler des Athleten voraus. Was die Auswirkungen von Unfällen anbetrifft, muss man bei der gegenwärtigen Situation erst einmal Bewusstsein schaffen, dass der Fall Cavagnoud in keinster Weise in die gleiche Schublade gehört, wie die Trainingsunfälle von Eckert, Trinkl, Franz und nun das bedauernswerte Schicksal des Silvano Beltrametti.
Eigentlich müssten uns doch noch allen die schweren Stürze eines Klaus Gattermann oder Pietro Vitalini in Kitzbühel, eines Hermann Maier bei den olympischen Spielen von Nagano, die brutalen Szenen eines im Zielhang der Lauberhorn-Abfahrt praktisch verbluteten Gernot Reinstadler und natürlich auch Ulrike Maier's Todessturz von Garmisch-Partenkirchen bestens in Erinnerung sein, um nur einige Beispiele zu nennen.
Wer hat Schuld?
Fast immer wurden die gleichen Fragen laut. Schuldige wurden gesucht. Es geht also jedes Mal wieder von vorne los. Wann wird es endlich in unsere Köpfe gehen, dass gerade der alpine Abfahrtssport eine nicht nur unterhaltsame, sondern auch höchstgefährliche Angelegenheit für Leib und manchmal leider auch Leben der Athleten ist, immer schon gewesen ist und so lange es ihn noch geben wird, auch bleibt. Daran können x-mal verbesserte Sicherheitsvorkehrung und auch eine Rückkehr zum Material der achtziger Jahre kein bisschen ändern. Die fatale Situation beim Sturz von Silvano Beltrametti hätte genauso bereits vor zehn Jahren passieren können. Eine solche ist eigentlich immer mit dem Zusammentreffen aller nur möglichen ungünstigen Umstände verbunden, wobei - und dies soll an dieser Stelle auch gerne noch einmal wiederholt sein - immer menschliches Versagen, sprich ein Fahrfehler - und wenn es nur ein noch so kleiner ist - die Problematik auslöst.
Nur nach Unfällen von Spitzenfahrern wird Kritik laut
Das Makabere an der ganzen Sache ist zudem der Focus der Öffentlichkeit allein auf die Spitzenfahrer. Verschneidet heute ein Topmann und reißt sich die Bänder im Knie, wird eine große Diskussion entfacht. Widerfährt dieses Schicksal einem "unbedeutenden" Fahrer mit der Startnummer 64, kräht kein Hahn danach.
Es ist eben wie mit den Lawinen : Man kann soviel Geld in Verbauungen investieren, wie man will, es wird jedoch immer mal eine runter kommen und bei ungünstigen Umständen auch Opfer fordern.
Die Frage nach dem 'Warum?'
Die bedrückende Nachricht der Querschnittslähmung des Schweizer Abfahrers Silvano Beltrametti stellt jedoch für den Außenstehenden berechtigterweise die Wertigkeit des alpinen Skisports in Frage, permanent genährt von nach jedem Zwischenfall immer wiederkehrenden Fragen nach dem "Warum". Wie kann denn so etwas passieren? Was oder wer ist schuld daran? Sind die Sicherheitsvorkehrung überhaupt ausreichend? Oder ist gar das Material wieder daran schuld?
Zweifellos ist die Gefahr, einen Fahrfehler heutzutage nicht mehr korrigieren zu können, größer als vielleicht noch vor einigen Jahren. Es kommt also häufiger zu einem Sturz, aber nicht zu vergessen, es geht immer irgendein Fehler des Athleten voraus. Was die Auswirkungen von Unfällen anbetrifft, muss man bei der gegenwärtigen Situation erst einmal Bewusstsein schaffen, dass der Fall Cavagnoud in keinster Weise in die gleiche Schublade gehört, wie die Trainingsunfälle von Eckert, Trinkl, Franz und nun das bedauernswerte Schicksal des Silvano Beltrametti.
Eigentlich müssten uns doch noch allen die schweren Stürze eines Klaus Gattermann oder Pietro Vitalini in Kitzbühel, eines Hermann Maier bei den olympischen Spielen von Nagano, die brutalen Szenen eines im Zielhang der Lauberhorn-Abfahrt praktisch verbluteten Gernot Reinstadler und natürlich auch Ulrike Maier's Todessturz von Garmisch-Partenkirchen bestens in Erinnerung sein, um nur einige Beispiele zu nennen.
Wer hat Schuld?
Fast immer wurden die gleichen Fragen laut. Schuldige wurden gesucht. Es geht also jedes Mal wieder von vorne los. Wann wird es endlich in unsere Köpfe gehen, dass gerade der alpine Abfahrtssport eine nicht nur unterhaltsame, sondern auch höchstgefährliche Angelegenheit für Leib und manchmal leider auch Leben der Athleten ist, immer schon gewesen ist und so lange es ihn noch geben wird, auch bleibt. Daran können x-mal verbesserte Sicherheitsvorkehrung und auch eine Rückkehr zum Material der achtziger Jahre kein bisschen ändern. Die fatale Situation beim Sturz von Silvano Beltrametti hätte genauso bereits vor zehn Jahren passieren können. Eine solche ist eigentlich immer mit dem Zusammentreffen aller nur möglichen ungünstigen Umstände verbunden, wobei - und dies soll an dieser Stelle auch gerne noch einmal wiederholt sein - immer menschliches Versagen, sprich ein Fahrfehler - und wenn es nur ein noch so kleiner ist - die Problematik auslöst.
Nur nach Unfällen von Spitzenfahrern wird Kritik laut
Das Makabere an der ganzen Sache ist zudem der Focus der Öffentlichkeit allein auf die Spitzenfahrer. Verschneidet heute ein Topmann und reißt sich die Bänder im Knie, wird eine große Diskussion entfacht. Widerfährt dieses Schicksal einem "unbedeutenden" Fahrer mit der Startnummer 64, kräht kein Hahn danach.
Es ist eben wie mit den Lawinen : Man kann soviel Geld in Verbauungen investieren, wie man will, es wird jedoch immer mal eine runter kommen und bei ungünstigen Umständen auch Opfer fordern.
Weiterführende Informationen:
| Homepage von Armin Bittner |
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