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Kostelic und Raich deklassieren die Konkurrenz

Armin Bittner am 14.01.2001 - 15:41 Uhr
Slalom der Damen:
Eigentlich war es bis zuletzt recht spannend beim sechsten Weltcup-Slalom der Damen in Flachau. Doch dann kam in mittlerweile gewohnter Manier die Kroatin Janica Kostelic als Führende des ersten Laufes ins Ziel und es blieb erneut wieder nur die Feststellung, dass dieses Mädchen ganz einfach ( derzeit zumindest) eine Klasse besser ist, als der Rest der Welt. Mit spielender Leichtigkeit und vielleicht ein wenig mehr Risiko als im 1. Durchgang lag sie am Ende fast eineinhalb Sekunden vor den zeitgleich Zweitplazierten Köllerer (AUT) und Pequegnot (FRA). Und wie schon bei ihren vergangenen fünf Siegen in den bisherigen Saisonslaloms wurde erneut überdeutlich, dass eine Kostelic neben ihrer kompakten Körperposition zentral über dem Ski eben auch eine sehr viel intelligentere (rundere) Linie wählt, um den Beschleunigungseffekt, den das Material zulässt auch voll auszunützen.

Kroatin gewinnt auch Kombination:
Satte zweihundert Weltcuppunkte und die erneute Führung in der Gesamtwertung nimmt sie aus Flachau mit auf den Weg zu den nächsten Rennen nach Cortina d’Ampezzo, nachdem ihr nach der tollen Slalomdarbietung auch noch der Kombinationssieg mit der Abfahrt von Haus beschert wurde.

Zwei DSV-Mädchen im Finale:
Zwei deutsche Mädchen hatten sich immerhin für den zweiten Durchgang qualifiziert. Die Leistung von Monika Bergmann war jedoch auch hier abermals recht enttäuschend und für eine Weltmeisterschaftsteilnahme eigentlich ungenügend. Steffi Wolf aus Mittenwald war nach überstandener langer Verletzungspause mit hoher Startnummer endlich auch einmal die Finalteilnahme geglückt. Ihre Ansätze waren durchaus hoffnungsvoll, zumal sie auch im zweiten Lauf im Gegensatz zu Bergmann sehr offensiv an ihre Aufgabe heranging und am Ende auch noch deutlich vor ihrer Teamkollegin auf Rang 23 landete. Darauf lässt sich aufbauen.

Fünffach Erfolg der Österreicher beim Lauberhornslalom:
Aufbauen müssen die Österreicher im Moment nicht, wohl eher abbauen, denn nach dem großartigen fünffach Sieg im Slalom von Wengen werden deren Trainer in der Tat harte Entscheidungen treffen müssen, wer denn nun in gut drei Wochen beim WM-Slalom in St. Anton die vier Startplätze belegen darf. Eigentlich eine Farce, aber so sind nun mal die zweifelhaften Regeln des internationalen Skiverbandes, die auf guter alter Tradition beruhen, mit Sport aber herzlich wenig zu tun haben.

Wengen bot Sport-Spektakel:
Echten Sport gab’s hingegen bei ungemein schwierigen Bedingungen auf der Piste zu bewundern. Und gerade aufgrund des Qualifikationsdrucks im österreichischen Lager ist hier besondere Anerkennung zu zollen, speziell wie sich auch der Sieger Benjamin Raich den ungemein selektiven Hang in Wengen bei miserablen Sichtbedingungen hinunterkämpfte. Denn für das richtig schöne Slalomfahren, dazu ist diese traditionsreiche Strecke wahrlich nicht geschaffen. Trotzdem es war ein Spektakel. Raich - wie Kostelic bei den Damen fast eineinhalb Sekunden - vor Schönfelder, Matt, Seer und Kilian Albrecht. Kitzbühel am kommenden Wochenende wird ein ganz heißer Tanz und das nach diesem Slalomergebnis wohl nicht nur beim Abfahrtslauf.

DSV begrub Hoffnungen im Schnee:
Die deutschen Hoffnungen wurden wieder einmal im Schnee begraben. Andreas Ertl schied bei seinem Comeback nach zwei Kreuzbandrissen im 1.Lauf aus. Markus Eberle widerfuhr dieses Schicksal nach einer (mittel-) mäßigen Leistung im zweiten Durchgang.
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