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Deutsches Damen-Team mit starkem Kanada-Wochenende

Armin Bittner am 03.12.2000 - 13:54 Uhr
Die drei Weltcup-Bewerbe der Damen in Lake Louise haben den Fernsehzuschauer zwar nicht gerade vor Attraktivität vom Sessel gerissen, selten zuvor jedoch in der jüngeren Vergangenheit... hat das gesamte deutsche Team eine so überzeugende Leistung abgegeben.

Wie so schon so oft bei Speed-Bewerben haben die äußeren Bedingungen mal wieder kräftig Einfluss genommen, speziell bei den beiden Abfahrtsläufen. Unterschiedliche Sichtbedingungen und zum Teil möchte man am Fernsehschirm auch die ein oder andere größere Unregelmäßigkeit der Windverhältnisse gerade im oberen Streckenteil erkannt haben.

Martina Ertl gehörte hier wohl nicht unbedingt zu den Nutznießern, zeigte aber wie immer letzten Einsatz und wurde nach ihrem kleinen Black-out in der ersten Abfahrt zurecht mit einem guten Ergebnis in der Zweiten und dem dritten Platz im Super-G belohnt. Und dies auf einer Strecke, die nicht unbedingt maßgeschneidert für ihre Stärken ist und die kleinsten Fehler gerade vor und in den Flachstücken gnadenlos bestraft.

So war es auch kein Wunder, dass die drei Lake Louise-Siegerinnen Isolde Kostner (ITA), Renate Götschl (AUT) und Petra Haltmayr jeweils wirklich eindrucksvolle Erfolgsfahrten ablieferten, die von absolutem Risiko im einzig schwierigen Mittelabschnitt geprägt waren und mit dem richtigen Gerät unter den Beinen ließ sich dann eben auch die nötige Geschwindigkeit Richtung Ziel mitnehmen.

Petra Haltmayr hat den Durchbruch nun wohl zweifelsohne endgültig gepackt. Ein Mädchen, das wie wenige andere auch optisch gut sichtbar immer an die Grenzen geht und daher auch zu jedem Zeitpunkt ein großes Risiko eingeht, Fehler zu machen oder gar zu stürzen. Ein Charakter also, den man braucht, um Rennen zu gewinnen. Hoffentlich hat sie auch weiterhin ein sensibles Gefühl für diese Gratwanderung, dann könnte da noch einiges kommen......

Erstmals haben wir auch Hilde Gerg nach ihrer schweren Verletzung wieder auf der Abfahrt verfolgen dürfen. Respekt und Unsicherheit waren zweifellos deutlich erkennbar. Den enormen Trainingsrückstand eingerechnet, war es jedoch war allemal positiv, wie sie sich taktisch geschickt wieder an die hohen Geschwindigkeiten herantastet. Es wäre auch fatal, jetzt zu glauben, man müsse hier etwas über`s Knie brechen, speziell auch unter dem Eindruck der Erfolge ihrer Mannschaftskolleginnen. Möglicherweise ist es sogar sinnvoll, diesen ganzen Winter trotz einer Weltmeisterschaft in St. Anton als Aufbauphase anzusehen. Denn es gibt auch in der kommenden Saison 2001/2002 Ziele................und hierfür ließe sich locker auch Verständnis aufbringen.

Besonders erfreulich war aber auch das Auftreten der restlichen deutschen Mädchen. Sybille Brauner bestätigte ihre Leistungen aus der vergangenen Saison, sollte sich aber noch steigern können.

Die beiden Youngster`s Alexandra Grauvogel und Isabelle Huber haben wirklich sehr positiv auf sich aufmerksam gemacht.

Auch wenn es sich doch eher um leichte Strecken handelte, lassen ihre Zeitrückstände durchaus darauf hoffen, dass sich da “etwas“ entwickeln könnte. Gerade Isabelle Huber hat mit der letzten Startnummer Tugenden bewiesen, die man bei keiner andern feststellen konnte, die da hinten mit den hohen Nummern die Statistik vervollständigten, als unten bereits gefeiert wurde. Rotzfrech und technisch sehr ordentlich. Weiter so ! Alles “Andere“ sollte man da nicht überbewerten.
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