Mit seinem Sieg beim abschließenden Super-G in Bormio hat der Österreicher Hannes Reichelt Didier Cuche aus der Schweiz den Disziplinen-Weltcup vor der Nase weggeschnappt. Während Reichelt das letzte Rennen der Saison gewann, kam Cuche nicht über Rang 16 hinaus und verpasste so die Punkteränge.
Cuche nach seinem Lauf nur Zwölfter
In einem zunächst unspektakulären Super-G setzte Hannes Reichelt das erste Zeichen. Dem Österreicher, der vor dem Rennen 99 Punkte hinter Cuche lag, waren nur noch theoretische Chancen eingeräumt worden. Der 27-Jährige setzte mit 1:45,00 Minuten eine neue Bestzeit. So wurde der Schweizer Didier Defago, der bis dahin auf Platz eins lag, um eine Hundertstel geschlagen. Christoph Gruber, 89 Punkte zurück, schied im Zielbereich nach einer total verkorksten Fahrt aus. Didier Cuche, der Führende in der Super-G-Wertung, kam mit dem drehenden Kurs auch nicht so gut zurecht. Der Schweizer kam als Zwölfter ins Ziel.
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Schweizer macht Österreicher zum Sieger
Rang 15, der beim Weltcup-Finale als letzter Platz noch Punkte gibt, hätte Cuche gereicht. Er musste aber zusehen, wie noch vier Athleten schneller waren als er selbst: "Ich habe im Ziel gleich vermutet, dass es nicht aufgeht." Ausgerechnet sein Landsmann Daniel Albrecht sorgte letztendlich dafür, dass Cuche auf Rang 16 zurückfiel. Dennoch suchte Cuche im Ziel nach Positivem: "Ich war konstant über die Saison und bin super glücklich in Kitzbühel die Abfahrt gewonnen zu haben."
Knappste Entscheidung seit 1988
Reichelt dagegen war überglücklich. "Unglaublich, es war so spannend! Ich kann es noch gar nicht fassen. Wenn ich es nicht spüren würde, könnte ich es gar nicht glauben", sagte er. Mit einem Punkt Vorsprung war zuletzt 1988 eine Kristallkugel vergeben worden. Damals hatte der Schweizer Pirmin Zurbriggen ebenfalls im Super-G das bessere Ende gegenüber Markus Wasmeier für sich (58:57).
Gorza zum zweiten Mal auf dem Podium
Dritter auf dem Tagespodium wurde Ales Gorza. Der Slowene konnte den Vorteil der niedrigen Startnummer nutzen und als Erster auf der Stelvio-Piste eine Zeit vorlegen, die nur noch von Defago und Reichelt unterboten wurde. Für Gorza war es nach dem dritten Platz von Whistler (CAN) bei den olympischen Testrennen im Februar erst der zweite Podiumsplatz.
Raich wird Dritter - Miller auf Kurs
Im Super-G-Weltcup fuhr Benjamin Raich mit einer guten Leistung und Platz vier noch auf den dritten Platz vor. Hinter Reichelt (341) und Cuche (340) erreichte Raich 286 Punkte über die gesamte Saison. Mit Rang zwölf beim letzten Super-G-Rennen vergrößerte Bode Miller seinen Vorsprung im Gesamtweltcup auf Didier Cuche weiter. Der US-Amerikaner liegt nun zwei Rennen vor Saisonende mit 1.409 Zählern schon 191 Punkte vor Cuche (1.218). Raich (1.173) könnte den Schweizer sogar noch von Rang zwei verdrängen. Dies ist bei zwei technischen Wettbewerben durchaus möglich.
Einziger DSV-Starter nicht im Ziel
Der einzige deutsche Starter, Junioren-Weltmeister Andreas Sander aus Ennepetal, schied bei seinem ersten Weltcup-Rennen in Sichtweite des Ziels aus. Das Schicksal teilte er mit sechs weiteren der 27 Starter. "Das war der schwerste Super-G, den ich in meinem Leben gefahren bin", sagte der 18-Jährige.