Bode Miller hat nach knapp einem Jahr Durststrecke wieder einen Weltcup-Sieg gefeiert. Der alpine US-Skistar gewann die traditionsreiche Abfahrt im italienischen Bormio mit 45 Hundertsteln vor Andreas Buder (AUT) und Jan Hudec (CAN).
In Bormio 2005 Doppelweltmeister geworden
Fast ein Jahr lang musste Bode Miller auf einen Sieg im alpinen Ski-Weltcup warten. Bei der Abfahrt im italienischen Bormio, wo der US-Amerikaner 2005 Doppel-Weltmeister geworden war, platzte aber endlich der Knoten. Miller fuhr auf der Stelvio-Piste in 2:00,57 Minuten zum Sieg und verwies den Österreicher Andreas Buder (2:01,02) und den Kanadier Jan Hudec (2:01,11) deutlich auf die Plätze.
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Miller nahezu fehlerlos
Zuletzt hatte das 30 Jahre alte "Enfant terrible" am 13. Januar bei der Abfahrt im schweizerischen Wengen triumphiert. Es war der insgesamt 26. Weltcup-Triumph seiner Karriere. Miller meisterte die stark vereiste und über drei Kilometer lange Strecke als einziger der Favoriten nahezu fehlerlos. "Mein Selbstvertrauen war nie weg. Das ist die Bestätigung für das, was ich tue", sagte Miller, der sich seit Saisonbeginn als Solist ohne die Unterstützung des US-Teams durch den Weltcup-Zirkus bewegt.
Jerman und Guay bestätigen Trainingsleistungen
Die beiden Sieger der Trainings konnten zwar nicht ganz in den Kampf um das Podest eingreifen, bestätigten aber mit ihren Ergebnissen, dass sie zu den besten Abfahrern auf der schwierigen Stelvio gehören. Andrej Jerman aus Slowenien wurde Fünfter, der Kanadier Erik Guay fuhr auf den achten Rang.
Vorjahressieger Walchhofer nur auf Rang 19
Mehrere Top-Läufer mussten den hohen Anforderungen in Bormio Tribut zollen und wurden beim Rodeo von der berühmt-berüchtigten Stelvio fast abgeworfen. Favorit Michael Walchhofer konnte einen Sturz nur mit großer Mühe vermeiden. Der Österreicher hatte 2006 an gleicher Stelle beide Abfahrten gewonnen, kam nun aber nur auf Platz 19. Seine Führung in der Abfahrtswertung behielt er dennoch. Marco Büchel war wie Walchhofer gut unterwegs. Aber auch der Liechtensteiner wurde Opfer der schwierigen Verhältnisse und konnte einen Abflug nur knapp verhindern. Er konnte die Linie nicht halten und verpasste ein Tor.
Miller mit schmerzverzerrtem Gesicht im Ziel
Bode Miller war die große Anstrengung noch Minuten nach seiner Zieldurchfahrt anzusehen. Mit schmerzverzerrtem Gesicht fasste er sich mehrfach an die übersäuerten Oberschenkel, jubeln konnte der Abfahrts- und Super-G-Weltmeister von Bormio 2005 erst später bei der Siegerehrung. "Es war eine sehr, sehr schwere Fahrt. Am Ende ging es nur noch darum, überhaupt ins Ziel zu kommen. Aber ich habe die richtige Balance zwischen Risiko und Taktik gefunden", sagte er.
Patzer verhindert besseres Ergebnis bei Keppler
Die beiden deutschen Starter hatten beim Kampf mit dem Gelände weniger Erfolg: Stephan Keppler wurde 27., Johannes Stehle fuhr auf Rang 37. Damit waren die beiden nicht zufrieden. Keppler durfte sich über ein starkes letztes Teilstück freuen, in dem er schneller war als Miller - Fehler im oberen Teil kosteten ihn aber eine bessere Platzierung. "Ich ärgere mich über die Patzer, aber es ist schön, Punkte geholt zu haben", sagte er.
Raich bleibt im Gesamtweltcup vorne
Im Gesamt-Weltcup machte Miller mit den 100 gewonnenen Punkten und nun 406 Zählern einen Sprung auf Platz drei. In Führung bleibt der Österreicher Benjamin Raich (523) vor Didier Cuche aus der Schweiz (503), der Vierter wurde. Im Abfahrtsweltcup liegt Didier Cuche weiterhin hinter Walchhofer auf Rang zwei. Dritter in der Disziplinenwertung ist nach vier Rennen Bode Miller.