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Michael von Grünigen ist der neue Weltmeister im Riesenslalom der Herren

Ski2b Redaktion am 08.02.2001 - 15:21 Uhr
Der Schweizer hat sich in einem perfekten zweiten Lauf in einer Gesamtzeit von 2.23.80 Min. vor dem Norweger Kjetil-Andre Aamodt (Platz 2, 2.24.15 Min.) und dem Franzosen Frederic Covilli (Platz 3, 2.24.18 Min.) zum zweiten Mal nach 1997 den WM-Titel in dieser Disziplin gesichert.

Erstes Gold für die Schweiz:
Nach dem ersten Lauf, den von Grünigen noch vorsichtig angegangen war, lag der Weltcupführende noch auf Rang vier. „Im zweiten Lauf bin ich mit mehr Risiko gefahren“, resümiert ein überglücklicher Sieger im Ziel. Im oberen Abschnitt schien die finale Fahrt noch etwas verhalten, doch von Tor zu Tor forcierte der 31-jährige das Tempo, fand die Ideallinie und fuhr im unteren Abschnitt allen anderen davon und sicherte der Schweiz das erste Gold bei dieser WM.

„Silber war wie ein Sieg für mich“
Aamodt, der zweite des Riesenslaloms, fühlt sich durchaus nicht geschlagen. Im Gegenteil. Nachdem es diese Saison für den ruhigen Norweger nicht gut lief, gehört er mit seinem Gold in der Kombination und der Silbermedaille im Riesenslalom zu den großen Gewinnern der WM. Ganz entspannt kann sich der Allrounder nun noch auf den Slalom vorbereiten, wo er noch mit einigen Medaillen-Ambitionen an den Start geht.

Überraschungsdritter:
Den Franzosen Frederic Covilli hatte wohl niemand bei der Medaillenvergabe auf der Rechnung. Als fünfter nach dem ersten Durchgang erkämpfte er sich mit seiner besten Saisonleistung überraschend Edelmetall und ließ Top-Favorit Maier als Vierten ohne Medaille in der Sonne von St. Anton zurück.

Maier geht ohne Gold nach Hause:
Drei Goldene sollten es werden für den "Herminator" Maier. Nach diesem Tag steht fest: Maier fährt ohne Gold in seine Heimat Flachau zurück. Einmal Silber, einmal Bronze und beim Riesenslalom nicht mal auf dem Stockerl. Mit einer Zeit von 2.24.19 Minuten reichte es nur zum undankbaren vierten Platz. Seine Bilanz fällt dementsprechend nüchtern aus: „Ich hab Pech gehabt, war immer knapp dran am Sieg. Zum Schluss fehlte die letzte Konsequenz und Aggressivität.“

Florian Eckert:
Pech hatte auch Florian Eckert aus Bad Tölz, Überraschungsdritter der Abfahrt. Den 1. Durchgang beendete er auf Platz 23. Eine respektable Ausgangsposition des WM-Neulings für den zweiten Durchgang. Hier schied Eckert bereits nach wenigen Toren aus, nachdem sich ein Ski gelöst hatte. Akrobatisch holte er den vorausfahrenden Ski wieder ein. Er zeigte sich später keineswegs verärgert: „Das kann passieren, niemand hat Schuld“.

Anspruchsvolle Piste:
Die Riesenslalomstrecke „Fang“ gehört zu den anspruchvollsten Streckenprofilen auf der Welt. Der Start liegt auf 1.778 Metern, das Ziel in einer Höhe von 1332 Metern. Damit haben die Athleten eine Höhendifferenz von 446 Metern zu überwinden. Der schwedische Trainer Krug hat den 2. Durchgang ausgeflaggt. Bereits im 1. Durchgang scheiterten viele Fahrer an der schwierigen Übergangskante vom Steilhang in den Bereich der Sonnenwiese.

Ordentliche Bedingungen:
Viel wurde im Vorfeld über die Beschaffenheit der Piste diskutiert, die Strecke am Arlberg hielt jedoch. Die Organisatoren hatten den Schnee mit chemischen Zusätzen bearbeitet, um der Piste Feuchtigkeit zu entziehen. Dadurch kam mehr Härte in den Grund der Fahrrinne. Genau 102 Rennläufer hatten sich für den Riesenslalom angemeldet. Nur die besten 30 Fahrer hatten dann im Finale die Chance, den Kampf um die Medaillen aufzunehmen.

WM bleibt Publikumsmagnet:
Schon am frühen Donnerstag um 10:00 Uhr war das Skistadion prallgefüllt mit Menschen. St. Anton steht eindeutig im Licht der Öffentlichkeit. Als Austragungsort der alpinen Ski-Weltmeisterschaften gefällt der Tiroler Ort am Arlberg und erhält zu Recht die volle Aufmerksamkeit der Wintersport-Fans. Über 30.000 Zuschauer machten aus dem 1. Durchgang des WM-Riesenslaloms erneut ein Happening. Die Stimmung steigerte sich dann im Finaldurchgang in südländische Dimensionen. Die Fanclubs der einzelnen Stars lieferten sich lautstarke Anfeuerungsduelle, die vom Stadionsprecher mit zünftigen Kommentaren weiter angeheizt wurden.
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