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Daron Rahlves entreißt den Österreichern Super-G Gold

Ski2b Redaktion am 30.01.2001 - 15:44 Uhr
Die erste Goldmedaille bei den Herren ist vergeben. Der US-Amerikaner Daron Rahlves gewann den WM-Super-G in St. Anton auf der Karl-Schranz-Strecke in der Zeit von 1.21.46 Min. vor den beiden Österreichern Stefan Eberharter (1.21.54 Min.) und Hermann Maier (1.21.69 Min.).

US-Boy setzt Tradition der Nordamerikaner fort:
Bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen zeigen die Nordamerikaner stets, dass sie ausgesprochene Wettkampf-Typen sind. So auch beim WM-Super-G in St. Anton. Der Skifachwelt war der Sieger Daron Rahlves auch schon vor diesem denkwürdigen Tag ein Begriff. Ein Nobody ist der 27jährige US-Boy daher nicht, an Plätze unter den Top 10 hat sich das erfolgshungrige Team aus den Vereinigten Staaten seit diesem Winter wieder gewöhnen dürfen. Die Olympischen Spiele in Salt Lake City 2002 lassen grüßen. Rahlves legte einen fehlerfreien Lauf hin und entriss den österreichischen Gastgebern in 1.21.46 Min. den Titel. „Ich bin ziemlich überrascht. Ich wusste nur, dass ich seit Kitzbühel ein Lauf habe. Das ist eine tolle Sache, vor so vielen Leuten zu fahren und ich war absolut motiviert.

Stefan Eberharter holt Silber:
Vor zehn Jahren hatte der Zillertaler bei der WM in Saalbach bereits zwei Mal die Goldmedaille vor heimischen Publikum für Österreich errungen. Umso höher muss ein Dekade später der Gewinn der Silbermedaille beim heutigen WM-Super-G gewertet werden. „Es freut mich, nach zehn Jahren noch einmal bei der Heim-WM zugeschlagen zu haben. Es geht bei mir nicht darum, vor Hermann Maier gewesen zu sein, auch wenn es mir persönlich gut tut.“

Herminator wurde entront:
Hermann Maier ist seit heute Mittag nicht mehr amtierender Weltmeister im Super-G. Noch vor zwei Jahren hatte er bei der WM in Vail triumphiert, als es zeitgleich mit dem Norweger Lasse Kjus (heute undankbarer vierter) zum Patt und damit zur geteilten Goldmedaille kam. Beide Ski-Ikonen gehörten dieses Mal jedoch zu den Geschlagenen. Der Alpen-Vulkan aus Flachau leistete sich bereits unmittelbar nach seinem unnachahmlichen Katapult-Start einen kapitalen „Verdreher“ im Oberkörper. Der dort verlorenen Zeit jagte der Herminator anschließend vergeblich bis ins Ziel hinterher. 1.21.69 Min. standen für den 28jährigen schließlich auf der Anzeigetafel des Zielstadions. Das langte zur Bronzemedaille, für den Siegertyp Maier praktisch schon eine Pleite. Maier gab sich nach dem Wettkampfende leicht ironisch: „Die Bronze-Medaille ist auch ganz nett, mal etwas anderes. Zudem bin ich nach dem Fehler oben im unteren Abschnitt noch ganz gut gefahren. 30 Sekunden mehr und ich hätte es für mich entschieden. Mir sind die Klett-Verschlüsse des Innenschuhs aufgegangen, da war die Konzentration weg.“ Dem maßlos enttäuschten ÖSV-Aushängeschild blieb nur noch, dem „Sparringspartner“ Daron Rahlves artig zu gratulieren. Immerhin hatten die Österreicher im Vorfeld der WM mit den US-Boys zusammen trainiert und Maier galt als das große Vorbild der Amerikaner schlechthin.

Max Rauffer eröffnete den WM-Super-G:
Quasi als Testpilot nahm die DSV-Hoffnung Max Rauffer das Rennen mit der Start-Nummer 1 in Angriff. Im Zielraum wurde der Deutsche in der Zeit von 1.23.29 Min. gestoppt. Das langte in der Endabrechnung zum 16. Platz. „Ich bin unten an dem einem Tor zu direkt gefahren, aber eigentlich mit meinem Lauf in Anbetracht der Start-Nummer 1 zufrieden. Dieser Daron Rahlves ist sensationell gut gefahren.“

Eckert und Stankalla solide:
Florian Eckert war mit seinem 17. Platz (1.23.33 Min.) zufrieden. "Die Fahrt war recht anständig. Ich wollte nach drei Ausfällen endlich wieder einen Super-G runterbringen." Stefan Stankalla, der den Wettkampf mit der Start-Nummer 18 aufgenommen hatte, konnte nicht ganz an das herausragende Wochenende vom Garmisch anknüpfen, ohne jedoch zu enttäuschen. In der Zeit von 1.23.58 Min. wurde er am Ende 21. „Ich bin nicht zufrieden; ich habe nicht immer den Zug aus den Schwüngen genommen. Die Balance hat nicht ganz gestimmt.“

Besichtigung äußerst wichtig:
Gampenschuss, Eisfall, WM-Sprung heissen die Kriterien der WM-Super-G-Strecke. Die Besonderheit dieser Disziplin zeichnet sich durch die Tatsache aus, dass es den Athleten nicht gestattet ist, den Parcours vor dem Rennen zu befahren. Bis zu 78% Gefälle galt es für die Ski-Cracks zu überwinden. Der stark drehende und wellige Kurs verlangte allen Läufern Kraft und Präzision bei der Linienwahl ab. Dennoch wählte der norwegische Trainer Marius Arnesen, der 40 Tore auf der Karl-Schranz-Strecke ausgeflaggt hatte, auf der griffigen Piste nicht die brutalste aller möglichen Kursvorgaben.

Diesig und leichter Schneefall:
Die Witterungsbedingungen am Tag der ersten WM-Entscheidung bei den Herren ließen einen durchaus regulären Wettkampf zu. Indes hatten alle 55 Fahrer mit den gleichen mäßigen Sichtverhältnissen und leichtem Schneefall zu kämpfen. Die Piste befand sich zwar in einem einwandfreiem Zustand, doch sorgte der Neuschnee dafür, dass sich der WM-Super-G nicht zur Hochgeschwindigkeitsveranstaltung entwickelte.
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