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Novum in Sölden 2002: Drei auf einen Streich

Ski2b Redaktion am 17.10.2008 - 22:05 Uhr
Es ist ein seltsames Bild am 26. Oktober 2002. Auf dem Siegerpodest stehen gleich drei Damen ganz oben. Nicht für das obligatorische Siegerbild für die Presse, bei dem auch die Zweit- und Drittplatzierte kurz ganz nach oben darf . Nein, heute haben es gleich drei Damen geschafft, in Bestzeit einen der schwersten Riesenslaloms des Weltcups zu meistern. Nach zwei Läufen auf dem Rettenbachferner trennte sie nicht einmal eine Hundertstelsekunde. Auf dem Podest jubeln Nicole Hosp, Tina Maze und Andrine Flemmen.

Nur Flemmen startet als Favoritin
Ein Blick zurück. Vor dem Start heißen die Favoritinnen Sonja Nef, Anja Pärson und Michaela Dorfmeister. Auch Janica Kostelic darf man nicht aus den Augen lassen. Von den späteren Siegerinnen startet nur Andrine Flemmen in Startgruppe eins. Als vierte gibt die Norwegerin den Takt vor. Ein toller Lauf – Bestzeit. Tanja Poutiainen aus Finnland und Maria Rienda Contreras aus Spanien bleiben dran. Tina Maze liegt bereits 69 Hundertstel zurück. Dass Niki Hosp ihre 1,21 Sekunden Rückstand auf Platz elf wieder gutmachen kann, glauben wohl nur wenige.

Von 36 auf eins
Dann kommt der zweite Lauf und damit der erste große Weltcup-Auftritt von Nicole Hosp. Mit Startnummer 36 hat sie schon im ersten Lauf gute Arbeit abgeliefert – jetzt folgt die Kür. Mit Staunen sehen die Fans, wie die 58. der Riesenslalomwertung des Vorjahres – Hosp kam immerhin auf zwei Punkte - die Konkurrenz aufmischt. Ihre Zeit wird die Laufbestzeit. Hosp weiß aber noch nicht, wie weit sie gerade nach vorne gefahren ist.



Maze kann Hosp folgen
Es folgen Tanja Schneider (SUI), Hilde Gerg aus Deutschland und die Italienerin Nicole Gius – alle drei patzen und fallen weit zurück. Dann verliert die Schwedin Anja Pärson gute 1,5 Sekunden. Jetzt weiß jeder in Sölden, wie gut Hosp‘s Zeit gewesen ist. Stine Hofgard Nilsen aus Norwegen fährt einen tollen Durchgang, aber auch sie bleibt drei Zehntel zurück. Sie wird später mit der zweitbesten Gesamtzeit des Tages das Treppchen verfehlen. Dann folgt Tina Maze – und egalisiert die Bestmarke. Nun warten zwei Führende im Ziel gespannt auf den Rest des Feldes.

Flemmen gesellt sich zur Siegergarde
Die Favoritinnen schaffen die Bestzeit nicht. Sonja Nef fällt zurück, wird letztlich Sechste. Maria Rienda Contreras schiebt sich einen Rang davor. Tanja Poutiainen muss sich mit Rang neun begnügen. Und was macht Flemmen? Auf der abbauenden Piste kämpft die Norwegerin, doch der Vorsprung schmilzt wie Schnee in der Sonne. Reichen die 1,21 Sekunden? Die Zuschauer halten den Atem an – das wird ganz knapp. Alle starren gebannt auf die Zielanzeige. Und die vermeldet 1:49,91 Minuten. Bestzeit! Der Vorsprung: 0,00 Sekunden. Sölden hat drei Siegerinnen. Ein Novum bis dato, ein traumhafter Einstand in die Weltcup-Saison. Im weiteren Verlauf der Saison 2002/2003 wird Nicole Hosp immerhin Vierte der Riesenslalom-Wertung. Andrine Flemmen sammelt nur noch 132 weitere Punkte, Tina Maze gar nur noch 90, beide im Riesenslalom. Für alle drei war Sölden das Saison-Highlight der Saison 2002/2003.
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