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Pranger wird Slalom-Weltmeister: Neureuthers Aufholjagd mündet auf Rang vier

Ski2b/sid am 15.02.2009 - 15:08 Uhr
Felix Neureuther hat beim WM-Slalom von Val d'Isere die erhoffte Medaille denkbar knapp verpasst. Nach einem schwachen ersten Durchgang zauberte der 24-jährige Partenkirchner im Finale einen Traumlauf in den Schnee und wurde damit noch Vierter. Neureuther fehlten am Ende 0,19 Sekunden zu Bronze, das sich stattdessen der Kanadier Michael Janyk schnappte.

Pranger erlöst Österreich
Neuer Weltmeister ist Manfred Pranger, der Österreichs Männern die erste Goldmedaille in Val d'Isere bescherte. Der 31-Jährige lag in einer Gesamtzeit von 1:44,17 Minuten 0,31 Sekunden vor Lokalmatador Julien Lizeroux, der bereits in der Super-Kombination Silber gewonnen hatte. Neureuther half auch die zweitbeste Laufzeit im zweiten Durchgang nichts mehr. "Ich hab einfach versucht, einen lockeren Lauf herunterzufahren. Ich hab aber die Medaille nicht verdient, der erste Lauf war zu fehlerhaft. Das Ergebnis gibt mir Selbstvertrauen", sagte er und ergänzte in Richtung des Siegers: "Der Manfred Pranger ist so unglaublich nett - wenn es einer verdient hat, dann er."

Spannendes Finish in Val d`Isère
Das Finale war dabei an Dramatik kaum zu überbieten. Die Laufbestzeit setzte Jimmy Cochran aus den USA, der aber nach großem Rückstand nur noch auf Rang zehn vorstoßen konnte. Trotz der zweitbesten Laufzeit von Neureuther wurde dieser vom späteren Bronzemedaillengewinner Michael Janyk bald unterboten. Mehr als Rang zehn schien zu diesem Zeitpunkt für den Deutschen nicht erreichbar.

Ausfallserie der Top-Stars
Doch dann floppten die Führenden in Serie, teils wegen der sehr eisigen Verhältnisse, teil wegen einem tückischen Richtungswechsel, der einige Fahrer in den letzten, sehr direkt gesteckten Toren vor Probleme stellte. Jens Byggmark und Benni Raich fielen aus, genauso Manfred Mölgg. Ted Ligety gelang das Kunststück, im zweiten Tor einzufädeln und damit alle Medaillenchancen wegzuwerfen. Erst Julien Lizeroux kam durch - und war schnell, getragen vom Lärm der vielen tausend Fans.



Grange zeigt wieder Nerven
Einmal mehr verließen dann Jean-Baptiste Grange die Nerven. Wie schon in der Super-Kombination vergab er aussichtsreich seine Position, sein Freund und Mannschaftskamerad Lizeroux verzweifelte im Zielraum stellvertretend für die heimischen Fans. Nach ihm war es an Johan Brolenius, seinen tollen ersten Lauf in ein zählbares Ergebnis umzumünzen, doch auch er erwischte eine Eisplatte und schied aus. Letztlich war es an Manfred Pranger, mit der richtigen Mischung aus Taktik und Angriff den Weltmeistertitel abzusichern.

Viele Ausfälle
Bereits der erste Lauf hatte eine hohe Zahl an Ausfällen gefordert. Nur 37 von 75 Startern schafften es ins Ziel. Zu den Ausfällen zählten Top-Stars wie Reinfried Herbst, Mario Matt, Marcel Hirscher, Giorgio Rocca oder auch Bode Miller. Auch der zweite DSV-Starter, Stefan Kogler (Schliersee) schied im ersten Lauf aus. Mit dem WM-Gold für Manfred Pranger nahm das Großereignis für Österreich noch ein glimpfliches Ende. Die Skisportnation Nummer eins verbesserte sich damit im Medaillenspiegel auf den zweiten Platz hinter der Schweiz. Deutschland beendet die WM auf dem vierten Rang. Die Sportler haben wenig Zeit zum Erholen, bereits am kommenden Wochenende sind die nächsten Weltcuprennen angesetzt. Die Herren reisen dabei nach Sestriere.
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Peter am 16.02.09 12:33 Uhr
Also eine Medaille wäre auch wirklich nicht verdient gewesen... aber über einen vierten Platz kann sich Felix schon freuen.

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