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Portrait - Elisabeth Görgl (AUT)

Ski2b Redaktion am 20.03.2008 - 16:08 Uhr
Geboren am 20.Februar 1981 in Bruck an der Mur und aufgewachsen in Kapfenberg lernte Elisabeth das Skifahren auf den Hügeln rund um das Elternhaus und wusste bereits mit 8 Jahren, was sie werden möchte: Skifahrerin wie ihre berühmte Mama.

Gibt es ein Ski-Gen?
Ihre Mutter ist die östereichische Skilegende Traudl Hecher, welche bereits 1960, mit 16 Jahren, ihren ersten Sieg auf der Streif in Kitzbühel errang. Diesem folgten unter anderem die Bronzemedaillen in der Abfahrt bei den Olympischen Spielen im gleichen Jahr in Squaw Valley und 1964 in Innsbruck. Traudel Hecher hat ihren Kindern wohl die genetischen Voraussetzungen und die Skibegeisterung in die Wiege gelegt. Auch Stephan Görgl, geboren 1978 und Bruder von Liz, ist als erfolgreicher Abfahrer im Österreichischen A-Kader kein Unbekannter.


Mit dem Ski am Fuß aufgewachsen
Bereits mit 9 Jahren folgte sie ihrem Bruder Stephan auf die Skihauptschule nach Schladming und daran anschließend auf das Skigymnasium Stams. Liz gewann ein Rennen nach dem anderen, mühelos und angstfrei, und freute sich auf ihre erste Teilnahme an einem FIS-Rennen.

Bewährungsproben
In der Saison 1996/1997 stieg sie in den Kreis der FIS-Rennfahrer auf. Aber im Dezember 1996 kam nach lediglich sechs Rennen das vorläufige Aus aufgrund eines Kreuzbandrisses. Sechs Monate Skiabstinenz folgten. Nächste Saison, nächster Versuch. Doch im Januar 1998 dann der zweite Rückschlag - zweiter Kreuzbandriss. Vorher schaffte sie es zumindest noch, dreimalige österreichische Jugendmeisterin zu werden und den dritten Platz bei der Junioren-WM im Slalom zu belegen. 1999/2000 etablierte sie sich im Europacup, es zeigte sich deutlich, dass ihre Stärken vor allem im Slalom liegen. In dieser Disziplin durfte sie dann in März 2000 in Sestriere auch ihr erstes Weltcup-Rennen bestreiten, konnte sich aber nicht für den zweiten Lauf qualifizieren.

Schnuppern an der Weltspitze
Bei ihren Weltcupstarts in der folgenden Saison musste Liz sich langsam an die Besten herantasten. Sie bestritt vier Rennen, konnte sich jedoch wiederum nicht einmal für den zweiten Lauf qualifizieren. Doch sie ließ sich nicht unterkriegen, sammelte Erfahrungen in Europacup-Rennen und zeigte dort ihr Potential. Doch dann folgte ein erneuter Rückschlag.

Aller schlechten Dinge sind drei
2001 dann Kreuzbandriss Nummer 3: Elisabeth gab jedoch nicht auf. Ihr starker 'Killerinstinkt' trieb sie immer wieder an. Ihre Freude am Skifahren und ihre Angriffslust waren ungedrosselt. Keinem Weltcupstart in der Saison 01/02 folgten dann endlich in Val d'Isere im Dezember 2002 die ersten Weltcup-Punkte, die ihr der 13. Platz im Riesenslalom einbrachten.

Heiß auf mehr...
Und plötzlich war sie da. Schon im zweiten Rennen 2003 in Bormio kurvte sich Görgl als Zweitschnellste den Berg herunter. Allein die scheinbar uneinholbare Janica Kostelic (SLO) fuhr schneller. Am Vortag beim Weltcup-Riesenslalom war sie trotz schlechter Wetterverhältnisse, schneller Pistenführung und einem dadurch bedingten mauen ersten Lauf ("Bin i froh dass i heil herunten bin!") dennoch bereits hinter Martina Ertl auf den 15. Platz vorgefahren. Doch es fehlte noch die Konstanz, zu angriffslustig und aggressiv fahrend, schied sie folgend mehrere Male aus, auch bei der Weltmeisterschaft in St. Moritz.

2003/2004 viermal auf das Podium
In der Saison 2003/2004 konnte Elisabeth Görgl ihr Können öfter auch mal bis zum Zielstrich zeigen. In vier Rennen (in Levi, Alta Badia und Are) schaffte sie den Sprung unter die Top Three. Ein Sieg wollte ihr dabei noch nicht glücken, trotzdem ist mit der kessen Steierin in den kommenden Jahren zu rechnen.

In allen vier Disziplinen in den Top 15
In der folgenden Saison reichte es für Görgl noch nicht zum ersten Weltcup-Sieg, doch vollzog die Österreicherin erfolgreich den Wechsel zur Allrounderin. Sie war weiterhin in den technischen Disziplinen stärker, doch ein sechster Platz im Super-G von Cortina d'Ampezzo und ein 15. Platz bei der Abfahrt in Santa Caterina unterstrichen ihre Ambitionen, demnächst auch im Gesamt-Weltcup nach vorne zu kommen.

Podestplätze in der Abfahrt
Diese Ambitionen unterstrich Görgl dann ein Jahr später, als sie gar zweimal in der Abfahrt auf das Podest fuhr. In Cortina d'Ampezzo und beim Weltcup-Finale in Are war sie in der Abfahrt ganz vorne dabei. Dazu kam noch ein dritter Rang im Riesenslalom von Cortina. Bei den Olympischen Spielen in Turin wurde die Österreicherin nur in der Abfahrt eingesetzt, konnte das Ziel aber nicht erreichen. In der Weltcup-Gesamtwertung belegte Görgl den zehnten Rang und kämpft sich damit immer weiter nach vorne.

Ausgeglichene Bilanz
Einen großen Fortschritt in der Leistung von Elisabeth Görgl konnte man in der Saison 2007/2008 erkennen. Sowohl Platz Zwei in der Super-G- und Riesenslalomwertung als auch der vierte Platz im Gesamtweltcup spiegeln die große Allround-Qualität von Görgl wieder. Problematisch ist für sie sicherlich ihre Staatsangehörigkeit. Trotz überzeugender Leistungen war es Görgl nur gewährt an der Abfahrt für Österreich bei der Weltmeisterschaft in Are teilzunehmen, obwohl ihr besonders in der Saison 2007/2008 ein Start in Super-G oder Riesenslalom mehr Chancen auf Erfolg gebracht hätte.

Steckbrief
Geboren: am 20.02.1981 in Bruck an der Mur
Nation: Österreich
Größe: 165 cm
Hobbies: Sport, singen, lesen, tanzen, malen, Mode
Web: www.lizz.at

Erfolge
Es folgt ein Blick auf den bisherigen Karriereverlauf der Österreicherin. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
2006 in Turin (ITA): DH (DNF)

Weltmeisterschaft:
2007 in Are (SWE): DH (18)
2005 in Bormio (ITA): K (8), GS (7), SL (DNF)
2003 in St. Moritz (SUI): SL (DNF)

Weltcup:
4. Platz Weltcup-Gesamtwertung 2008
2. Platz Weltcup-Disziplinen-Wertung Super-G 2008
2. Platz Weltcup-Disziplinen-Wertung Riesenslalom 2008
4. Platz Weltcup-Disziplinen-Wertung Riesenslalom 2004
5. Platz Weltcup-Disziplinen-Wertung Slalom 2004
zwei Weltcup-Siege
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