Startseite
Weiterempfehlen


Formular für Weiterempfehlung

Bookmarken

Vonn feiert in St. Anton ihren zweiten Saisonsieg

Ski2b/sid am 21.12.2007 - 14:16 Uhr
Lindsey Vonn hat sich bei der Weltcup-Abfahrt im österreichischen St. Anton erneut in starker Verfassung präsentiert und ihren zweiten Saisonsieg gesichert. Die US-Amerikanerin verwies auf der erstmals von Frauen befahrenen Piste "Karl Schranz" die Kanadierin Kelly Vanderbeek in einer Zeit von 1:32,00 Minuten auf Platz zwei. Vanderbeek hatte 0,36 Sekunden Rückstand, weitere zwei Hundertstelsekunden zurück fuhr Julia Mancuso (USA) auf Platz drei.

Harte Prüfung
Die Piste in St. Anton war für die Damen eine echte Herausforderung. Auf der Herren WM-Piste von 2001 mit einer maximalen Neigung von 78 Prozent und extrem eisiger Präparierung war hier viel Mut gefragt, um dennoch voll zu attackieren. Ohne Fehler schaffte das keine Fahrerin - einige schieden aus. Darunter waren auch Topfahrerinnen. Anja Pärson aus Schweden schwang nach einem leicht verzogenen Sprung im Eisfall ab, sie hatte offenbar Schmerzen im Knie gespürt. Maria Riesch erwischte einen Schlag, danach verpasste sie das nächste Tor. Einen spektakulären Sturz erlebte Marie Marchand-Arvier, doch sie schien ihre Rutschphase unverletzt überstanden zu haben.


Vonn kompromisslos
Ohne Rücksicht auf Verluste - so zeigte sich Lindsey Vonn auf der Piste. Nach gutem oberen Teil unterlief ihr ein Lapsus, doch dann kannte sie keine Angst und zeigte den besten Schlussabschnitt. Und der war entscheidend, denn Vonn holte dort auf die zweitplatzierte Vanderbeek glatte sieben Zehntel auf. Vanderbeek hatte früher im Rennen die Führung übernommen, obwohl sie bei einem Sprung in Rücklage geraten war und nur unter starkem Rudern wieder auf den Kurs zurück kam. Auch die drittplatzierte Mancuso patzte. Sie war nach Vonn an der Reihe und kam auch in Rücklage. Fast sitzend rettete sie sich wieder auf die Piste und stürmte noch auf Rang drei.

Holaus beste Österreicherin
Die ersten Fahrerinnen hatten es noch etwas leichter, denn im Mittelteil bildeten sich schnell Rippen im Kurs. Davon profitierten auch die österreichischen Allrounderinnen Nicole Hosp und Marlies Schild. Sie kamen als sechste und neunte ins Ziel und sammelten so einige Punkte für die Gesamtwertung. Nach Pärsons Ausfall übernahm Hosp damit die Führung in dieser Wertung. Beste ÖSV-Dame war aber Maria Holaus. Sie durfte erst als 24. ins Rennen gehen, riskierte aber viel und holte damit den guten fünften Platz. Renate Götschl musste sich nach einigen Fehlern mit Rang 13 begnügen.

Starke Schweizerinnen ohne Top-Resultat
In den Trainings sind die Damen aus der Schweiz immer ganz vorne dabei, auch in diesem Rennen zeigten sie eine starke Mannschaftsleistung - ohne jedoch einen Podestplatz zu ergattern. Fränzi Aufdenblatten kam als Vierte ins Ziel, zwei Zehntel hinter dem 'Stockerl'. Nadia Styger (10.) und Monika Dumermuth (12.) sorgten für weitere vordere Platzierungen, vor allem von Styger konnte aber mehr erwartet werden. Besser machten es da einmal mehr die Kanadierinnen, die dieses Mal eben Vanderbeek auf das Podium brachten. Britt Janyk auf Platz acht und Emily Brydon als 15. waren auch wieder vorne dabei.

Nur Stechert in den Punkten
Maria Riesch (Partenkirchen) schied auf der schweren Strecke nach weniger als 50 Fahrsekunden aus. "Ich bin zwar froh, dass ich nicht gestürzt bin, aber der Ärger überwiegt", sagte die 23-Jährige. Ein Schlag trieb sie von der Ideallinie, das anschließende Tor verpasste sie. "So eine Sch....!", fluchte sie im Anschluss, "eine einzige Unachtsamkeit, und schon war ich draußen. Da hätte ich am liebsten die Zeit ein paar Sekunden zurückgedreht." Doch dieses Kunststück glückte ihr nicht, sie schied aus und "demolierte" ihren Stock. Gina Stechert (Oberstdorf) kam mit einem Rückstand von 2,67 Sekunden auf Platz 27. Fanny Chmelar hatte auf einen Start verzichtet.

Zu schwer für die Damen?
Die Vertreter des DSV waren von den Anforderungen an die Damen wenig angetan. "Das war hier eher zu schwer für die Mädels", sagte Alpindirektor Wolfgang Maier über die Piste, "da waren 80 Prozent überfordert". Auch Frauen-Cheftrainer Mathias Berthold meinte, er würde "Frauen nicht auf Männer-Strecken fahren lassen. Es war grenzwertig." Maier gab zu bedenken, dass nach den Rücktritten dominierender Athletinnen in der jüngeren Vergangenheit "nicht mehr so viele gute Abfahrerinnen dabei sind". Fernseh-Expertin Martina Ertl-Renz sei "mit der Kamera besser gefahren als viele andere. Man konnte sich eigentlich nur die besten fünf, sechs Mädels anschauen."

"Besser machen" in der Super-Kombi
Ein ähnliches Bild erwartet Berthold bei der Super-Kombination aus einer Abfahrt und einem Slalom-Lauf am Samstag: "Das wird sehr, sehr schwer. Beim Slalom wird man nur die Top-Läuferinnen anschauen können. Danach wird"s zäh." Maria Riesch hofft dennoch wieder auf ein gutes Ergebnis. "Ich werde es dann besser machen, versprochen", sagte sie. Mit einem derart verpatzten Abfahrts-Lauf will sie sich nicht in die Weihnachtspause verabschieden.

Vonn baut Vorsprung aus
Im Abfahrts-Weltcup hat Vonn mit ihrem Sieg nach vier von zehn Rennen nun eine komfortable Führung. Sie weist 330 Zähler auf und hat damit über 100 Punkte Vorsprung auf Britt Janyk (224). Dritte ist Renate Götschl (210). Im Gesamtweltcup haben nun vier Fahrerinnen fast gleich viele Punkte, derzeit liegt Hosp knapp vor Pärson, Schild und Vonn.
Kommentar Eingeben:
Name:
Emailadresse:
Homepage:
Kommentar:
 

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige