Völkl-Racerin Britt Janyk fährt als Zweitplatzierte des Abfahrts-Weltcups mit breiter Brust zu den Rennen in St. Moritz. Im Interview lässt sie ihre letzten Erfolge Revue passieren und wirft einen Blick nach vorne.
Ski2b.com Britt, das war ein toller Saisonstart für dich, besonders in der Abfahrt. Wie zufrieden bist du mit den bisherigen Ergebnissen?
Britt Janyk: Ich bin natürlich hochzufrieden und überhaupt richtig glücklich mit diesem Saisoneinstand. In der Abfahrt hatte ich das gar nicht erwartet, aber ich war schon im Training im Sommer sehr schnell. Daher hatte ich ein ganz anderes Selbstbewusstsein in diesem Jahr.
Anzeige
Ski2b: Du hast in Aspen gewonnen, warst in Lake Louise auf dem Podium - waren diese Ergebnisse in den ersten Rennen zu erwarten?
Britt: Nachdem ich in Lake Louise aufs Podest gekommen bin hatte ich für Aspen schon ein sehr gutes Gefühl. Es ist ein mehr technischer Kurs, was mir eher liegt, aber ich wusste dass es schwer werden würde, zu gewinnen. Das war so lange mein Ziel - ein Weltcup-Sieg - und daher bin ich jetzt sehr glücklich, weil es geklappt hat.
Ski2b: Die beiden Podestplätze waren ja deine ersten im Weltcup überhaupt. Hast du dich anders vorbereitet, um diesen Schritt nach vorne gehen zu können?
Britt: Nach dem letzten Jahr hatte ich eine Reihe von vierten Plätzen und war schon so nah dran am Siegerpodest. Im Sommer habe ich dann alle meine Energie genutzt, um mich zu pushen. Ich habe mich auf die kleinen Details konzentriert und versucht, dort die fehlenden Hundertstel rauszuholen. Das galt auch für den körperlichen Bereich - das hilft mir, stark und fokussiert zu bleiben.
Ski2b: Jetzt wo du ein Rennen gewonnen hast - macht das Skifahren jetzt mehr Spaß? Oder ist der Druck größer geworden?
Britt: Ich fühle beides. Nach Aspen habe ich mich so gut gefühlt, aber dann ging es nach Europa und da kam der Druck. Ein Ergebnis jenseits der Top5 war einfach nicht mehr gut genug. Aber ich weiß auch, dass jedes Mädchen gewinnen kann - Ich habe immer Spaß und konzentriere mich auf die Rennen und werde so vielleicht noch in einigen Rennen in
diesem Jahr die schnellste Zeit hinlegen.
Ski2b: Das kanadische Ski-Team ist stark in diesem Winter. Wie ist das Training mit Kelly Vanderbeek und Emily Brydon?
Britt: Es ist toll, mit Kelly und Emily zu trainieren. Das letzte Jahr war ja mein erstes auf der Tour im Speedbereich, da haben mir beide sehr geholfen. Sie halfen mir, die richtige Linie zu finden, denn die Strecken waren für mich noch alle neu. Auch im Sommer können wir drei uns im Training pushen und uns helfen. Ich freue mich, dass beide derzeit so schnell sind - denn das heißt, dass ich es auch sein kann.
Ski2b: Du scheinst schnelle Skier zu haben - viele Völkl-Racer sind derzeit in Super-G und Abfahrt ganz vorne dabei. Wie hast du die Umstellungen am Material zu Saisonbeginn erlebt und wie schnell ist der Racetiger derzeit?
Britt: Ich liebe den Racetiger! Es macht so viel Spaß auf ihm - und er ist schnell! Der Materialwechsel war kein Problem - ich habe mich auf dem neuen Modell gleich wohl gefühlt. Völkl hat wirklich einen tollen neuen Racetiger gemacht.
Ski2b: Es war ein Ziel des Internationalen Skiverbandes, Verletzungen der Athleten durch die Materialänderungen zu reduzieren. Nachdem wir doch viele Verletzungen erlebt haben - glaubst du, dass diese Regelung Wirkung gezeigt hat?
Britt: Ich bin nicht sicher. Das neue Material sorgt schon für weniger Verletzungen, aber wir treten nun einmal in einem ziemlich riskanten Sport an. Es wird immer Verletzungen geben, auch mit anderem Material. Das ist die Realität in unserem Sport.
Ski2b: Was sind deine Ziele für den Rest der Saison?
Britt: Nach den Podestplätzen am Saisonbeginn bin ich sehr konstant gefahren, mit Platzierungen zwischen fünf und zehn. Ich möchte auf dem Podest landen und dabei meine Konstanz beibehalten, das habe ich mir bis zum Saisonende vorgenommen.