Maze rast mit Startnummer 47 zum Sieg
Ski2b/sid am 02.02.2008 - 15:14 Uhr
In einem verrückten Skirennen hat Tina Maze ihren ersten Abfahrtsweltcup gewonnen. Die Slowenin raste mit Startnummer 47 zur Bestzeit und schnappte so Maria Holaus noch den Sieg weg. Auf Rang drei kam ebenso überraschend Lara Gut aus der Schweiz.
16-Jährige stürzt aufs Podium
Die Österreicherin Maria Holaus sah bei der alpinen Ski-Abfahrt in St. Moritz lange wie die sichere Siegerin aus. Nach den besten 30 wurde sie aber zunächst von Lara Gut geschockt. Die erst 16-jährige Schweizerin, die bereits im Europacup erfolgreich war, zeigte bei ihrem Debüt auf Weltcup-Ebene eine beeindruckende Vorstellung. Sie hätte Holaus' Zeit unterboten, wenn es ihr beim letzten Tor nicht die Ski verschnitten hätte. So stürzte sie ins Ziel und verpasste die Bestzeit nur um eine Hundertstel.
Bedingungen spülen hohe Startnummern nach vorne
Auch danach schafften es einige junge Athletinnen mit höheren Startnummern zu guten Ergebnissen. Dabei profitierten sie sicherlich auch von den Bedingungen. Während es die besten 30 mit schlechterer Sicht aufnehmen mussten, klarte der Himmel gegen Rennende auf. Zudem wurde die Piste, die morgens noch von 15 Zentimeter Neuschnee befreit werden musste, immer schneller. Nach drei Athletinnen, die es nicht ins Ziel schafften, zeigte Verena Stuffer, dass die Piste "Corviglia" auch noch spät im Rennen gute Zeiten zuließ. Die Italienerin schaffte als Sechste den Sprung in die Top Ten, am Ende reichte es für Rang acht. Nach ihr kam dann der Auftritt von Tina Maze. Die Slowenin, die ihre bisherigen fünf Weltcup-Siege alle im Riesenslalom einfuhr, kam schon mit Vorsprung aus dem oberen Gleitstück. Im anschließenden technischen Abschnitt spielte sie ihre gute Technik aus und lag dort eine Sekunde vor Holaus. Davon rettete sie noch 34 Hundertstel bis ins Ziel. Als Letzte ging Fabienne Suter auf die Piste. Die Schweizerin profitierte ebenfalls von den guten Bedingungen und durfte sich im Ziel über Rang sieben freuen.
Vonn mit Rodeo-Ritt auf Platz fünf
Zuvor hatten zahlreiche Favoritinnen Probleme mit der welligen Piste. Emily Brydon, die im Training zweimal Bestzeit gefahren war, konnte ihre enge Linie aus den Trainingsläufen nicht fahren und musste sich am Ende mit Rang vier begnügen. Einen absoluten Rodeo-Ritt zeigte Lindsey Vonn. Die Amerikanerin, die derzeit im Abfahrtsweltcup führt, hatte unglaublich schnelle Ski und wurde einige Male fast abgeworfen. Immer wieder rettete sie sich in den Kurs und verpasste die Zeit von Holaus, die zu diesem Zeitpunkt in Führung lag, nur um acht Hundertstel. Bei der zweiten Zwischenzeit hatte Vonn noch mit einer Sekunde in Führung gelegen. Im Ziel gab sie nachher zu Protokoll, dass sie ohne die Fehler wohl gewonnen hätte.
Riesch nach Zwischenbestzeit ausgeschieden
Maria Riesch schied mit überlegener Zwischenbestzeit 25 Sekunden vor dem Ziel aus. An derselben Stelle nach rund 1:20 Minuten Fahrtzeit scheiterten auch Anja Pärson und Fränzi Aufdenblatten. Pärson hatte beim ersten Auftritt in St. Moritz in diesem Winter noch beide Rennen gewonnen. Riesch hätte mit einem guten Ergebnis im Gesamtweltcup Marlies Schild wieder überholen können. So verliert die Partenkirchenerin weiter Boden auf die ersten Drei, die alle punkten konnten. "Das ist extrem bitter. Ich bin mir sicher, dass ich heute gewonnen hätte. Da ist mir nicht mehr nach Lachen", sagte die 23-Jährige nach ihrer Schussfahrt in den Tiefschnee. Noch bei der zweiten Zeitmessung lag Riesch 0,63 Sekunden vor der späteren Zweitplatzierten Holaus - doch dann "habe ich im Steilhang zu viel riskiert, die Linie verloren und keine Chance mehr gehabt". Die Enttäuschung sei zunächst nicht sehr groß gewesen. Erst als Cheftrainer Mathias Berthold ihr von der starken Zwischenzeit berichtete, "war ich doch richtig angefressen".
"Maria war auf dem Weg zum Sieg"
Berthold selbst ging es ähnlich. "Maria war auf dem Weg zum Sieg. So blöd hätte sie gar nicht mehr fahren können, dass es nicht zumindest auf das Podest gereicht hätte", sagte er. Rieschs Ski sei "brutal schnell" gewesen, und der untere Streckenabschnitt habe ihr sehr gut gelegen: "Aber sie hat selbst einen Fehler gemacht." Die zweite deutsche Starterin, Viktoria Rebensburg, schied ebenfalls aus. Gina Stechert hatte ihren Start aufgrund einer Meniskusquetschung im linken Knie schon am Freitag abgesagt.
Hosp im Weltcup weiter vorne
Im Gesamtweltcup gab es heute keine großen Veränderungen. In Führung liegt immer noch Nicole Hosp. Die Österreicherin, die heute 14. wurde, hat 917 Punkte auf ihrem Konto. Zweite ist Lindsey Vonn (818), die im Abfahrtsweltcup mit nun 475 Zählern weiter klar auf Platz eins liegt. Dritte im Gesamtweltcup ist weiterhin Marlies Schild (759) vor Maria Riesch (745).
Morgen geht es in St. Moritz mit einem Super-G weiter. Start ist um 12:00 Uhr. Wir berichten natürlich in unserem Liveticker!
16-Jährige stürzt aufs Podium
Die Österreicherin Maria Holaus sah bei der alpinen Ski-Abfahrt in St. Moritz lange wie die sichere Siegerin aus. Nach den besten 30 wurde sie aber zunächst von Lara Gut geschockt. Die erst 16-jährige Schweizerin, die bereits im Europacup erfolgreich war, zeigte bei ihrem Debüt auf Weltcup-Ebene eine beeindruckende Vorstellung. Sie hätte Holaus' Zeit unterboten, wenn es ihr beim letzten Tor nicht die Ski verschnitten hätte. So stürzte sie ins Ziel und verpasste die Bestzeit nur um eine Hundertstel.
Bedingungen spülen hohe Startnummern nach vorne
Auch danach schafften es einige junge Athletinnen mit höheren Startnummern zu guten Ergebnissen. Dabei profitierten sie sicherlich auch von den Bedingungen. Während es die besten 30 mit schlechterer Sicht aufnehmen mussten, klarte der Himmel gegen Rennende auf. Zudem wurde die Piste, die morgens noch von 15 Zentimeter Neuschnee befreit werden musste, immer schneller. Nach drei Athletinnen, die es nicht ins Ziel schafften, zeigte Verena Stuffer, dass die Piste "Corviglia" auch noch spät im Rennen gute Zeiten zuließ. Die Italienerin schaffte als Sechste den Sprung in die Top Ten, am Ende reichte es für Rang acht. Nach ihr kam dann der Auftritt von Tina Maze. Die Slowenin, die ihre bisherigen fünf Weltcup-Siege alle im Riesenslalom einfuhr, kam schon mit Vorsprung aus dem oberen Gleitstück. Im anschließenden technischen Abschnitt spielte sie ihre gute Technik aus und lag dort eine Sekunde vor Holaus. Davon rettete sie noch 34 Hundertstel bis ins Ziel. Als Letzte ging Fabienne Suter auf die Piste. Die Schweizerin profitierte ebenfalls von den guten Bedingungen und durfte sich im Ziel über Rang sieben freuen.
Vonn mit Rodeo-Ritt auf Platz fünf
Zuvor hatten zahlreiche Favoritinnen Probleme mit der welligen Piste. Emily Brydon, die im Training zweimal Bestzeit gefahren war, konnte ihre enge Linie aus den Trainingsläufen nicht fahren und musste sich am Ende mit Rang vier begnügen. Einen absoluten Rodeo-Ritt zeigte Lindsey Vonn. Die Amerikanerin, die derzeit im Abfahrtsweltcup führt, hatte unglaublich schnelle Ski und wurde einige Male fast abgeworfen. Immer wieder rettete sie sich in den Kurs und verpasste die Zeit von Holaus, die zu diesem Zeitpunkt in Führung lag, nur um acht Hundertstel. Bei der zweiten Zwischenzeit hatte Vonn noch mit einer Sekunde in Führung gelegen. Im Ziel gab sie nachher zu Protokoll, dass sie ohne die Fehler wohl gewonnen hätte.
Riesch nach Zwischenbestzeit ausgeschieden
Maria Riesch schied mit überlegener Zwischenbestzeit 25 Sekunden vor dem Ziel aus. An derselben Stelle nach rund 1:20 Minuten Fahrtzeit scheiterten auch Anja Pärson und Fränzi Aufdenblatten. Pärson hatte beim ersten Auftritt in St. Moritz in diesem Winter noch beide Rennen gewonnen. Riesch hätte mit einem guten Ergebnis im Gesamtweltcup Marlies Schild wieder überholen können. So verliert die Partenkirchenerin weiter Boden auf die ersten Drei, die alle punkten konnten. "Das ist extrem bitter. Ich bin mir sicher, dass ich heute gewonnen hätte. Da ist mir nicht mehr nach Lachen", sagte die 23-Jährige nach ihrer Schussfahrt in den Tiefschnee. Noch bei der zweiten Zeitmessung lag Riesch 0,63 Sekunden vor der späteren Zweitplatzierten Holaus - doch dann "habe ich im Steilhang zu viel riskiert, die Linie verloren und keine Chance mehr gehabt". Die Enttäuschung sei zunächst nicht sehr groß gewesen. Erst als Cheftrainer Mathias Berthold ihr von der starken Zwischenzeit berichtete, "war ich doch richtig angefressen".
"Maria war auf dem Weg zum Sieg"
Berthold selbst ging es ähnlich. "Maria war auf dem Weg zum Sieg. So blöd hätte sie gar nicht mehr fahren können, dass es nicht zumindest auf das Podest gereicht hätte", sagte er. Rieschs Ski sei "brutal schnell" gewesen, und der untere Streckenabschnitt habe ihr sehr gut gelegen: "Aber sie hat selbst einen Fehler gemacht." Die zweite deutsche Starterin, Viktoria Rebensburg, schied ebenfalls aus. Gina Stechert hatte ihren Start aufgrund einer Meniskusquetschung im linken Knie schon am Freitag abgesagt.
Hosp im Weltcup weiter vorne
Im Gesamtweltcup gab es heute keine großen Veränderungen. In Führung liegt immer noch Nicole Hosp. Die Österreicherin, die heute 14. wurde, hat 917 Punkte auf ihrem Konto. Zweite ist Lindsey Vonn (818), die im Abfahrtsweltcup mit nun 475 Zählern weiter klar auf Platz eins liegt. Dritte im Gesamtweltcup ist weiterhin Marlies Schild (759) vor Maria Riesch (745).
Morgen geht es in St. Moritz mit einem Super-G weiter. Start ist um 12:00 Uhr. Wir berichten natürlich in unserem Liveticker!
Fotoserie: Maze rast mit Startnummer 47 zum Sieg
Weiterführende Informationen:
| Ergebnis: FIS Weltcup - 2. Abfahrt der Damen in St. Moritz (SUI) 2007/2008 | |
| Homepage von Maria Riesch | |
| Homepage von Renate Götschl |
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