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Danja Haslacher

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Bei der Fahrt

Danja

Slalom

Bilder und Gedanken ...

Danja Haslacher am 12.03.2008 - 10:15 Uhr

Am 4. März war ich bei Wüstenrot zu einer Vernissage geladen. Da ich aus Regierungszeiten von Anno dazumal Frau Susanne Riess-Passer noch sehr gut kenne und schätze, nehme ich diese Veranstaltungen, wenn es meine Zeit zulässt, gerne war.

Wiedersehen mit alten Freunden und Bekannten
Wie ich mit Freude feststellte, waren auch Hubert Neuper und Felix Gottwald hier. Felix hatte ich seit dem Abschlussfest der Olympiabewerbung nicht mehr gesehen, umso netter war die Überraschung. Das Hauptthema bei uns Sportlern an diesem Abend waren nicht die Bilder der Ausstellung, sondern den Unfall und Amputation von Matthias Lanzinger. Felix war schwer bestürzt, wir kannten uns doch schon einige Zeit, doch Fragen um meinen eigenen Unfall hatte es noch nie gegeben.

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Liebe Menschen und die Zeit helfen in schweren Momenten
Gerade jetzt, wo dieses Thema so aktuell geworden war, immer wieder die Frage, wie man sich in solchen Momenten als Betroffener fühlt? Es ist einfach sehr schwer zu verstehen und viele Menschen fragen sich, wie man so einen Schicksalsschlag nur überstehen kann? Eine Antwort und gleichzeitig eine Frage meinerseits, was bleibt einem übrig?
Man fühlt sich hilflos, eine momentan ausweglose Situation, wie geht man damit um? Das muss jeder für sich alleine schaffen, man braucht Zeit, ...viel Zeit.
Eine große Hilfe sind Familie und Freunde, gemeint sind die wirklichen Freunde, die die auch da sind, wenn es nicht so gut läuft.
Wobei jeder Mensch individuell zu behandeln ist, der eine braucht länger, der andre schafft es schneller wieder, ins Leben einzusteigen.

Lebensqualität bleibt bestehen!
Das Medieninteresse wird sicherlich noch eine Zeit bestehen, doch spätestens, wenn die großen Schlagzeilen an andere Themen vergeben werden, treten erst die wirklichen Probleme auf. Was mache ich aus meinem Leben, in welche Richtung soll es gehen? Das Leben ist nicht mehr so, wie es früher war, und es wird auch nie wieder so werden. Es wird anders, doch ich kann beruhigen, die Qualität des Lebens wird nicht weniger.
Man hat vielleicht ein bisschen mehr zu denken und zu organisieren, man kämpft mit Problemen, die sehr viele Menschen nie haben werden, und trotzdem man ist nicht allein. Eine Grundaussage von mir lautet auch: Mitleid hilft niemanden!

Viele unterschiedliche Schicksale
Es werden viele Menschen täglich, aus welchen Gründen auch immer, zu Amputierten oder Behinderten. Ich fand mich eigentlich immer in einer glücklichen Position, viele meiner Bekannten hatten aufgrund einer Krebserkrankung das Bein oder den Arm verloren. Ich hatte nicht zu zittern, wie bei der nächsten Untersuchung das Ergebnis ausschauen würde. Eine kleine Geschichte nebenbei: Eine junge Dame aus der Schweiz begann mir Emails zu schreiben, sie sei amputiert und fragte mich über normale Dinge des Lebens aus.
Als ich nach Turin 2006 zu den Paralympics kam, bekam ich wieder ein Email von ihr, das zweite Bein sei jetzt ebenso gefährdet. Genau an dem Tag, an dem ich die Bronze-Medaille im Super-G gewonnen habe, wurde ihr das andere Bein auch noch abgenommen.

Jeder hat seine eigene Geschichte
Einzelschicksale, von uns Körperbehinderten hat jeder eine eigene Geschichte zu erzählen! Ich finde aber genau solche Geschichten, die das Leben schreibt, sind sehr wichtig, es verändert sich oft die Sichtweise. Wie schlecht geht es mir eigentlich wirklich im Vergleich zu anderen?
Im Fall von Lanzinger ist es einfach aktuell, und alle haben es miterlebt, sonst geschieht es irgendwo in der Stille. Diese Fälle sind nicht weniger schlimm und sind für mich genau so wichtig wie dieser.

Stellungnahme zur Situation
Dies ist der einzige Grund, wieso ich jetzt in dieser Zeit Interviews gebe. Ich hasse nichts mehr als die aufbauschenden aber auch die rührseeligen Meldungen, die in den Zeitungen und Medien momentan zu hören und zu lesen sind. Ich habe mir die Antworten zum Teil sehr genau überlegt, wobei ich dann immer wieder Sachen lesen konnte, die nicht so von mir gesagt wurden.
Doch das ist einfach so, manche Medien sind ehrlich, andre nicht. Mit denen muss ich, und früher oder später, auch Matthias Lanzinger leben.

Ich wünsche ihm und allen anderen, die mit ihm das gleiche Schicksal teilen, hiermit alles erdenklich Gute für die Zukunft! Die Devise heißt "Durchhalten und nicht aufgeben"!!



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