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Stadtbesichtigung im Streitwagen

Osttirol am 08.07.2005 - 11:00 Uhr
So muss sich Cornelius Crispinus gefühlt haben, als er nach dem Dienst in der Leibwache des römischen Kaisers in seine Heimatstadt Aguntum, im heutigen Osttirol gelegen, zurückkehrte. Mit stolz geschwellter Brust, die Zügel des Streitwagens in der linken Hand fuhr er durch das 10 Meter breite Stadttour in die lebendige Handelsstadt ein.

Virtuelle Besichtigung
Im nagelneuen Museum „Aguntum Stadt“ lenkt man seinen Streitwagen anstatt mit Zügeln mit dem Joystick durch die virtuell wieder auferstandene Stadt. Gleich hinter den 2,5 Meter dicken Stadtmauern führt die Einfahrtsstraße durch das ausgedehnte Handwerkerviertel, in dem fleißig gehämmert und gearbeitet wird. Neugierige Blicke der Bewohner, Kinderlachen von rechts, Schmiedegeräusche von links verstärken die schon fast perfekte Illusion aus der Vergangenheit. Der Weg führt uns direkt zum sozialen Zentrum der Stadt, der Therme. Die alten Römer wussten, wie es sich stilgerecht entspannen lässt und daher war die Therme nicht nur mit feinstem Marmor sondern auch mit einer Fußbodenheizung ausgestattet.

Meditarranes Atriumhaus
Die archäologische Sensation von Aguntum wurde aber nicht in der Therme, sondern im zweitgrößten Bau der Stadt entdeckt. Wer das Atriumhaus erbaut hat, vergaß auch die langen, kühlen Winter in dieser Region. Die mediterrane Bauweise mag damals zwar sehr in gewesen sein, war aber für die Alpenregion vollkommen ungeeignet. Noch nie wurde so weit nördlich von Pompeji ein derartiges Bauwerk gefunden. Vor allem das Marmorbecken aus dem Eingangsbereich ist hervorragend erhalten. Auch das Atriumhaus kann man, natürlich erst nachdem man seinen Wagen vor der Türe geparkt hat, virtuell betreten und die farbenprächtige Ausstattung bewundern.

Freigelegte Stadt
Die Eindrücke beim anschließenden Bummel durch das 1.500 m² große Museum mit den liebevoll zusammengetragenen Exponaten und der Besuch der freigelegten Stadt, die man besonders gut vom 18 Meter hohen Aussichtsturm erfassen kann, verschwimmt mit den so eben erlebten virtuellen Erfahrungen zu einem runden Bild über diese erste Hochkultur in unseren Breiten.

Wer damit auf den Geschmack von wohltuender Erholung gekommen ist, kann sich im nahe gelegenen Strandbad Tristacher See oder in einem der acht Osttiroler Wellnesshotels im kühlen oder auch heißen Nass entspannen.

Weiterführende Informationen:
Urlaub in Osttirol
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