
Gerhard Blöchl

Gerhard und Armin Blöchl

Gerhard Blöchl

Strecker Phase 1

Strecker Phase 2

Strecker Phase 3

Strecker Phase 4

Gerhard Blöchl

Gerhard Blöchl

Mutegrab

Gerhard Blöchl

New School - Faszination auf Skiern
Einführung in die New School-Sprünge mit Gerhard Blöchl-Teil 1
Ski2b Redaktion am 09.11.2004 - 13:07 Uhr
Pünktlich zum Start des Winters gibt es bei Ski2b.com eine neue, spannende Serie. In insgesamt acht Teilen werden wir in den nächsten Wochen die wichtigsten New School-Sprünge anhand von Texten, Bildern und auch Videos vorstellen. In Zusammenarbeit mit dem zweifachen Deutschen Meister Freestyle Buckelpiste, Gerhard Blöchl, und dessen Bruder Armin können die Skisportbegeisterten die Faszination New School näher kennenlernen und Gerhard nacheifern. Ski2b.com wünscht allen viel Spaß mit der Serie und gutes Gelingen im Schnee.
Auftakt mit Strecksprung und Mute Grab
Gerhard, Weltcupfahrer, zweifacher deutscher Meister Ski Freestyle Buckelpiste und Armin Blöchl, sind die Autoren des Skilehrbuches New School und stellen im Folgenden den Strecksprung und einen Mute Grab vor. Der Strecksprung ist die Grundvoraussetzung für alle Sprünge.
Strecksprung:
Viele Anfänger versuchen, oft hoch motiviert durch ansprechende Videos und Bilder aus der Werbung, die verschiedensten Sprünge. Bevor man sich an Sprünge mit Grabs, Spins oder Flips wagt, sollte man auf kleinen und auf großen Schanzen eine hohe Sicherheit bei Strecksprüngen erlangt haben. Dies ermöglicht einem später verschiedene Manöver in kürzester Zeit zu erlernen. Nun aber zur praktischen Umsetzung, die sich in vier Phasen darstellt.
Phase 1: Anfahrt (analog bei allen anderen Sprüngen)
Bei der Anfahrt wird der Blick talwärts gerichtet und der Kopf aufrecht gehalten. Die Stöcke nimmt man vor den Körper, das heißt, die Arme werden nicht hängen gelassen. Dies trägt bereits zur zentralen Körperposition bei. Man befindet sich dabei weder in Rück- noch in Vorlage. Das erfühlt man, wenn Ballen und Ferse gleichermaßen belastet werden und das Schienbein an der Skischuhzunge anliegt. Hüfte und Knie sind leicht angewinkelt. Für eine möglichst stabile Anfahrt nimmt man außerdem eine hüftbreite und parallele Fußstellung ein.
Phase 2: Absprung
Beim Absprung niemals auf die Skier oder auf die Schanze blicken, sondern immer geradeaus ins Tal. Bereits in der Kompression, also in der Mitte der Schanze, erfolgt ein
explosives Strecken des Hüft- und Kniegelenks. Abgesprungen wird dabei über den Fußballen nach vorne oben. Die Fußstellung bleibt unverändert parallel und hüftbreit. Gleichzeitig ziehen die Arme gestreckt und leicht zur Seite auf Höhe des Schultergürtels. Der Sprung wird durch diese Armhaltung, kombiniert mit einer Ganzkörperspannung, stabilisiert.
Phase 3: Luftfahrt
Der Blick ist nach wie vor geradeaus gerichtet, sodass der Landungsbereich während des Flugs nur peripher gesehen wird. Die Arme bleiben gestreckt, in leicht seitlicher Position auf Schulterhöhe und ohne Ruderbewegungen oder sonstiges Zappeln. In dieser Phase ist es wichtig, Ganzkörperspannung zu halten, das heißt, Bauch, Rücken und Gesäß sind angespannt. Dasselbe gilt auch für die Schienbeinmuskulatur, damit die Skier nicht nach unten wegklappen. Ein Tipp: Die Zehenspitzen anziehen! Außerdem erleichtert ein Geschlossenhalten der Beine den Spannungsaufbau enorm.
Phase 4: Landung
Wie bereits angeklungen, blickt man niemals direkt in die Landezone, sondern immer geradeaus in Fahrtrichtung. Die Stöcke hält man vorne innen, um eine stabile Vierpunktlandung durchzuführen. Die Landung erfolgt in zentraler Körperposition und die Energie des Aufsprungs wird durch Beugen des Hüft-, Knie- und Sprunggelenks abgefedert. Dabei soll der Kniewinkel nicht unter 90° betragen, um Knieverletzungen zu vermeiden. Für eine stabile Landung muss die Fußstellung beim Aufsetzen auf den Schnee wieder parallel und hüftbreit sein.
Methodische Hilfsmittel:
Natürlich ist es möglich, den Strecksprung gleich auf Schnee zu erlernen. Er lässt sich aber auch mithilfe eines Trampolins in einer Turnhalle oder am Sprungturm im Freibad hervorragend simulieren, um dabei die ersten lugerfahrungen zu sammeln. Ein entscheidender Vorteil liegt hier auch in der Intensität der Übung, da man nicht wie im Schnee nach jedem Sprung den Lift benützen oder sogar zur Schanze hochlaufen muss.
Mutegrab:
Grabs sind Manöver, die später mit fast jedem anderen Sprung kombinierbar sind. Die deutsche Übersetzung für Grab lautet Griff. Man greift bei diesen Sprüngen an den Ski und hält ihn kurz fest. Eine bestimmte Figur kann so in der Luft kurz eingefroren werden. Beim Mutegrab greift eine Hand vor dem vorderen Bindungsbacken an den Ski. Kennzeichen des Sprungs ist die gekreuzte Skiposition, wobei der Mutegrab vorne gegriffen wird.
Flugphase in drei Teilen:
Teil 1:
Der erste Teil der Flugphase wird wie beim Strecksprung ausgeführt, um die Stabilität in der Luft aufrechtzuerhalten.
Teil 2:
Jetzt nimmt man eine Hockposition ein und greift mit der rechten Hand an die Außenseite des linken Skis vor dem vorderen Bindungsbacken. Nun zieht man den Ski mit der Hand nach rechts, während man die Hüfte streckt. Das Hüftgelenk
kann sogar bis hin zu einer Bogenspannung geöffnet werden.
Dies ist typisch bei Backflips in Kombination mit einem Mutegrab. Gleichzeitig wird der linke Arm als Gegenbewegung
weggestreckt, er dient der Stabilität. Natürlich kann der Sprung auch seitenverkehrt gezeigt werden.
Teil 3:
Beim Auflösen der Position ist darauf zu achten, dass Arme
und Beine gleichzeitig in die Strecksprungposition zurückkehren, um zu verhindern, dass man das Gleichgewicht verliert.
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