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Eberharter holt sich Abfahrtssieg - Beltrametti schwer gestürzt

Ski2b Redaktion am 08.12.2001 - 13:52 Uhr
Stephan Eberharter (Österreich) hat die erste Abfahrt der Herren in der olympischen Saison gewonnen. Er siegte in einem von schweren Stürzen überschatteten Rennen auf der O.K.-Piste in Val d`Isere in der Zeit von 1:59,89 Min. vor dem Italiener Kurt Sulzenbacher (2:00,06 Min.) und dem Österreicher Michael Walchhofer (2:00,45 Min.).

Schwerer Unfall - über 70 Minuten Unterbrechung:
Es hätte ein Fest in der Königsdisziplin der Skifahrer werden können. Beste äußere Bedingungen, eisglatte Piste und klare Sicht prägten zunächst die Szenerie. Doch ein kapitaler Sturz des Schweizers Silvano Beltrametti, der mit der Startnummer 14 ins Rennen gegangen war, führte zwangsläufig zu einer über einstündigen Unterbrechung der Weltcup-Veranstaltung.

Fangnetz durchschlagen - Lähmungserscheinungen:
Beltrametti durchschlug nach einem Fahrfehler mit hoher Geschwindigkeit den Fangzaun und eine Plane. Beinahe ungebremst raste er dann in ein Waldstück. Sofort waren Ärzte und Betreuer bei ihm, doch es dauerte über eine Stunde bis ein Rettungshubschrauber den Schweizer bergen und abtransportieren konnte. Mit Lähmungserscheinungen und dem Verdacht auf eine Verletzung der Wirbelsäule wurde der Schweizer in ein Krankenhaus geflogen.

Rennen danach zweitrangig:
Erst danach wurde das Rennen wieder aufgenommen. So fuhren sämtliche Top-Favoriten erst nach dem Unfall. Eberharter bewies Nerven, zeigte, dass er in diesem Winter die Lücke, die der verletzte Hermann Maier im ÖSV-Team hinterlassen hat, locker schließen kann. Nachwuchs steht dort ebenfalls bereit. Michael Walchhofer überraschte mit der hohen Startnummer 40 und fuhr noch auf den dritten Rang vor. Auch der zweite Platz des Südtirolers Sulzenbacher gilt als Sensation.

Stankalla nur auf Platz 49:
Enttäuschend das Abschneiden des DSV-Fahrers Stefan Stankalla. Der Deutsche fand zu keiner Zeit die richtige Einstellung zum Rennen und wirkte nach dem gestrigen Sturz beim Super-G sichtlich angegriffen und verunsichert. Thorsten Götze, DSV-Nachwuchsläufer, kam als 57. ins Ziel.

Stimmen:

Stephan Eberharter:
"Das war heute ein schwieriges Rennen. Die lange Warterei ging an die Substanz. Dazu kam nachher die fehlende Sicht, weil die Sonne nicht mehr schien. Das hatten wir uns anders ausgerechnet."

Stefan Stankalla:
"Ich bin sehr enttäuscht. Ab der Mitte der Strecke war ich schon ziemlich fertig. Ich hab einfach nicht mehr die Fitness gehabt. Das war unten mehr ein Kampf. Sicher spielte der Sturz gestern eine Rolle."

Dieter Bartsch (Cheftrainer der Schweizer)
"Das war ein schlimmer Tag für uns. Silvano Beltrametti hat ab dem Brustkorb nach unten kein Gefühl mehr. Die Ärzte waren schnell bei ihm, doch der Hubschrauber brauchte zu lange."

Günther Hujara (FIS-Renndirektor)
"Wir haben an der Unfallstelle das beste und neueste Material angebracht gehabt. Die scharfen Kanten haben das Sicherheitsnetz durchschnitten. Das Netz war nagelneu. Alles war regelkonform angebracht. Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es leider in diesem Sport nicht. Wir wünschen Silvano gute Besserung."
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