
Marco Büchel

Stephan Eberharter

Tobias Grünenfelder

Fritz Strobl

Pierre-Emmanuel Dalcin

Stefan Stankalla
Das lange Warten hat ein Ende - Marco Büchel gewinnt den Super-G der Herren in Garmisch
Ski2b Redaktion am 23.02.2003 - 09:25 Uhr
Marco Büchel (LIE, 01:16,13 Minuten) ist der Sieger des sehr anspruchsvollen Super-G von
Garmisch-Partenkirchen (GER). Hinter dem Liechtensteiner platzierten sich Stephan Eberharter (AUT, 01:16,26 Minuten) und der Schweizer Tobias Grünenfelder (01:16,33 Minuten). Vierter wurde Fritz Strobl (AUT, 01:16,43 Minuten) vor Pierre-Emmanuel Dalcin (FRA, 01:16,45 Minuten).
Stankalla punktet:
Bester Deutscher war Stefan Stankalla (01:17,43 Minuten), der Platz 22 erreichte und somit einige Punkte nach Hause fuhr. Die fünf Nachwuchsfahrer, die der DSV für dieses Rennen nominiert hatte, landeten im hinteren Teil des Klassements, Johannes Stehle schied aus; Martin Kraus wurde 46. (01:19,24 Minuten), direkt dahinter platzierte sich Peter Strodl (01:19,41 Minuten). Stephan Keppler landete mit der Startnummer 68 auf Position 53 (01:20,03 Minuten). Undankbarer Letzter wurde Raphael Himmelsbach in einer Zeit von 01:22,44 Minuten.
Was lange währt ...
Seit der Saison 1998/99 hat Marco Büchel sieben Podestplätze im Weltcup erreicht - immer zweite und dritte Ränge. Heute schaffte er mit seinem achten Podiumsplatz den ersten Sieg. Damit bestätigt der Liechtensteiner eine Tendenz, die in seinem Falle klar nach oben zeigt: Büchel (Jahrgang 1971) wird zum Ende seiner Karriere immer besser. Kein Fachmann wird sich über diesen Sieg wundern. Mit diesem Erfolg übernimmt Marco Büchel auch die Führung im Super-G-Weltcup. Auf Platz Zwei liegt Stephan Eberharter.
Schweres Rennen:
Die Kandahar-Strecke von
Garmisch-Partenkirchen hatte bereits am Samstag den Abfahrern ihre Zähne gezeigt: Auf der eisigen Strecke vom 'Himmel' über die 'Hölle' zur 'FIS-Schneise' bekamen viele Athleten Probleme und erreichten die Grenze ihrer Belastbarkeit. So auch heute: Keiner der Fahrer brachte eine fehlerfreie Fahrt ins Ziel. Büchel wählte die erfolgreichste Abstimmung zwischen Angriff und Fahrkontrolle.
Walchhofer im Glück:
Darauf angesprochen, wird sich der Österreicher und neue Abfahrtsweltmeister, Michael Walchhofer, ärgern: Auch im Super-G kam er nicht bis ins Ziel - ein Schlag bei Tempo 100 riss Walchhofer sofort einen Ski vom Fuß, doch der Athlet reagierte souverän und ließ sich fallen und von der Auslaufzone und den Fangzäunen abbremsen.
Gesamtweltcup:
Nach seinem enttäuschenden 28. Platz in der Abfahrt am Samstag schied Bode Miller im Super-G sogar aus und verlor weiter Boden auf Stephan Eberharter, der die Wertung um den Gesamtweltcup nun klar anführt. Eine Entscheidung um den Sieg ist aber noch nicht gefallen; da Bode Miller in der Lage ist, auch in den technischen Disziplinen zu punkten oder gar zu gewinnen, hat der Amerikaner noch ausreichend Möglichkeit, den Rückstand auf den Österreicher wettzumachen. Dessen Ausgangsposition ist in diesem Zweikampf nun aber klar die bessere.
Die vergangene Saison:
Garmisch Partenkirchen, 26. Januar 2002: Der Österreicher Fritz Strobl gewinnt mit einem beherzten Lauf den ersten Super-G von
Garmisch-Partenkirchen. Auf dem zweiten Platz konnte sich der Schweizer Didier Cuche, mit einem Zeitrückstand von einer halben Sekunde vor dem großen Favoriten Stephan Eberharter platzieren.
Garmisch Partenkirchen, 27. Januar 2002: Eberharter gewinnt den abgebrochenen Super-G in Garmisch, Max Rauffer qualifiziert sich mit Platz 15 für Olympia. Nach 37 Rennläufern war Schluss - ein Föhnsturm brachte Wolken und Regen, somit war eine weitere sichere Durchführung des Rennens nicht mehr gewährleistet. Die Jury entschied, dass die Ergebnisse für den Weltcup gewertet werden, und erklärte Stephan Eberharter zum Sieger des zweiten Super-G von Garmisch.
Nach dem Umbau:
Im folgenden sind die Schlüsselstellen aufgeführt, die die neue 'Kandahar'-Strecke als Abfahrt und Super-G nach dem Umbau zu bieten hat.
Start, Abfahrt:
Der Start liegt am Kreuzjoch in 1700 Meter Höhe. Vom Start bis zur Seele (eine S-Kurve vor dem Tröglhang) beschleunigen die Fahrer in wenigen Sekunden von 0 auf 100 bis 110km/h.
Seele:
Kurzes flaches Stück mit einer rechts-links Kombination bevor es in das steilste Stück der Abfahrt geht.
Tröglhang:
Das steilste Stück der Abfahrt - bei der Ausfahrt in den Schußanger erreichen die Fahrer Höchstgeschwindigkeiten bis 130 km/h.
Schussanger:
Der Schussanger war früher ein Gleitstück - er wurde umgebaut. Die Strecke ist nun verbreitert und führt direkter ins Himmelreich. Aus dem reinen Gleitstück wurde eine technische Passage mit zwei schönen Kurven und einem Sprung, der bis zu 30 Meter weit geht.
Himmelreich:
Durch den Umbau des Schußangers wurde das Himmelreich kürzer. Hier müssen die Läufer sauber fahren und können sich noch einmal kurz sammeln für die schwierigsten Abschnitt der Abfahrt.
Die Kandahar-Piste, Super-G:
Der Start liegt am Beginn des Himmelreiches in einer Höhe von 1330 Meter. Die Gesamtlänge der Strecke beträgt 2070 Meter bei einem Höhenunterschied von 590 Metern.
Eishang:
Die Einfahrt in den Eishang wurde ebenfalls verbreitert. Damit ergeben sich für die Kurssetzung mehr Möglichkeiten in der Abfahrt wie auch im Super-G. Aus dem Eishang fahren die Athleten mit rund 110km/h auf den Seilbahnstadlsprung zu. Weiten zwischen 40 und 60 Meter können dort erreicht werden. An dieser Stelle bietet die Strecke einen größeren Sturzraum auch mehr Sicherheit.
Prügelgraben:
Kurze Verschnaufpause bevor es in die (nomen est omen) Hölle geht. Sie ist ähnlich steil wie der Tröglhang. Auch bei der Ausfahrt Hölle Veitl Kaspar werden Spitzengeschwindigkeiten von etwa 130km/h erreicht (wie am Tröglhang).
FIS-Schneise:
Von der FIS-Schneise bis ins Ziel gilt es, die Geschwindigkeit aus der Hölle mitzunehmen und in den letzten Kurven keine Zeit mehr zu verlieren.
Ziel:
Das Ziel liegt auf einer Höhe von 740 Metern. Vor dem Ziel gibt es noch den Zielsprung, der bis zu 20 Meter weit geht.
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