
Hilde Gerg

Hilde Gerg
Mittendrin und doch nicht dabei
Hilde Gerg am 17.02.2006 - 10:56 Uhr
Mittendrin und doch nicht dabei: Der Abfahrtslauf der Damen gestern war schon ein harter Brocken für mich. Oben die Mädels, unten die Medien - und da saß ich nun. Eigentlich hätte es doch mein Rennen werden sollen, mein Abschied vom Rennsport. Statt dessen saß ich 50 Meter daneben im Zielraum, als meine ehemaligen Kolleginnen um die Medaillen gefahren sind.
Verdiente Siegerin Dorfmeister
Es war bitter und ein paar Tränen hab ich schon verdrückt. Auch weil ich weiß, dass es wirklich mein Kurs gewesen wäre: Viele Wellen und Kurven, der Lauf war wie maßgeschneidert für mich, ich wäre perfekt vorbereitet gewesen. Aber in der Michaela Dorfmeister gab es eine absolut verdiente Siegerin und ihr gönne ich den Sieg. Sie war die ganze Saison konstant gut und jetzt hat sie den krönenden Abschluss ihrer Karriere gefunden. Kommt mir irgendwie bekannt vor...
Die Stimmung bei Olympia genießen
Aber so hart es war, nicht oben im Starthäusl zu stehen, es war wichtig für mich, als Kommentatorin und tz-Kolumnistin dabei zu sein, vielleicht kann ich den Schmerz so etwas besser verarbeiten. Jetzt kommt noch der Super-G am Sonntag und dann bin ich hoffentlich drüber hinweg. Außerdem ist Olympia für mich ja auch wesentlich mehr als nur Frustbewältigung. Ich will jetzt die Spiele richtig erleben, beim Rodeln mitfeiern, und die Stimmung genießen. Dann bin ich wieder mittendrin - und auch wirklich dabei.
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