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Interview mit Dan Chalfant (Präsident von Liberty Skis)

Ski2b Redaktion am 18.02.2006 - 14:16 Uhr
Die amerikanische Firma Liberty Skis will mit ihren Freeride-Skiern nun auch den europäischen Markt erobern. Im Interview mit Ski2b.com stellt Präsident Dan Chalfant seine Firma und deren Philosophie vor.

Ski2b.com: Dan, einige der User mögen Deine Firma noch nicht so genau kennen. Kannst Du uns etwas über Deine Firma und die Philosophie dahinter verraten?
Dan Chalant: Natürlich. Liberty ist eine kleine Freeride Skifirma, die in Colorado, USA beheimatet ist. Wir haben in den letzten vier Jahren spezielle Twin Tip Ski produziert mit dem Fokus auf All Mountain und Park und Pipe. Unser Motto ist "Furchtlos und Unabhängig" und ich glaube, dies veranschaulicht unser Vorhaben, vorhandene Strukturen zu durchbrechen und und Ski zu entwickeln, die für progressive Rider funktionieren. Wir stellen nur Twin Tip Ski her, aber im Gegensatz zu anderen Firmen bestehen unsere Ski ausschließlich aus Wood Core und machen die Ski dadurch stabil genug, um hart zu fahren entweder in einer Park-Session oder im Backcountry.

Ski2b: Eure Ski werden immer populärer. Warum glaubst Du, dies ist der Fall? Was ist das Besondere an euren Ski?
Dan: Ich glaube, viele Rider wollen mittlerweile von einer Skifirma etwas anderes geboten bekommen. Die großen Firmen konzentrieren sich größtenteils auf den Rennsport und die Ski-Urlauber. Wir bieten eine Alternative, die mehr auf die Freiheit fokussiert ist, die der Powder, das Backcountry, die Pipe und der Park offerieren. Wir produzieren ausschließlich Twin Tips in höchster Qualität aus Wood Core, die dazu noch drei Jahre Garantie haben. Liberty macht die Änderungen an den Ski ausschließlich danach, was uns die Pro-Rider und die Tester sagen und wir sind klein genug, um dies auch schnell umzusetzen. Wenn unsere Rider mit mir über ihre Wünsche sprechen, dann wissen sie, dass dies auch gemacht wird, denn ich bin der Mann, der die Entscheidungen in der Produktion macht. Und die Rider bekommen, was sie wollen. Wir hier bei Liberty sind kein großes Unternehmen in dieser Hinsicht.

Ski2b: Was sind Eure neuesten Modelle, die ihr anbietet? Welche Neuentwicklungen sind von Euch am Markt und was ist Dein persönlicher Favorit?
Dan: Wir haben gerade eine neue Linie herausgebracht mit dem Namen C-Note, die mehr als 100mm breit ist unter dem Fuß. Das sind Wide Twin Tip-Skier, die wegen ihrer Kernkonstruktion und der Seitenwände All Mountain tauglich sind und nicht nur im Tiefschnee überzeugen. Wir haben eine verstärkte Fiber ABS - Seitenwand angewandt bei diesem Modell, um ein starkes Kantengefühl zu erzeugen, sowie eine Chaos-Fiber Konstruktion in der Länge des Skis. Diese ist multidirektional und erlaubt dem Ski eine besonders große Steifigkeit bei gleichzeitig genügend Flexibilität, um leicht einen Schwung einleiten zu können. Ich fahre fast immer mit einem C-Note Ski, aber ich gehe auch gerne mit unseren neuen KGB-Modellen raus, vor allem in Parks oder um ein paar Schwünge auf geräumten Pisten zu machen. Die SB-Linie wurde technisch komplett neu überarbeitet, und ich habe den Prototyp auch schon einige Male getestet. Wenn wir damit fertig sind, wird das mein neuer Favorit.

Ski2b: In welche Richtung bewegt sich das Freeskiing? Wo geht der Trend hin in diesem Jahr?
Dan: Ich denke, Freeskiing hat momentan einen enormen Antrieb und es macht Spaß, ein Teil davon zu sein. Ich glaube, dass wir vermehrt Park und Pipe Tricks sehen werden, die ins Backcountry und zum All Mountain gebracht werden und urban jibbing wird weiter wachsen. Viele der Rider, die sonst nur im Park ski fuhren oder nur Big Mountain Linien gefahren sind, entdecken nun das Crossing-Over. Beim Skifahren geht es um die Entdeckung der Freiheit, die man spürt, wenn man auf einem schneebedeckten Berg steht, aber auch darum, was man spürt, wenn man seinen ersten Cork 7 landet oder schließlich einen wirklich verrückten urban rail. Wir bei Liberty versuchen, uns nicht zu sehr um Trends zu kümmern, sondern einfach nur das Skifahren zu genießen.

Ski2b: Ihr entwickelt wie schon gehört die Ski nach den Wünschen der Rider. Kannst Du uns das noch etwas genauer erklären? Was sind die einzelnen Schritte, bevor ein Ski fertig ist?
Dan: Normalerweise bauen wir die Prototypen nach den Wünschen unserer Rider sowie deren Fahrstil. Wir machen vier bis fünf Versionen dieses Prototypen mit verschiedenem Material am Anfang des Winters und lassen dann den Rider in den nächsten sechs bis acht Wochen entscheiden, welcher für sie am besten funktioniert. Die Rider schlagen zu diesem Zeitpunkt zumeist Veränderungen im flex pattern oder in der Konstruktion vor. Wenn wir einmal ausgewählt haben, welcher Prototyp in Produktion geht, stellen wir zunächst ein kleines Kontingent mit den neuen Verbesserungen her und geben diese Skier dann zum endgültigen Test an die Rider. Dann erst starten wir die Produktion der Serie, im Frühling.

Ski2b: Ein Wort zu Euren Rider. Auf wen sollte man ein Auge werfen?
Dan: Na ja, Phil Larose hat nicht nur sein Talent auf den Skiern bewiesen, sondern auch als Filmemacher und Pip Simmonds ist konstant gut bei den Damen. Aber wir haben so viel Talent in unseren Reihen, dass er schwer ist vorherzusagen, wer als nächster nach vorne kommt. David Lesh and Witt Foster sind ebenfalls talentierte Rider, die ihre Spuren im Park hinterlassen könnten und Charlie Macarthur hat seine Park-Qualitäten bereits ins Backcountry gebracht. Ryan Moore war Anführer unserer Big Mountain Rider und hat seit seinem Umzug nach Snowbird einen Sprung nach vorne gemacht. Er hat eine gute Berichterstattung bei seinen Trips nach Südamerika und Jackson Hole, USA erhalten und wird in Magazinen und in Filmen erscheinen.



Ski2b: Was sind Deine Erwartungen an den europäischen Markt? Was sind Eure Ziele auf diesem Kontinent?
Dan: Ich denke, wir können noch einiges lernen von den Europäern, was die Liebe zum Skisport angeht und den Lifestyle, der damit zusammenhängt. Der Skisport hat eine so große Tradition in Europa und bewegt die Massen, aber ich denke, dass viele Europäer so wie wir in den USA fühlen und gleich über das Freeriding denken. Ich denke, dass die Twin Tips und das Park Riding etwas langsamer in Europa angelaufen sind als in Nordamerika, aber Liberty möchte gerne ein Teil der Evolution dieses Skifahrens in Europa sein.
Weiterführende Informationen:
Homepage Liberty Skis
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