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Leistungsphysiologische Beanspruchung beim Alpinen Skilauf und beim Tourenskilauf

am 19.01.2006 - 10:02 Uhr

Die Leistungsphysiologische Beanspruchung von Breitensportlern beim Alpinen Skilauf und beim Tourenskilauf

Einleitung
In der vorliegenden Studie werden die spirometrischen, kardiozirkulatorischen und metabolischen Belastungen während des Alpinen Ski­laufs und des Tourenskilaufs mit einer Vita maxima-Belastung auf dem Fahrradergometer verglichen.

Methode
8 Alpine Schneesportler (46,1 ± 12,1 Jahre, 182,1 ± 4,1 cm, 78,6 ± 6,5 kg) wurden im Institut für Prävention und Sportmedizin in der Bad Wildunger Klinik am Homberg nach dem 1 W/kg KG-Ver­fahren nach Nowacki auf dem Fahrradergometer erschöpfend ausbelastet und absolvierten danach einen Feldtest auf dem Hintertuxer Gletscher. Die Feldstudien wurden als Kooperationsprojekt mit dem Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Karlsruhe (TH) im Oktober 2004 auf dem Hintertuxer Gletscher durchgeführt.
Die spiroergometrische Messung wurde während des Alpinen Skilaufs und des Tourenskilaufs mit der mobilen MetaMax® 3 B Spiroergometrie der Fa Cortex durchgeführt. Anhand des Polar S810iTM Herzfrequenzmessgerätes wurde die kardiozirkulatorische Leistungsfähigkeit im Feldversuch proto­kolliert. Zur Ermittlung der Serum-Laktatspiegel­konzentrationen fand der Lactate Scout der Fa. SensLab GmbH Verwendung.

Ergebnisse
Im Stufenbelastungstest konnte eine absolute bzw. relative Wattstufe von 342 ± 69 W respektive 4,7 ± 0,7 W * kg-1 ermittelt werden. Als korrespondierende Vita maxima-Parameter wurde eine Herzfrequenz von 175 ± 16 * min-1, eine absolute Sauerstoffaufnahme von 3980 ± 540 mlSTPD * min-1 und eine rela­tive VO2max von 49,0 ± 14,8 mlSTPD * kg-1 * min-1 ermittelt. Unmittelbar nach Belastungsabbruch betrug die Laktat-Serumkonzentration 12,7 ± 2,8 mmol * l-1 und stieg bis zu E3 auf 14,2 ± 2,9 mmol * l-1.
Beim Alpinen Skilauf wurde eine mittlere maximale Herzfrequenz von 153 ± 15 * min-1, eine durch­schnittliche VO2-Bedarfsspitze von 2860 ± 550 mlSTPD * min-1 respektive ein re­lativer VO2-Peak von 36,2 ± 6,9 mlSTPD * kg-1 * min-1 ermittelt. Der Sofort-Laktatwert unmittelbar nach Belastungsabbruch betrug 5,4 ± 2,8 mmol * l-1.
Während der Skitourenbelastung betrug die mittlere Herzfrequenz 144 ± 10 * min-1. Während der mittleren Skitourenzeit von 33:30 min wurde eine absolute Sauerstoffaufnahme von 2500 ± 370 mlSTPD * min-1 und eine rela­tive VO2max von 31,7 ± 4,7 mlSTPD * kg-1 * min-1 registriert. Der Sofort-Laktatwert unmittelbar nach Skitourenende ergab im Mittelwert 3,1 ± 0,9 mmol * l-1.

Diskussion
Im Alpinen Skilauf trat während der Belastungsspitzen ein Sauerstoffbedarf bis zu 72 % der VO2max auf, der mit einer Belastungsstufe von 3 W/kg KG auf dem Fahrrad­ergometer vergleichbar war. Diese Belastung war in dem aerob-anaeroben Schwellenbereich anzusiedeln. Die Tourenskibelastung erforderte einen O2-Bedarf bis zu 62% der VO2max und entsprach einer Fahrradergometerbelastung von 2 - 2,5 W/kg KG unterhalb der Dauerleistungsgrenze.

Literatur
- Röder, Y. (2002). Metabolische und kardiale Parameter beim alpinen Skilauf. Komparative Analysen zur Belastung von Freizeit-, Seniorenskiläufern und aktiven Skilehrern beim Feldtest mit differierenden Skitaillierungen und beim Labortest auf dem Abfahrtssimulator. Aachen: Shaker.
- Vater, H.-H. (2003). Kardiorespiratorische und metabolische Kenngrößen bei Alpinen Skiläufern während erschöpfender Spiroergometrie, maximaler Schnelligkeitsausdauerbelastung und Skispezifischem Winkelsprungtest. Dissertation, Justus-Liebig-Universität Gießen.
http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2003/1326.
- Vater, H.-H., (2004)

Autoren
Vater, H.-H.1, Nowacki, P. E.2, Röder, Y.1 , Vater, K.-U.1, Härtel, S.4, Neumann, R.4, Buhl, B.4 & Bös, K.4
1Institut für Prävention und Sportmedizin, Klinik am Homberg, Bad Wildungen, Deutschland
2Institut für Sportmedizin, Justus-Liebig-Universität Gießen, Deutschland
3Institut für Sport und Sportwissenschaften, Universität Karlsruhe (TH), Deutschland


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