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Studienteilnehmer
Adaptation der Leistungsfähigkeit von Nachwuchsrennläufern bei der Umstellung auf Race-Carver
am 19.01.2006 - 11:25 Uhr
Die Adaptation der körperlichen, kardiorespiratorischen und metabolischen Leistungsfähigkeit von Nachwuchsrennläufern auf DSV-D-Kader-Niveau in Abhängigkeit vom Skimaterial vor und während der Umstellung auf Race-Carving Skis
Einleitung
Spiroergometrische Laboruntersuchungen Alpiner Schneesportler bildeten in der Vergangenheit die Grundlage der allgemeinen Leistungsdiagnostik und der Gesundheitsuntersuchungen. Am Institut für Sportmedizin an der Justus-Liebig-Universität in Gießen wurden regelmäßig Alpine Skisportler auf DSV-D-Kader-Niveau untersucht. Während der Umstellung von tradiertem Skimaterial auf die progressiveren Race-Carver ist eine Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit zu erwarten, da aufgrund aggressiver Taillierungen hohe vertikale Bodenreaktionskräfte entstehen. Der am System Skifahrer-Ski angreifende Kraft-Wirkungs-Komplex der Totalen Lateralkraft muss infolgedessen zu mehr Athletik und zu einer gesteigerten körperlichen Leistungsfähigkeit führen.
Methode
Am Institut für Sportmedizin an der JLU Gießen wurden Alpine Nachwuchsrennläufer auf DSV-D-Kader-Niveau vor und während der Umstellung auf Race-Carver untersucht. Im Rahmen der leistungsdiagnostischen Tests wurde die Körperliche Leistungsfähigkeit spiroergometrisch auf dem Fahrradergometer mit dem 1 W/kg KG-Verfahren nach Nowacki ermittelt.
Ergebnisse
Hübner (1981) konnte vor der Umstellung auf Race-Carver bei den Nachwuchsrennläufern eine Gesamtarbeit von 1304 ± 200 Wattminuten ermitteln. Die durchschnittliche maximale Herzfrequenz betrug 182 ± 10 * min-1. Die systolischen Blutdruckwerte stiegen von 130 ± 15 mmHg in Ruhe auf einen maximalen RR-Wert von 180 ± 20 mmHg an. Die maximale absolute Sauerstoffaufnahme lag bei 3400 ± 400 ml * min-1. Unter der Berücksichtigung des Körpergewichts ließ sich eine maximale relative Sauerstoffaufnahme von 48,3 ± 4,9 ml * min-1 * kg-1 registrieren. Während und nach der Umstellung des Skimaterials auf die aggressiveren Taillierungen registrierte Vater (2003) im Stufenbelastungstest eine Zunahme der Gesamtarbeit auf 1727 ± 456 Wattminuten. Die maximale Herzfrequenz stieg auf 190 ± 11 * min-1. Die maximalen systolischen Blutdruckwerte lagen bei 200 ± 30 mmHg. Für die maximale absolute Sauerstoffaufnahme ergaben sich 4180 ± 820 ml * min-1. Für die relative Sauerstoffaufnahme ließen sich 67,3 ± 6,1 ml * min-1 * kg-1 ermitteln. Insofern ergaben sich für den Vergleich der maximalen biologischen Leistungsdaten sowie für die geleistete Gesamtarbeit signifikante Mittelwertsdifferenzen.
Diskussion
Während und nach der Umstellung auf Race-Carving Skis verbesserte sich die Leistungsfähigkeit der Nachwuchsrennläufer auf DSV-D-Kader-Niveau signifikant im Vergleich zu den Untersuchungen vor der Umstellung des Skimaterials. U. a. ist diese Leistungssteigerung auf die gestiegenen athletischen Anforderungen infolge der Materialänderung und die Optimierung der Trainingsmethoden und -in-halte im Maximal-, Schnellkraft- und Kraftausdauerbereich zurück zu führen.
Literatur
- Hübner, K. (1981) Herzfrequenz-Telemetrie bei wettkampfspezifischem Schneetraining und sportmedizinisches Leistungsprofil des Hessischen Alpinen Ski-D-Kaders. Wiss. Examensarbeit, Justus-Liebig-Universität Gießen.
- Vater, H.-H. (2003). Kardiorespiratorische und metabolische Kenngrößen bei Alpinen Skiläufern während erschöpfender Spiroergometrie, maximaler Schnelligkeitsausdauerbelastung und Skispezifischem Winkelsprungtest. Dissertation, Justus-Liebig-Universität Gießen.
http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2003/1326
Autoren
Vater, H.-H.
1, Nowacki, P. E.
2, Röder, Y. & Vater, K.-U.
3
1Institut für Prävention und Sportmedizin, Klinik am Homberg, Bad Wildungen, Deutschland
2Institut für Sportmedizin, Justus-Liebig-Universität Gießen, Deutschland
3Sportmedizinisches Zentrum Parkhöhe, Bad Wildungen, Deutschland
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