
Spaß im Schnee

Impressionen

Impressionen
Unabdingbar: Die richtige Ausrüstung
2b-Sportredaktion am 18.11.2007 - 00:23 Uhr
Herzlich willkommen zum zweiten Teil unseres Specials „Fit in den Winterurlaub“. Nachdem sich im ersten Teil alles um die Auswahl von Urlaubsort und Reiseform gedreht hat, geht es jetzt um die richtige Ausrüstung.
Ob Ski alpin, Langlauf oder Snowboarden auf der Liste der Urlaubsaktivitäten stehen, spielt zunächst einmal keine Rolle, denn die richtige Ausrüstung fängt in jedem Fall bei der Bekleidung an.
Bekleidung
Beim Wintersport kann es naturgemäß ganz schön kalt werden. Minusgrade und Feuchtigkeit können nicht nur den Spaß an einem Tag auf der Piste trüben, sondern auch die Gesundheit beeinträchtigen: Ausgekühlt ist der Körper weniger reaktionsschnell und damit anfälliger für Unfälle und Verletzungen. Und einen Schnupfen will man sich im Urlaub erst recht nicht einfangen...
Also gilt es, den Körper warm und trocken zu halten. Dabei hat sich das Zwiebelprinzip bestens bewährt: Mehrere, für sich genommen eher dünne Schichten Kleidung schützen besser gegen Kälte als der dickste Wollpullover. Das liegt daran, dass die Luft zwischen den einzelnen Kleidungsstücken die Wärme speichert und damit isolierend wirkt. Weiterer Vorteil der „Zwiebel“: Die Temperatur lässt sich durch simples An- und Ausziehen einzelner Schichten sehr effektiv kontrollieren. So wird auch die Rast auf der kamingeheizten Almhütte nicht zum unfreiwilligen Saunabesuch.
Kälteschutz beginnt auf der Haut
Sinnvolle Bekleidung fängt für den Wintersportler mit der Unterwäsche an, denn effektiver Kälteschutz beginnt direkt auf der Haut. Funktionale Sportunterwäsche bietet spezielle Windschutzeinsätze, die im Lenden- und Rückenbereich sowie an Brust und Oberarmen die Kälte abhalten. Flexible Materialien garantieren an den anatomisch wichtigen Körperzonen die notwendige Bewegungsfreiheit. Auch wenn ein Produkt all diese Kriterien erfüllt, ist eine Anprobe vor dem Kauf doch unerlässlich: Atmungsaktivität und Windschutz nützen nämlich nichts, wenn fehlender Tragekomfort die Bewegungsfreiheit einschränkt oder unsauber verarbeitete Nähte kratzen.
Isolationsschicht
Als nächstes folgt die Isolationsschicht: Sie sollte möglichst weich und warm sein. Fleece ist als Material für diesen Zweck sehr beliebt, aber auch ein klassischer Pullover ist hier nicht verkehrt. Inzwischen gibt es auch Pullover mit Windstopper-Funktion, die ein Auskühlen des Körpers noch effektiver verhindern, indem sie dem sogenannten Windchill-Effekt vorbeugen: Trifft Wind auf die isolierende, warme Luftschicht direkt über der Haut, beginnen wir zu frösteln. Diesen „gefühlten Minusgraden“ rücken winddichte Kleidungsstücke erfolgreich zu Leibe.
Außenschicht: Soft Shell & Co
Den krönenden Abschluss bildet dann die Außenschicht: Auch sie sollte selbstverständlich atmungsaktiv sein, muss aber gleichzeitig mit Schneefall, Nässe und Wind klar kommen und sollte deswegen wenigstens stark wasserabweisend (besser: wasserdicht) sein.
Wer jetzt an klobige Ski-Anoraks denkt, liegt falsch: „Soft Shell“ heißt das aktuelle Zauberwort aus dem Arsenal der Wintersportbekleidung. Jacken aus Soft Shell-Material bestehen aus einen weichen, abriebfesten Außenmaterial und einer wärmenden Fleeceschicht im Inneren. Dazwischen liegt eine atmungsaktive Membrane. Soft Shell-Textilien sind von außen wasserabweisend (je nach Material und Ausführung sogar wasserdicht), winddicht und atmungsaktiv. Ihre Nähte werden ebenfalls in aufwendigen Verfahren versiegelt, um Wind und Feuchtigkeit keine Angriffsmöglichkeit zu bieten. Damit bieten die „Softshells“ die gleichen Vorzüge wie die klassischen Anoraks, sind aber deutlich leichter und bieten eine erhöhte Bewegungsfreiheit.
Bei den Skihosen haben sich hoch geschlossene Modelle (Latzhosen) bewährt, die beim Fallen keinen Schnee hereinlassen. Snowboarder finden im Sortiment der Bekleidungshersteller Spezialmodelle für ihren Sport, die beispielsweise Rücksicht darauf nehmen, dass der Snowboardanfänger häufig auf den Knien oder seinem Allerwertesten im Schnee sitzt.
Nicht vergessen: Handschuhe und Brille
Komplettiert wird die Ausrüstung durch Handschuhe und Brille. Handschuhe sollten aus einem ebenfalls wasserdichten und möglichst atmungsaktiven Material (z.B. Gore-Tex XCR) gefertigt sein. Wasserdichtigkeit alleine garantiert nämlich noch keine mollige Wärme: Die Hände geben – wie alle anderen Hautpartien – auch bei Minusgraden Wasserdampf ab. Nur wenn der Dampf nach draußen abgegeben werden kann, bleibt der Handschuh trocken und damit auch warm.
Ob Fingerhandschuhe oder Fäustlinge getragen werden, ist für den Anfang eigentlich unerheblich, obwohl die meisten Skiläufer Fingerhandschuhe bevorzugen. Wer im Urlaub Bekanntschaft mit dem Snowboard machen möchte, sollte sich allerdings nach speziellen Snowboardhandschuhen umsehen. Weil man bei diesem Sport zwangsläufig öfter in den Schnee greift als beim Skifahren, sind die Modelle für Snowboarder häufig mit besonders griffigem, aufgerauhtem Material an der Handinnenseite ausgerüstet und bedecken auch noch Teile des Unterarms. Das soll verhindern, dass Schnee im Jackenärmel landet.
Eine gute Schneebrille ist ebenfalls ein Muss: Der richtige Durchblick sorgt für Sicherheit auf Piste und Loipe. Wichtig sind eine Anti-Fog-Beschichtung, die ein Beschlagen der Brille verhindert, sowie eine subjektiv angenehm empfundene Tönung der Scheibe, die für ausreichend Kontrast im strahlenden Weiß der Umgebung sorgt. Die große Mehrzahl der Skibrillen ist darüber hinaus mit einem UV-Filter ausgestattet, der potenziell schädliche Anteile aus der im Hochgebirge sehr intensiven Sonnenstrahlung entfernt. Außerdem wichtig: Die Brille muss gut sitzen, darf nicht drücken oder gar die Wahrnehmung behindern.
Sicherheitsequipment
Aktuell lassen sich zwei Trends im Bereich der Sicherheit ausmachen: Helme sind beim alpinen Skilauf nicht mehr nur Kindern und Rennfahrern vorbehalten. Die Investitionen der Hersteller haben Früchte getragen: Skihelme sind nicht mehr zwangsläufig klobige Kugeln, die besser auf einen Raumanzug als auf die Piste zu passen scheinen. Leichte Modelle aus neuen Werkstoffen und mit verbessertem Tragekomfort sorgen dafür, dass Sicherheit im wahrsten Sinne des Wortes „tragbar“ wird. In den USA haben sich die neuen Helme bereits auf breiter Front durchgesetzt; erfahrungsgemäß wird nun auch in Europa in den nächsten Jahren die Zahl der Helmträger zunehmen.
Trend Nummer zwei: Rückenprotektoren. Die schuppenähnlichen Konstruktionen aus extrem hartem Kunststoff sollen im Falle eines Sturzes das Rückgrat schützen und Wirbelverletzungen vermeiden helfen. Bei Motorradfahrern schon heute ein ganz normaler Ausrüstungsgegenstand, waren solche Protektoren im Skisport bislang meistens den schnellen Profis vorbehalten. Mittlerweile gibt es aber auch erschwingliche Modelle für sicherheitsbewusste Normalverbraucher, und in dieser Wintersaison hat ein pfiffiger Rucksackhersteller erstmals ein Modell auf den Markt gebracht, das einen solchen Protektor in den Rucksack (statt in die Kleidung) integriert.
Leihen oder kaufen?
In praktisch allen Skigebieten lässt sich heutzutage die Sportausrüstung mieten. Grundsätzlich spricht nichts dagegen, diese Angebote zu nutzen: Das Material wird meist nur eine Saison eingesetzt und ist deswegen technisch auf dem neuesten Stand. Auch die regelmäßige Wartung und fachgerechte Einstellung der Bindungen sprechen für die Leihvariante.
Speziell als Anfänger hat man so außerdem die Möglichkeit, die verschiedenen Fahreigenschaften unterschiedlicher Skier in Ruhe zu testen. Und nicht zu vergessen: auch der Geldbeutel spielt natürlich eine Rolle. Wer erstmalig in den Wintersport hineinschnuppern möchte, braucht sicherlich nicht sofort Geld in eine eigene komplette Ausrüstung zu investieren; hier ist die Ski- und Skischuhmiete einfach kostengünstiger. Wer dann regelmäßig in den Winterurlaub fährt, wird ohnehin eigenes Equipment bevorzugen.
Skischuhe
Bei der Auswahl der passenden Skischuhe sollte man große Sorgfalt walten lassen, denn immerhin stellen sie das wichtigste Bindeglied zwischen Fahrer und Ski dar. Eine qualifizierte Beratung ist also unbedingt notwendig, egal, ob die Skischuhe gekauft oder „nur“ gemietet werden sollen.
Auf den ersten Blick mag es komisch erscheinen, aber es stimmt tatsächlich: Die Tageszeit spielt bei der Suche nach dem passenden Skischuh eine wichtige Rolle! Im Laufe des Tages schwellen die Füße bei jedem Menschen etwas an. Damit dieser kleine Unterschied im Fußvolumen im Skischuh nicht zur Qual wird, sollte die Anprobe stets in der zweiten Tageshälfte stattfinden. Experten raten außerdem dazu, schon beim Anprobieren ein paar eigene Skisocken zu tragen und mit dem Schuh rund eine Viertelstunde umherzugehen, um eine eventuelle Neigung zur Druckstellenbildung sicher erkennen zu können.
Skischuhe sollten bequem sein und dennoch fest sitzen. Die Zehen sollten beim Anziehen mit gestrecktem Beine vorne leichten Kontakt zum Schuh und nach dem Anziehen noch Bewegungsfreiheit haben. Wichtig ist auch ein sicherer Halt im Fersenteil des Schuhes. Trotz gutem Schaftwiderstand sollte eine aufrechte Beinstellung problemlos möglich sein.
Vor einigen Jahren stellten maßgeschneiderte Skischuhe mit geschäumtem Innenteil die beste Möglichkeit dar, einen optimal sitzenden Schuh zu erhalten – leider jedoch auch eine recht kostspielige. Mittlerweile haben die Hersteller sogenannte „Softboots“ im Programm: Diese Skischuhe kombinieren eine (äußere) Hartschale mit einem gut isolierten und vielfältig anpassbaren Innenschuh. Das Resultat ist ein leichter Skischuh mit deutlich verbessertem Tragekomfort. Aktuelle Skischuhe haben auch wieder mehrere Schnallen, um einen fein regulierbaren Sitz der Hartschale zu ermöglichen. Die vor einigen Jahren propagierten Ein-Schnallen-Schuhe mit Ferseneinstieg sind dagegen wieder out.
Ski alpin
Moderne Skier sind High-Tech-Produkte, die ständig weiter entwickelt werden. Gleichzeitig bieten die Hersteller immer stärker spezialisierte Skier an, die für ganz bestimmte Einsatzgebiete wie Rennen oder Skitouren konzipiert sind.
Um im riesigen Angebot nicht den Überblick zu verlieren, sollte man sich als Anfänger zunächst auf die Allround-Modelle konzentrieren. Diese Skier sind leicht zu steuern, erfordern vom Fahrer nur einen mäßigen Kraftaufwand und verzeihen auch mal einen Fahrfehler. Als Faustregel für die richtige Länge gilt: Skilänge = Körpergröße minus 10 cm.
Zeitgemäße Skier für Fahranfänger drehen übrigens nicht mehr so leicht wie die ersten Carvingmodelle, die vor einigen Jahren aufkamen: Die phänomenal hohe Drehfreudigkeit der Skier verführte gerade Anfänger zu extremen Kurvenmanövern, die ihrerseits zu einer Überbeanspruchung des Bänderapparates im Knie und entsprechend vielen Verletzungen führten. Hier haben die Hersteller inzwischen aber reagiert und ihre Modelle angepasst.
Bei der Auswahl der Stöcke ist vor allem die eigene Körpergröße entscheidend: Befindet sich der Griff des Skistocks auf einer Höhe mit dem 90 Grad angewinkelten Unterarm, so passt die Länge. Ein weiteres Auswahlkriterium ist das Griff- und Schlaufensystem des Stocks, mit dem der Skifahrer auch mit Handschuhen und ohne zu verkrampfen bequem zurechtkommen muss.
Zwischen Ski und Skischuh gehört selbstverständlich noch die Bindung. Sie erfüllt eine wichtige Sicherungsfunktion, indem sie sich im Falle eines Sturzes öffnet und so den Ski vom Fuß trennt. Die meisten der handelsüblichen Bindungen sind qualitativ hochwertig. Allerdings sollte die Bindung unbedingt von einem Fachmann montiert und eingestellt werden.
Kommt ein eigenes Paar Skier zum Einsatz, sollte vor der ersten Abfahrt ebenfalls ein Experte im Sportfachgeschäft einen Blick auf das Equipment werfen und besonders die Einstellung der Bindung überprüfen: Gewichtsveränderungen des Skiläufers können beispielsweise eine ganz neue Justierung des Bindungssystems notwendig machen.
Snowboard
Das Snowboard ist im Vergleich zum Ski ein sehr junges Sportgerät, hat aber trotzdem schon eine beachtliche Evolution durchlaufen. Ähnlich wie beim alpinen Skisport haben sich auch beim Snowboarden eine Reihe von eigenständigen Disziplinen entwickelt, die jeweils wiederum eigene Snowboardtypen verwenden: Longboards kommen im Pulverschnee zum Einsatz, schmale Raceboards sind auf präparierten Rennstrecken zuhause, und Twin-Tips werden für Sprünge und Tricks verwendet.
Doch keine Sorge: Anfänger können sich aber getrost auf die Freeride-Boards konzentrieren, die die besten Allround-Eigenschaften mitbringen und von der Mehrzahl der Fortgeschrittenen gefahren werden. Auch hier gibt es eine Faustregel für die richtige Boardgröße: Auf den Boden gestellt sollte das Board dem Einsteiger mindestens bis zum Kinn, aber nicht weiter als bis zur Nase reichen.
Beim Thema Bindung hat der Snowboarder ebenfalls mehr Auswahl als ein Skifahrer: Drei Systeme haben sich auf dem Markt etabliert. Die größte Verbreitung haben die sogenannten Softbindungen. Auf einer Grundplatte, die fest mit dem Board verbunden ist, ist eine Art minimalistische Version einer Skischuh-Hartschale montiert. Der Snowboarder steigt mit seinen Softboots in die Bindung und befestigt sie mit einer Reihe von Schnallen und Gurten („Straps“). Vorteil des Systems: Softbindungen sind variabel einstellbar und damit für verschiedene Einsatzzwecke wie Freeride und Freestyle gleichermaßen geeignet. Außerdem können sie mit Snowboardschuhen verschiedener Hersteller kombiniert werden.
Daneben gibt es noch die Plattenbindung, die ähnlich wie Skibindungen konstruiert ist: Ein Hebelsystem fixiert den Hartschalen-Skischuh des Boarders. Die Plattenbindung bietet die unmittelbarste Kraftübertragung aufs Snowboard und wird nur noch im Rennen eingesetzt. Ein Mittelding zwischen Soft- und Plattenbindung stellt die Soft-Step-In-Bindung dar: Grundsätzlich wie eine Softbindung aufgebaut, verzichtet sie auf Befestigungsschnallen für den Schuh, der stattdessen über ein Verriegelungssystem in der Schuhsohle in die Bindung einrastet.
Langlauf
Im Vergleich zu Abfahrtsskiern sind die Sportgeräte der Langläufer deutlich schmaler, leichter und meist auch länger. Auf der Unterseite des Skis befinden sich glatte Gleitzonen und geriffelte oder geschuppte Steigzonen. Die Skier sind so konstruiert, dass die Steigzonen nur dann Kontakt zum Schnee haben, wenn der Läufer beim Abstoßen sein Gewicht auf den Ski verlagert.
Auch bei den Langlaufskiern ist ein Allround-Modell für Einsteiger die beste Wahl. Die Stöcke sind länger und geringfügig leichter als diejenigen, die im alpinen Skisport benutzt werden. Die Bindung fixiert den Langlaufschuh nur an der Fußspitze, so dass die Ferse beweglich bleibt.
Ausblick
Mittlerweile sollten Sie bereits einen groben Überblick über das wichtigste Equipment für Ihren Winterurlaub bekommen haben. Im nächsten Teil geht es um die praktischen Vorbereitungen: Wir stellen Ihnen ein Programm vor, mit dem Sie sich schon zuhause gezielt auf den Sport im Schnee vorbereiten können. Bis dahin!
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