Specials Portraits Athletenspecial Hilde Gerg

Hilde Gerg

Hilde Gerg

Hilde Gerg

Hilde Gerg und Renate Götschl

Hilde Gerg

Hilde Gerg

Hilde Gerg

Hilde Gerg

Turin 2006

Interview mit Hilde Gerg

Ski2b Redaktion am 08.03.2005 - 10:16 Uhr

Ski2b.com: Das Weltcupfinale in Lenzerheide steht an. Wie ist Deine momentane Verfassung? Bist Du dafür gut gerüstet?
Hilde Gerg: Auch wenn wir nun beim Saisonfinale angekommen sind, ist noch alles möglich. Ich fühle mich nach wie vor fit und für das Finale gerüstet. Der dritte Platz von San Sicario hat mir sicherlich noch einmal richtig Auftrieb gegeben. Es geht schließlich um den Sieg im Abfahrts-Weltcup.

Ski2b: Zum Thema Abfahrts-Weltcup: Dort gibt es das Duell gegen Renate Götschl. Was wird den Ausschlag geben, wer die kleine Kristallkugel mit nach Hause nehmen darf?
Hilde: Also da hat nun Renate durch ihren Vorsprung definitiv die besseren Karten. Aber es gibt sicherlich noch eine Chance für mich. Am vorletzten Wochenende haben wir gesehen, wie schnell man mal 30-35 Punkte aufholen kann und ich brauche 33. Aber ich will mich keinen Illusionen hingeben, die besseren Karten wird diejenige von uns haben, die keine großen Fehler macht. Wenn wir beide eine gute Fahrt hinlegen, wird es schwer für mich. Es kommt also auf die Fehler an, die gemacht werden und die gönne ich keinem.

Ski2b: Wie kann man die Strecke charakterisieren? Liegt Dir die Strecke?
Hilde: Die Strecke ist eigentlich für eine Abfahrt eine recht untypische Strecke. Sie hat die Züge eines Super- G´s. Man kann also schon von einer sehr anspruchsvollen Strecke sprechen. Ob sie mir allerdings liegt, dass werden wir erst am Tag des Rennens wissen. Strecken verändern sich, ein bisschen anderer Schnee, andere Temparaturen und schon ergibt sich ein ganz anderer Streckencharacter. Grundsätzlich komme ich aber mit anspruchsvolleren Strecken sehr gut zu recht. Hoffen wir, dass es am Mittwoch auch so sein wird.

Ski2b: Wie gehst Du die Trainings an? Langsam an die Piste herantasten oder gleich einmal eine Duftmarke setzen, um die Konkurrenz ins Grübeln zu bringen?
Hilde: Also Trainings geht man generell immer recht gleich an. Im ersten Training lernt man die Strecke kennen, liest und lernt die Linie. Beim zweiten Training schaut man dann schon ein bisschen auf die Platzierung, z.B. von welcher Startnummer man sich beim Rennen am meisten verspricht. Also Duftmarken können da schon auch passieren, aber die Trainings werden eher von der Strategie geprägt.

Ski2b: In San Sicario hast Du in der Kombination einen neuen Abfahrtsski getestet. Wie bist Du damit zufrieden?
Hilde: Bei dem Test wollten wir eine ganz bestimmte Eigenschaft eines Skis testen, das ist uns auch gelungen. Welche Eigenschaft das ist, mag ich natürlich hier nicht verraten. Aber der Zeitpunkt ist ganz bewusst jetzt gewählt, da wir mitten in der Saison einfach authentische Schneeverhältnisse haben. In der Saisonvorbereitungszeit ist das leider nicht immer so. Wir wollten einfach die guten Schneeverhältnisse ausnutzen.

Ski2b: Wie kam es zu der spektakulären Zieleinfahrt im Slalom, als Du rückwarts die Ziellinie überquert hast? War das vorher geplant oder war es eine spontane Entscheidung?
Hilde: Das war natürlich eine spontane Entscheidung. Nachdem ich ja schon den ein oder anderen Ausflug hinter mir hatte, wollte ich so den Spaßfaktor ausdrücken, mit dem ich den Slalom angegangen bin. Und da dachte ich mir, ich kopiere hier mal den Felix Neureuther. Und Spaß hat es gemacht.

Ski2b: Am Rande der Rennen gab es Kritik aus dem Fahrerlager wegen der zu leichten Piste. Was erwartest Du Dir von dem Protest, den Du zusammen mit weiteren Fahrerinnen vorbringen willst?
Hilde: Ja, das war nun wieder keine spontane Aktion, sondern entstand nach einigen Gesprächen mit anderen etablierten Fahrerinnen, Wir waren fast alle der Meinung, dass diese Strecke nicht den sportliche Charakter einer echten Abfahrt widerspiegelt und so etwas sollte schon gar nicht bei einem solchen Großereignis wie den Olympischen Spielen passieren. Im Sinne des Sports und der Zuschauer, die die Rennen live am Fernseher mitverfolgen, muss da mehr geboten werden. Wir alle haben da eine Verantwortung und ein Interesse daran, den alpinen Skisport und hier speziell die Abfahrt bestmöglich in Szene zu setzen. Und das war bei bei dieser Strecke ganz sicher nicht der Fall. Wir erhoffen uns hier in diesem Sinne eine Verlegung der Abfahrtsstrecke.

Ski2b: Hilde, wir bedanken uns für das Interview und wünschen viel Erfolg in Lenzerheide.
Hilde: Danke schön.


  Zurück
Weiterführende Informationen zum Thema:
Verwandte Artikel bei Ski2b:
Verwandte Links (extern):
Social Bookmarking:
Linktipps: Google, Amazon, ebay
Anzeigen
Google Anzeigen