
Legendärer Sprung 2004

Debüt 1990

Ghedinas legendärer Sprung

Ghedina jubelt

Kitzbühel-Sieg 1998
Ghedina stellt die Abfahrt von Kitzbühel vor
Kristian Ghedina am 17.01.2006 - 11:39 Uhr
Die Streif ist ohne Zweifel die schwierigste Abfahrt im gesamten Skizirkus und flößt den Rennläufern daher auch den größten Respekt ein. Vom Start weg ist der Adrenalinpegel auf Höchststand, denn man sticht sofort einen steil abfallenden Schuss hinunter und nach sieben bis acht Fahrsekunden beträgt die Geschwindigkeit bereits 100 km/h.
Mythos der Mausefalle
Die darauffolgende berüchtigte Mausefalle ist ein Mythos im Skirennsport, aber auch ein Alptraum für viele Athleten.
Die Kante der Mausefalle zwingt die Rennläufer zu Sprüngen von 50 bis zu 80 m. Es folgt die Kompression, dann eine Rechtskurve und schließlich der Steilhang. Der Name ist Programm, denn dieser Abschnitt ist der steilste unter allen Abfahrtsstrecken im Weltcup. Es handelt sich um eine Links-Rechts-Kurvenkombination, die in eine Diagonale mündet. Besonders der langgezogene Rechtsschwung der Ausfahrt ist entscheidend - aus meiner Sicht die technisch anspruchsvollste Passage aller Weltcuprennen. Sie erfordert technisches Können und die Fähigkeit, den Ski im richtigen Timing laufen zu lassen, um Schwung mitzunehmen. Im Anschluss an den Steilhang kommen die Gleitstücke Brückenschuss und Gschöß. Dann folgt die riskante Schrägfahrt entlang der Alten Schneise.
Dorf liegt dem Läufer zu Füßen
Nun kommen die Läufer in den Mittelteil, mit einigen Kurven und einem leichten Sprung. Im Schlussteil, den man am Ende seiner Kräfte erreicht, wartet nach einer Rechtskurve die Hausbergkante, ein schwieriger und spektakulärer Sprung, der in einem Steilstück landet. Man sieht im Sprung das Dorf quasi unter sich liegen. Dann kommt eine Linkskurve mit ungünstiger Hangneigung, die mit hoher Geschwindigkeit durchfahren wird. Eine schwierige Passage mit Unebenheiten, in der man zentral über dem Ski bleiben und kontrolliert fahren muss, um das Terrain auszugleichen.
Legendärer Sprung 2004
Nun geht es in den steilen Zielschuss mit einer Kompression, die den Zielsprung einleitet. Dort habe ich 2004 den mittlerweile legendären Spagatsprung gemacht, mit 137,6 km/h. Eine spontane Geste, die für viel Gesprächsstoff und Popularität gesorgt hat.
Besonderes Rennen in Kitzbühel
Kitzbühel ist wohl das wichtigste Rennen für die österreichische Mannschaft, die es alljährlich darauf anlegt, den Sieger aus ihren Reihen zu stellen. Ich habe auf der Streif 1998 gewonnen - es war das erste Mal, dass in
Kitzbühel ein Italiener aufs oberste Treppchen stieg.
Kitzbühel ist besonders, denn es verbindet festliche Atmosphäre mit ehrgeizigem Rennsport. Hier, vor diesem begeisterten Publikum zu gewinnen, ist wie in Italien die Fußballweltmeisterschaft zu gewinnen. Auch das macht die Streif so einzigartig.
Zurück