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Kristian Ghedina

Kristian Ghedina

Kristian Ghedina

Michael Walchhofer

Antoine Deneriaz

Die Val d'Isere-Abfahrt aus der Sicht von Ghedina

Kristian Ghedina am 06.12.2005 - 10:10 Uhr

Diese Piste ist für Gleiter besonders geeignet, und daher käme sie auch meinen Charakteristiken äußerst entgegen, jedoch war ich hier noch nie in der Lage, gute Resultate herauszufahren. Und ich kann mir auch nicht erklären, warum. Einzige Ausnahme war das Rennen im Jahr 2000, als Fattori gewann, ich Zweiter wurde und Fischnaller Dritter. Drei Italiener auf dem Podium, nach einem Rennverlauf mit speziellen Bedingungen, die sich niemand erwartet hatte und auf die wir mit der Auswahl der schnellsten Skier die richtige Antwort gefunden hatten.

Mit 120 km/h in die Kompression
Vom Start weg bleibt man fast bis zur Hälfte der Strecke in der Hocke. In diesem ersten Abschnitt gibt es auch zwei große Sprünge. Der erste nach 15 Sekunden, er führt in das Steilstück und dann der berühmte Bosse à Colombin. Ein sehr weiter Sprung, der je nach atmosphärischen Bedingungen und Streckenverlauf zwischen 40 und 50 Meter weit ist. Bei schnellem Schnee springt man naturgemäß auch immer weiter. Auf der Hälfte der Piste befindet sich eine relativ enge Linkskurve, gefolgt vom Telefonsprung, einer sehr schwierigen Passage, in der man ca. 30 Meter weit springt und sofort nach der Landung die Richtung nach rechts ändern muss. Nun kommen einige Hochgeschwindigkeitskurven, von denen manche in der Hocke gefahren werden, andere wiederum nicht. In diesem von Kurven bestimmten Abschnitt ist es wichtig, stets die maximal mögliche Geschwindigkeit zu fahren. Es folgt der Tunnelsprung mit ca. 30 Metern, um dann in die legendäre Kompression zu kommen. In diese schwierige Passage kommt man mit ca. 120 km/h herein! Und gerade hier muss man die Richtung von rechts nach links ändern. Dann geht es auf einen Hocker zu, man hebt ab und springt nach links. Diese Stelle muss man mit Bravour meistern, um nach vorne gerichtet in die Kompression zu gelangen und die Geschwindigkeit voll auszunutzen.

Richtige Material unerlässlich
Der letzte Abschnitt verläuft flüssig. Es kommen ein leichter Sprung und eine langgezogene Linkskurve, dann die Zieleinfahrt. Auch auf diesem Teilstück ist das richtige Material unerlässlich. Val d’Isère ist deshalb schwierig, weil es entscheidend ist, so wenig Fehler wie möglich zu machen, um die Geschwindigkeit bis zum Schluss zu erhalten. Das gilt für alle Pisten, die besonders für Gleiter gemacht sind. Favoriten sind hier die Österreicher. Im Vorjahr hat Werner Franz gesiegt, aber ich habe heuer Michael Walchhofer und auch Antoine Deneriaz, der hier Heimvorteil genießt, auf der Rechnung.


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