Nachdem im November 2006 Skicross in das olympische Programm für die Spiele 2010 im kanadischen Vancouver aufgenommen wurde, tut sich Einiges im Deutschen Skiverband (DSV), um auch in dieser Disziplin auf hoffnungsvolle Medaillenjagd gehen zu können.
Heli Herdt stellt die noch junge Disziplin vor
Heli Herdt, Skicross-Koordinator im DSV, machte deshalb Mitte Oktober im Skiverband Inngau Station, um diese junge Disziplin, bei der sich jeweils vier bis sechs Fahrer gleichzeitig aus einer Startanlage stürzen und sich über spektakuläre Strecken mit Sprüngen und steilen Kurven ins Ziel kämpfen, näher vor zustellen. Mit ihm trafen sich in Oberaudorf die Skicross-Verantwortlichen im SV Inngau, Freestyle-Referent Thomas Brandlhuber und Trainer Hans Gerzer vom SC Bad Aibling, designierter Skicross-Beauftragter im Bayerischen Skiverband, sowie interessierte Vereinsvertreter und junge Athleten.
Hochsportliche Events, lockere Atmosphäre und große Perspektiven
Skicross hat seine Wurzeln im Motocross und wurde im Snowboard-Sport erstmals auf den Schnee übertragen. Seit 1998 gibt es in Europa zwar bereits alpine Skicross-Rennen, dennoch herrscht laut Herdt noch hoher Aufklärungsbedarf. "Skicross ist sicher nicht ganz ungefährlich. Darüber muss man sich schon klar sein. Wir fahren mit Körperkontakt und viel Tempo. Das ist wie in der Formel 1", meinte Herdt. "Dennoch macht der Sport unheimlich viel Spaß, die Rennen sind ein Riesenevent und die Atmosphäre ist bisher wesentlich lockerer als bei anderen alpinen Skirennen."
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Schaffung von Trainingsmöglichkeiten
Die Hauptzielgruppe der künftigen Skicrosser sieht er in den vielen jungen alpinen Rennläufern/innen der derzeitigen Jahrgänge 1992 bis 1988, die nach den Schülerklassen den Sprung in die Landeskader nicht geschafft und/oder keinen Spaß mehr am "normalen" alpinen Rennsport haben. "Skifahren muss man schon gut können, um so ein Rennen zu meistern. Aber in keiner anderen Disziplin haben die jungen Wintersportler derzeit so gute Chancen, es bis in den Weltcup oder vielleicht sogar bis zu den Olympischen Spielen zu schaffen", ergänzte Herdt. Nun gilt es, in den einzelnen Skigauen entsprechende Skicross-Strukturen und Trainingsmöglichkeiten zu schaffen, damit alle jungen, interessierten Rennsportler diesen Weg auch gehen können und der DSV künftig eine noch stärkere Truppe auf die Europa- und Weltcuprennen schicken kann.
Einziges deutsches Europacup-Rennen am Sudelfeld
Im Skiverband Inngau ist die Disziplin Skicross schon seit einiger Zeit stärker im Kommen. Verena Gerzer vom SC Bad Aibling war in der letzten Saison beim Weltcup mit in Japan dabei und am Sudelfeld, Trainingszentrum des SV Inngau, fanden immer wieder Skicross-Rennen statt. So auch in diesem Winter, wo am 16. und 17. Februar der SC Bad Aibling einen Bewerb der diesjährigen "DSV German Skicross Tour" sowie das einzige deutsche Europacup-Rennen in dieser Saison ausrichten wird.
Fest installierte Skicross-Strecke am Sudelfeld geplant
Laut Hans Gerzer ist am Rankenlift, Sudelfeld, in dieser Saison auch eine fest installierte Skicross-Strecke geplant, auf der dann jederzeit trainiert werden kann. "Die Infrastruktur für eine aussichtsreiche Skicross-Zukunft im SV Inngau ist gegeben. Jetzt heißt es, genügend interessierte Skifahrer/innen zu finden, die das ganze mit Leben füllen", so Gerzer in Oberaudorf. "Wir bitten deshalb alle Vereinsvertreter, interessierte Jugendliche auf das Thema Skicross im SV Inngau aufmerksam zu machen. Wir vom Verband werden uns in Kürze zusammensetzen und geeignete Trainingsstrukturen für diese Jugendlichen erarbeiten", ergänzte Thomas Brandlhuber. Nähere Informationen zum Thema Skicross gibt es bei Hans Gerzer ( Hans.Gerzer@t-online.de, Tel. 08065/9315) oder unter www.sv-inngau.de, alle Renntermine und DSV-Infos finden Sie unter: www.ski-online.de/skicross.