Interview mit Mathias Wölfl
Ski2b Redaktion am 11.08.2008 - 10:23 Uhr
DSV-Fahrer Mathias Wölfl ist nach der Saison 2007/2008 vom Ski Alpin zum Ski Cross gewechselt. Im Interview mit Ski2b erläutert er unter anderem seine Beweggründe für den Wechsel und wie er sich seine erste Saison im Ski Cross vorstellt.
Ski2b.com: Mathias, du bist gerade frisch von den Alpinen zu den Ski Crossern gewechselt. Stell dich doch kurz der Ski Cross 'Gemeinde' vor. Wie war dein bisheriger Karriereverlauf im Skisport?
Mathias Wölfl: Ich bin Mathias Wölfl, 24 Jahre alt, komme aus München und bin Polizeimeister in der Bundespolizei Sportschule Bad Endorf. Mit dem Skifahren habe ich im Alter von zwei Jahren begonnen und meinen ersten Skikurs habe ich mit drei Jahren in Gröden absolviert. Mit sechs Jahren wurde ich von einem Freund überredet, mit ihm „vernünftig“ Skifahren zu lernen und so habe ich in der Renngruppe meines Vereins, dem ESV München Neuaubing, erste Rennerfahrungen gesammelt. In den Jugendjahren wurde ich zweifacher deutscher Jugendmeister sowie deutscher Jugendmeister in der Gesamtwertung. In der Saison 2006/2007 wurde ich 3. bei den Deutschen Meisterschaften im Super-G sowie im Riesenslalom und startete bei den Weltcuprennen in Gröden (Super-G), Alta Badia (Riesenslalom) und zweimal in Garmisch (Abfahrt). Am Ende der Saison 2007/2008 traf ich die Entscheidung, auf Ski Cross zu wechseln und erreichte bei den Deutschen Meisterschaften den 5. Platz.
Ski2b: Was hat letztlich den Ausschlag für die Entscheidung des Wechsels zum Ski Cross gegeben?
Mathias: Die Sportart Ski Cross bietet eigentlich schon genügend Argumente, um zu dieser Sportart zu wechseln. Am Ski Cross faszinieren mich vor allem die Zweikämpfe, die Geschwindigkeit und die taktischen Vorgehensweisen. Hinzu kam, dass ich im letzten Jahr meine Leistungen im alpinen Skirennsport leider nicht mehr, in den Wettkämpfen, zufriedenstellend abrufen konnte. Ich sehe meinen Wechsel als neue Chance, mein skifahrerisches Können, Mann gegen Mann unter Beweis zu stellen.
Ski2b: Nun steckst du mitten in der Vorbereitung auf die neue Saison, deine erste als Ski Crosser. Gestaltet sich das Training/die Vorbereitung allgemein grundlegend anders als bei den Alpinen? Was sind die größten Unterschiede?
Mathias: Das Training ist vom Umfang und der Intensität genauso anspruchsvoll und zeitaufwendig wie bei den Alpinen. Ich habe dieselben Möglichkeiten, wie Trainingsstätten und Trainingssteuerung durch Trainer und Wissenschaftler des DSV, wie in den Jahren zuvor bei den Alpinen. Sicher orientieren wir uns im Training an den sportartspezifischen Anforderungen des Ski Cross und stimmen unser Training darauf ab, aber salopp gesagt „fahren auch wir auf zwei Skiern so schnell wie möglich den Berg runter“, nur kommt einem halt manchmal einer in die Quere, da sich ja noch drei weitere Athleten auf der Strecke befinden. Ich denke ein weiterer Unterschied ist der Zeitplan bei den Vorbereitungen für den Winter. Für die Alpinen beginnt die Saison schon im Oktober mit dem WC-Auftakt in Sölden. Wir dagegen haben eine sehr komprimierte Saison und starten erst im Januar mit dem ersten Weltcup. Die Wettkampfphase ist dadurch kurz und sehr intensiv. Die Trainingsphasen im Sommer sind deshalb etwas anders aufgeteilt.
Ski2b: Im alpinen Bereich bist du in vielen Disziplinen an den Start gegangen. Welche Disziplin hilft dir beim Ski Cross am meisten und warum?
Mathias: Im alpinen Bereich bin ich überwiegend die Speed-Disziplinen, Abfahrt und Super-G, sowie Riesenslalom gefahren. Ich denke diese Disziplinen sind gute Voraussetzungen für den Ski Cross. Die Geschwindigkeit ist ähnlich wie im Super-G, Sprünge und schnelle Gleitkurven erlernt man in der Abfahrt. Die wichtige kompakte Grundtechnik, die im Ski Cross erforderlich ist, wird im Riesenslalom trainiert.
Ski2b: Was denkst du, werden deine Schwächen und deine Stärken sein im Ski Cross? Kann man das schon absehen im Vergleich mit den Teamkollegen?
Mathias: Soweit ich das zum jetzigen Zeitpunkt beurteilen kann denke ich, dass meine alpine Grundtechnik und meine Erfahrungen aus den Speed-Disziplinen ein Vorteil für mich sein kann. Eine der größten neuen Herausforderung für mich im Ski Cross wird die Taktik sowie das Zweikampfverhalten auf der Piste darstellen. Sehr entscheidend wird der Start, an dem ich schon jetzt im Training hart arbeite.
Ski2b: Hast du dir bereits Ziele gesetzt für deine erste Saison im Ski Cross? Was möchtest du erreichen?
Mathias: Ich möchte mich in meiner ersten Saison als Ski Crosser bei Weltcup-Rennen für die Finalläufe qualifizieren und mindestens einmal in die Top 16 kommen.
Ski2b: 2010 stehen die ersten Olympischen Spiele für Ski Cross an. Ist das ein langfristiges Ziel, auf das du hinarbeitest?
Mathias: Natürlich ist für jeden Sportler die Teilnahme an den Olympischen Spielen ein großes Ziel und ich werde alles daran setzen, in Vancouver dabei zu sein.
Ski2b: Was hast du nach den wenigen Wochen Ski Cross Vorbereitung für einen Eindruck von der Ski Cross Sportart? Sind die Trainingsbedingungen, Kaderstrukturen etc. so, wie du es erwartet hast? Und wie im Vergleich zu den Alpinen?
Mathias: Wie schon erwähnt, ist Ski Cross durch die ständigen Positionskämpfe für mich und auch für die Zuschauer, eine sehr attraktive und sehenswürdige Sportart. Gerade für die Zweikämpfe benötigen wir eine stabile und kompakte Fahrweise, worauf wir uns im Sommer speziell vorbereiten. Da Ski Cross eine Sportart innerhalb des DSV ist, haben wir dieselben Trainingsbedingungen und Kaderstrukturen wie andere Disziplinen.
Ski2b: Mathias, vielen Dank für das Interview und weiterhin eine gute Vorbereitung.
Ski2b.com: Mathias, du bist gerade frisch von den Alpinen zu den Ski Crossern gewechselt. Stell dich doch kurz der Ski Cross 'Gemeinde' vor. Wie war dein bisheriger Karriereverlauf im Skisport?
Mathias Wölfl: Ich bin Mathias Wölfl, 24 Jahre alt, komme aus München und bin Polizeimeister in der Bundespolizei Sportschule Bad Endorf. Mit dem Skifahren habe ich im Alter von zwei Jahren begonnen und meinen ersten Skikurs habe ich mit drei Jahren in Gröden absolviert. Mit sechs Jahren wurde ich von einem Freund überredet, mit ihm „vernünftig“ Skifahren zu lernen und so habe ich in der Renngruppe meines Vereins, dem ESV München Neuaubing, erste Rennerfahrungen gesammelt. In den Jugendjahren wurde ich zweifacher deutscher Jugendmeister sowie deutscher Jugendmeister in der Gesamtwertung. In der Saison 2006/2007 wurde ich 3. bei den Deutschen Meisterschaften im Super-G sowie im Riesenslalom und startete bei den Weltcuprennen in Gröden (Super-G), Alta Badia (Riesenslalom) und zweimal in Garmisch (Abfahrt). Am Ende der Saison 2007/2008 traf ich die Entscheidung, auf Ski Cross zu wechseln und erreichte bei den Deutschen Meisterschaften den 5. Platz.
Ski2b: Was hat letztlich den Ausschlag für die Entscheidung des Wechsels zum Ski Cross gegeben?
Mathias: Die Sportart Ski Cross bietet eigentlich schon genügend Argumente, um zu dieser Sportart zu wechseln. Am Ski Cross faszinieren mich vor allem die Zweikämpfe, die Geschwindigkeit und die taktischen Vorgehensweisen. Hinzu kam, dass ich im letzten Jahr meine Leistungen im alpinen Skirennsport leider nicht mehr, in den Wettkämpfen, zufriedenstellend abrufen konnte. Ich sehe meinen Wechsel als neue Chance, mein skifahrerisches Können, Mann gegen Mann unter Beweis zu stellen.
Ski2b: Nun steckst du mitten in der Vorbereitung auf die neue Saison, deine erste als Ski Crosser. Gestaltet sich das Training/die Vorbereitung allgemein grundlegend anders als bei den Alpinen? Was sind die größten Unterschiede?
Mathias: Das Training ist vom Umfang und der Intensität genauso anspruchsvoll und zeitaufwendig wie bei den Alpinen. Ich habe dieselben Möglichkeiten, wie Trainingsstätten und Trainingssteuerung durch Trainer und Wissenschaftler des DSV, wie in den Jahren zuvor bei den Alpinen. Sicher orientieren wir uns im Training an den sportartspezifischen Anforderungen des Ski Cross und stimmen unser Training darauf ab, aber salopp gesagt „fahren auch wir auf zwei Skiern so schnell wie möglich den Berg runter“, nur kommt einem halt manchmal einer in die Quere, da sich ja noch drei weitere Athleten auf der Strecke befinden. Ich denke ein weiterer Unterschied ist der Zeitplan bei den Vorbereitungen für den Winter. Für die Alpinen beginnt die Saison schon im Oktober mit dem WC-Auftakt in Sölden. Wir dagegen haben eine sehr komprimierte Saison und starten erst im Januar mit dem ersten Weltcup. Die Wettkampfphase ist dadurch kurz und sehr intensiv. Die Trainingsphasen im Sommer sind deshalb etwas anders aufgeteilt.
Ski2b: Im alpinen Bereich bist du in vielen Disziplinen an den Start gegangen. Welche Disziplin hilft dir beim Ski Cross am meisten und warum?
Mathias: Im alpinen Bereich bin ich überwiegend die Speed-Disziplinen, Abfahrt und Super-G, sowie Riesenslalom gefahren. Ich denke diese Disziplinen sind gute Voraussetzungen für den Ski Cross. Die Geschwindigkeit ist ähnlich wie im Super-G, Sprünge und schnelle Gleitkurven erlernt man in der Abfahrt. Die wichtige kompakte Grundtechnik, die im Ski Cross erforderlich ist, wird im Riesenslalom trainiert.
Ski2b: Was denkst du, werden deine Schwächen und deine Stärken sein im Ski Cross? Kann man das schon absehen im Vergleich mit den Teamkollegen?
Mathias: Soweit ich das zum jetzigen Zeitpunkt beurteilen kann denke ich, dass meine alpine Grundtechnik und meine Erfahrungen aus den Speed-Disziplinen ein Vorteil für mich sein kann. Eine der größten neuen Herausforderung für mich im Ski Cross wird die Taktik sowie das Zweikampfverhalten auf der Piste darstellen. Sehr entscheidend wird der Start, an dem ich schon jetzt im Training hart arbeite.
Ski2b: Hast du dir bereits Ziele gesetzt für deine erste Saison im Ski Cross? Was möchtest du erreichen?
Mathias: Ich möchte mich in meiner ersten Saison als Ski Crosser bei Weltcup-Rennen für die Finalläufe qualifizieren und mindestens einmal in die Top 16 kommen.
Ski2b: 2010 stehen die ersten Olympischen Spiele für Ski Cross an. Ist das ein langfristiges Ziel, auf das du hinarbeitest?
Mathias: Natürlich ist für jeden Sportler die Teilnahme an den Olympischen Spielen ein großes Ziel und ich werde alles daran setzen, in Vancouver dabei zu sein.
Ski2b: Was hast du nach den wenigen Wochen Ski Cross Vorbereitung für einen Eindruck von der Ski Cross Sportart? Sind die Trainingsbedingungen, Kaderstrukturen etc. so, wie du es erwartet hast? Und wie im Vergleich zu den Alpinen?
Mathias: Wie schon erwähnt, ist Ski Cross durch die ständigen Positionskämpfe für mich und auch für die Zuschauer, eine sehr attraktive und sehenswürdige Sportart. Gerade für die Zweikämpfe benötigen wir eine stabile und kompakte Fahrweise, worauf wir uns im Sommer speziell vorbereiten. Da Ski Cross eine Sportart innerhalb des DSV ist, haben wir dieselben Trainingsbedingungen und Kaderstrukturen wie andere Disziplinen.
Ski2b: Mathias, vielen Dank für das Interview und weiterhin eine gute Vorbereitung.
Weiterführende Informationen:
| German Skicross Tour |
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