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Enak Gavaggio

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Enak Gavaggio

Interview mit Enak Gavaggio

Ski2b Redaktion am 09.02.2006 - 12:56 Uhr

Der Franzose Enak Gavaggio hat das Skicross-Weltcup-Rennen in der Tschechischen Republik gewonnen. Damit ist er derzeit Zweiter im Gesamt-Weltcup. Mit Ski2b sprach Gavaggio über die laufende Saison, seine Erfahrungen bei den diesjährigen X-Games und warum er nicht unbedingt den Weltcup gewinnen möchte.

Ski2b.com: Enak, Du hast das letzte Weltcup-Rennen in der Tschechischen Republik gewonnen. Wie ist das Rennen aus Deiner Sicht verlaufen?
Enak Gavaggio: Es war ein Rennen, wie wir es von der FIS her kennen - nicht besonders gut. Alle Fahrer und auch die Firmen waren verärgert über die FIS, ausgenommen der Kursshaper, den wir schon lange kennen. Er hatte nur zweieinhalb Tage, um den Kurs zu bauen. Im Rennen selbst war ich in zweiter Position hinter Tomas Kraus und habe versucht, ihm Druck zu machen. Ich wollte, dass er mich im Nacken spürt und meine Ski waren nahe an seinen. Dann ist er allerdings von alleine gestürzt, weshalb ich auch nicht sonderlich stolz auf den Sieg bin. Ich habe ihn nicht überholt, aber trotzdem das Rennen gewonnen. Er hat das Rennen verloren und ich nicht gewonnen. Das ist für mich ein großer Unterschied.

Ski2b: Du bist jetzt in zweiter Position hinter Kraus im Gesamt-Weltcup. Siehst Du eine Chance, ihn noch zu attackieren oder ist er schon zu weit davongeeilt?
Enak: Es gibt immer eine Chance, aber in Kreischberg habe ich in einem Heat einen Ski verloren und bin dann nur 26. geworden. Man könnte sagen, dass ich schon da den Gesamt-Weltcup verloren hatte. Es bedeutet mir allerdings nichts, momentan auf dem zweiten Rang zu liegen, denn die FIS-Wettbewerbe sind nicht mein Ziel.

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Ski2b: Was sind denn dann Deine Ziele in dieser Saison? Planst Du noch Starts bei weiteren Freeski-Events?
Enak: Wir haben in den nächsten Tagen ein großes Meeting mit meinem Teammanager von Salomon, denn ich würde es begrüßen, nicht mehr die FIS-Rennen zu fahren. Die Rennen sind schlecht, es macht keinen Spaß und man fühlt sich, als ob man seinem Job ohne große Lust nachgeht. Im Moment habe ich nichts großartiges geplant, außer viel für Freeskiing zu drehen. Wir arbeiten an einem guten Big Mountain Film. Vielleicht starte ich in Les Arcs, den Les Arcs ist immer noch Les Arcs, aber das habe ich noch nicht entschieden.

Ski2b: Die Teilnehmer der X-Games hatten unterschiedliche Meinungen zu dem Event. Du hast auch Kritik geäußert. Was ist Deine Meinung zu den X-Games in diesem Jahr?
Enak: Ich sage immer, was ich denke. Mal ist es schlecht, ein anderes Mal ist es gut. Wie viele andere Fahrer, wenn man mal die Top 3 ausnimmt, war ich in diesem Jahr enttäuscht. Im letzten Jahr war es eines der besten X-Games-Rennen, wenn nicht das Beste überhaupt mit vielen Sprüngen und es war schnell. So wie Skicross eigentlich sein müsste. Und im TV konnte man sehen, wie gut das Rennen war. Und dann dieses Rennen 2006. Aber hätte es nicht geschneit, wäre das Rennen natürlich auch völlig anders gewesen. Die X-Games müssen das Event schlechthin bleiben und meiner Meinung nach ist der Berg dort nicht geeignet dafür. Man bräuchte mehr steilere Abschnitte für Skicross oder Slopestyle. Das einzige was dort zählt ist die Tatsache, dass es die X-Games sind und jeder davon träumt, dort zu gewinnen, denn dann ist man ein Held! Ich weiß, wie viel Arbeit es ist für die Organisatoren, daher bin ich auch nicht allzu böse.

Ski2b: Im letzten Jahr hattest Du Dir kritische Gedanken über die Zukunft von Skicross gemacht. Wie ist es in diesem Jahr? Hat sich etwas zum Positiven geändert?
Enak: Nein, leider nicht. Die Crossmax Events versuchen weiterhin, den Spirit von Skicross am leben zu halten. Doch die Rennen waren am Anfang des Winters, als es wenig Schnee gab. Da ist es schwer. Aber sie versuchen es wenigstens, wie auch die X-Games es versuchen. Die FIS jedoch ist immer noch auf dem gleichen Weg. Sie werden den Sport vernichten, wenn sie so weitermachen. Wir hatten drei Weltcup-Rennen und davon waren zwei fast Riesenslaloms. Ich arbeite viel daran, Skicross bekannter zu machen, aber ich verliere viel Kraft dabei. Warum sollte man so hart arbeiten, wenn einige Personen einfach nicht zuhören wollen!

Ski2b: Nun beginnen die Olympischen Winterspiele. Hast Du eine Sportart, die Du unbedingt gucken möchtest? Was schaust Du Dir im Fernsehen an?
Enak: Ich habe keinen speziellen Sport, den ich unbedingt gucken möchte. Generell versuche ich, alles zu schauen. Das Eishockey-Finale will ich nicht verpassen. Und natürlich Curling ...

Ski2b: Enak, vielen Dank für das ausführliche Interview und weiterhin alles Gute in diesem Winter.
Enak: Danke schön.


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