
Angela Senftinger

Angela Senftinger

Angela Senftinger
Interview mit Angela Senftinger
Ski2b Redaktion am 20.03.2006 - 09:37 Uhr
Angela Senftinger gehört zu den besten deutschen Skicrosserinnen. Beim Weltcup-Rennen in
Sierra Nevada belegte sie den fünften Rang. Im Interview mit Ski2b spricht sie über die Rennen sowie die Zukunft von Skicross.
Ski2b.com: In der
Sierra Nevada warst Du Dritte in der Qualifikation und dann Fünfte im ersten Rennen. Wie ist das Rennen aus Deiner Sicht verlaufen?
Angela Senftinger: Es war ein tolles Rennen, eigentlich das beste in dieser Saison! Alleine schon von der Organisation des Veranstalters bis über den Kurs, der mehr als gelungen war! Ich hatte einen guten Lauf in der Quali und habe mich sehr über den dritten Platz gefreut. Das Rennen findet aber erst in den Heats statt und da sieht es meistens ganz anders aus. Ich bin aber mit dem Ergebnis zufrieden.
Ski2b: Wie hast Du den Sturz erlebt, der sich im Halbfinale ereignet hat und in dem Du involviert warst?
Angela: Ja, das war alles ganz spannend. Jenny Owens konnte sich vom Start weg knapp an die Spitze setzen. Ich war hinter ihr in der Ideallinie. Rechts von mir in fast gleicher Höhe die Karin Huttary und links von mir die Japnerin Furioko Fukushima ebenfalls in fast gleicher Höhe. Als es auf den ersten Cornersprung zuging, waren wir sehr eng zusammen, jeder wollte an zweiter Stelle sein. Kurz vorm Absprung machte ich einen Rückzieher und bremste etwas an, kam in Innenlage und stürzte nach dem Sprung. Ich sah das Finale für mich gelaufen. Als ich aufstand und weiter fahren wollte, sah ich die Jenny am Boden liegen. Da ich die beiden anderen nicht mehr sah und Jenny so keuchte blieb ich kurz stehen und fragte noch ob alles OK sei! Von dem Standpunkt aus konnte ich plötzlich sehen, dass ein paar Meter weiter die Karin mit nur einem Ski stand. Wir sahen uns beide kurz an und fingen dann an wie die blöden rauf zu treten. Die Karin zu ihrem Ski und ich über den zweiten Corner. Leider hatte die Karin das Glück, dass es nicht ganz so steil zu ihrem Ski rauf ging, als bei mir über den Corner und so war sie schneller wieder in Fahrt und erreichte das Finale! Tja ich weiß, ziemlich blöd alles, aber aus Fehlern lernt man!
Ski2b: Wie fällt Dein Fazit der Saison 2005/2006 insgeamt aus?
Angela: Im großen und ganzen nicht so gut. Trotzdem bin ich mit den beiden letzten Rennen sehr zufrieden. Es hat wieder richtig Spaß gemacht und das ist das wichtigste. Wenn es Spaß macht und man mit freiem Kopf fahren kann kommen die Ergebnisse von ganz alleine.
Ski2b: Du wurdest in dieser Saison immer wieder von Problemen im Schienbein heimgesucht. Wie sehr hat Dich diese Verletzung behindert während der Rennen im Winter?
Angela: Ja schon sehr. Ich hatte immer gleich eine sehr schmerzhafte Knochenhautentzündung bekommen, die nicht nur im Skischuh weh tut. Teilweise hatte ich solche Schmerzen, dass ich nachts nicht richtig schlafen konnte oder nur mit Schmerzmitteln. So musste ich oft Pause machen und konnte zwischen den Rennen teilweise gar nicht trainieren.
Ski2b: Wie sehen Deine Pläne für die kommenden Wochen aus? Wirst Du noch bei einigen Rennen an den Start gehen?
Angela: In den kommenden Wochen will ich viel Zeit mit meiner Familie verbringen, eventuell fahren wir gleich anfang April eine Woche nach Ägypten! Wenn es mein Schienbein zulässt, werde ich noch am 25. März bei der Deutschen Meisterschaft starten.
Ski2b: Wie beurteilst Du die Lage im Skicross allgemein in Deutschland?
Angela: Ehrlich gesagt, im allgemeinen nicht ganz so gut, obwohl die Tendenz leicht nach oben geht. Es fehlt an Unterstützung vom DSV. Besonders wichtig wäre dies auch, weil Skicross ab 2010 olympisch werden soll. Diese Entscheidung wird in den nächsten 1-2 Jahren fallen und dazu ist es wichtig, dass die Skiverbände hinter diesem Sport stehen.
Ski2b: Vielen Dank für das Interview.
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